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Oberhavel Mit Bio-Wurst auf Erfolgskurs
Lokales Oberhavel Mit Bio-Wurst auf Erfolgskurs
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00:18 12.03.2017
Thomas Schubert ist selbst Metzgermeister und versteht sein Handwerk. Der Betrieb boomt und wird jetzt umgebaut und optimiert. Quelle: Biomanufaktur
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Velten

Es gibt auch noch richtig gute Wirtschaftsnachrichten. Eine davon kommt gerade von der Biomanufaktur Havelland in Velten. Dort stehen die Zeichen weiter auf Erfolg. Im vorigen Jahr stand ein Jahresumsatz von 8,7 Millionen Euro in den Büchern. Für den Biofleisch- und Wurstverarbeitungsbetrieb bedeutet das im Vergleich zu 2015 eine Steigerung um 16 Prozent.

Es sieht so aus, als hätte Geschäftsführer Thomas Schubert im Jahr 2013 den Mund nicht zu voll genommen. Damals war die Manufaktur insolvent gegangen. Die Bio Company aus Berlin war im Februar 2013 der große Rettungsanker. Thomas Schubert wurde damals mehr oder weniger ins kalte Wasser geworfen. Vom Einkäufer und Bereichsleiter bei der Bio Company und einem Job, der sich eher am Schreibtisch abspielte, musste er zeigen, dass er sein Handwerk gelernt hatte und immer noch Schweinehälften zerteilen konnte. Und er brachte den Betrieb mit seinem Team auf Erfolgskurs, so wie er es 2013 versprochen hatte.

Nachdem der letzte Mieter ausgezogen ist, kann sich die Biomanufaktur im Gebäudekomplex an der Parkallee weiter ausbreiten. Quelle: Andrea Kathert

„Auch für die Zukunft setzen wir auf eine positive Entwicklung“, sagt Thomas Schubert. Und deshalb sollen in den nächsten anderthalb Jahren in Velten zwei Millionen Euro für einen Umbau investiert werden. Möglich wird das Projekt erst, nachdem der letzte Mieter aus dem Gebäudekomplex an der Parkallee/Ecke Havelring ausgezogen ist und damit für die Manufaktur nun weitere 300 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Die Biomanufaktur kann sich jetzt auf insgesamt 2000 Quadratmetern ausbreiten.

Mit dem Umbau haben sich Bauleute und Mitarbeiter einiges vorgenommen. Denn der komplette Innenausbau soll bei laufendem Betrieb passieren. Der gesamte Betriebsablauf wird optimiert. „Damit können wir bei gleichbleibendem Wachstum in den nächsten zehn Jahren bestehen, ohne den Bau noch mal neu angehen zu müssen“, ist Schubert überzeugt. Bereits im Mai soll der Startschuss fallen. Ende 2018 soll alles fertig sein.

Eine Spezialität: das Havellländer Bio-Apfelschwein. Quelle: Biomanufaktur

Und es gibt viel zu tun. So werden die Kühlräume erweitert, die Pökelei wird umgesetzt. Statt derzeit einem Reiferaum werden nach dem Umbau vier davon zur Verfügung stehen. Insgesamt sollen alle Produktionsabläufe und Chargiersysteme logistisch optimiert werden. „Dafür muss der Betrieb einmal komplett neu durchdacht und strukturiert werden“, sagt der Geschäftsführer. „Das bedeutet, Wände zu versetzen, Rohre neu zu verlegen, Fußböden neu einzuziehen und alles auf einen technischen Höchststand zu bringen.“ Die Herausforderung besteht darin, dies alles bei laufender Produktion zu stemmen. Doch Thomas Schubert ist zuversichtlich. Eine energetische Sanierung hatte die Biomanufaktur Havelland bereits Ende 2015 erfolgreich abgeschlossen.

Und auch für die Mitarbeiter ist es eine Erfolgsgeschichte, die sich im Veltener Gewerbegebiet abspielt. Nach der Übernahme durch die Bio Company konnten vor vier Jahren 15 Angestellte aufatmen. Ihr Arbeitsplatz war gerettet. Heute beschäftigt die Manufaktur 32 Mitarbeiter, mehr als doppelt so viele. Und es könnten gerne noch mehr werden. Geschäftsführer Thomas Schubert sucht händeringend Fleischer. Als Ausbildungsbetrieb beschäftigt die Manufaktur zurzeit einen Azubi, gerne würde der Betrieb auch mehr einstellen. Denn die Biomanufaktur Havelland ist ein handwerklicher Betrieb, Nachwuchs und Fachkräfte werden weiterhin gebraucht. Schubert bedauert, dass Metzger und Fleischfachkräfte als Ausbildungsberufe nicht mehr so sehr im Fokus junger Leute stehen und möchte den Nachwuchs ermutigen. „Fleischfachverarbeiter ist ein sehr interessanter und auch vielseitiger Beruf“, erklärt Thomas Schubert. Nicht nur vom Warensortiment her birgt es eine große Vielfalt. „Auch die Entwicklung von Rezepturen und geschmacklichen Varianten spielen eine große Rolle.“ Ebenso kämen kaufmännische Fähigkeiten zum Tragen, weil man mit unterschiedlichsten Mengen kalkulieren muss. Zu tun gibt es genug in der Manufaktur. Schließlich werden täglich 1,3 Tonnen Wurst produziert. Und noch vieles mehr.

Ein breites Sortiment an Wurst- und Fleischwaren wird angeboten und ständig erweitert. Quelle: Biomanufaktur

Für die Zubereitung der täglich frischen Speisen wurde 2016 eine eigene Küche in Betrieb genommen. Drei Köche sind dort fest eingestellt, ein vierter soll in diesem Jahr folgen.

Große Pläne in der Biomanufaktur

Die Biomanufaktur Havelland ist der größte Biofleisch- und Wurstwarenverarbeiter der Region.

Er startete 2013 mit 300 Kilo Wurstproduktion täglich, heute sind es 1,3 Tonnen.

30 Schweine wurden zu Beginn verarbeitet, in diesem Jahr sind es bereits 60 bis 100 Tiere die Woche. Dazu kommen 20 Rinder gegenüber 8 in 2013. Daneben werden auch 30 Lämmer wöchentlich verarbeitet. Zu Beginn waren es 10 Tiere. Sobald die neuen Kühlräume stehen, können auch mehr Waren verarbeitet und gelagert werden. Der Vertrieb erfolgt überwiegend in die Bio Company-Märkte

Neben Spezialitäten wie dem Havelländer Bio-Apfelschwein, dem Uckermärker Rind und Lamm aus der Region bietet der Bio-Betrieb ein breites Sortiment an, welches beständig erweitert wird.

Seit kurzem ist eine neue gehobene Linie mit mediterranen Spezialitäten auf dem Markt wie Prosciutto Crudo, Mortadella Italiana und Salami Milanese.

Zudem baut der Betrieb sein Angebot in Richtung Gastronomie und Hotellerie aus. Ebenso bietet er ein Catering-Angebot für Betriebs- und Privatfeiern. Vom Schwarzbierbraten über Fingerfood, Salaten und Suppen bis hin zum Pulled Pork ist hier alles zu haben, auch individuelle Wurst- und Käseplatten. Inspirationen für seine speziellen Rezepturen holt sich Thomas Schubert übrigens von überall auf der Welt her. So wird es bald aus Velten auch eine „Yachtwurst“ mit sehr vielen würzigen Mittelmeer-Kräutern geben, eine Idee, die dem Geschäftsführer im letzten Urlaub kam.

Von Andrea Kathert

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