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Oberhavel Mit Bravour bestanden
Lokales Oberhavel Mit Bravour bestanden
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19:34 25.06.2015
Katrin Seidler (22, M.) schloss trotz Lernbehinderung mit Bravour eine Ausbildung zur Verkäuferin ab. Obi-Marktleiter Stefan Brickmeier und Bildungsbegleiterin Ulrike Liborius gratulierten. Quelle: Foto: Cindy Lüderitz
Zehdenick

Der Weg von der Förder- auf die Berufsschule ist nicht eben vorgezeichnet. Katrin Seidler hat den Sprung trotz einer Lernbeeinträchtigung geschafft. Die junge Zehdenickerin schloss die reguläre Ausbildung zur Verkäuferin jetzt mit der Note 1,3 ab. Dass ihr das gelingen würde, daran haben viele nicht geglaubt. Nicht mal sie selbst. Dafür verlief die Bildungskarriere der gebürtigen Löwenbergerin zu brüchig.

Die erste Klasse an der Regelschule musste sie wiederholen und durchlief dann mit Mühe und Not die folgenden Jahre. „Es lief sehr schleppend“, erinnert sich die heute 22-Jährige. Weil sie Schwierigkeiten hatte, dem Lernstoff zu folgen, bekam sie andere Bücher und andere Aufgaben als ihre Mitschüler. Dadurch wurde sie angreifbar und hatte bald einen Stempel weg. Warum sie Probleme mit dem Lernen hatte, danach wurde nie wirklich gefragt. Erst später wurde bei dem Mädchen eine Lese- und Rechtschreibschwäche festgestellt. Im ersten Halbjahr der sechsten Klasse hielt es Katrin Seidler an ihrer Schule nicht mehr aus. Mobbing und Sticheleien ließen sie mutlos werden. „Ich habe dann selbst entschieden, dass ich auf die Förderschule nach Gransee wechseln werde“, sagt sie. Dort fühlte sie sich zwar schnell unterfordert, zog aber bis zur zehnten Klasse durch und machte ihren Abschluss.

Danach hätte sie wie andere Jugendliche mit Rehabilitationsstatus eine Ausbildung in dem geschützten Raum einer Einrichtung machen können. Ein für viele vorgezeichneter Weg. Doch die Mutter einer inzwischen viereinhalbjährigen Tochter wusste früh, was sie nicht möchte: „Keinen Helferberuf.“ Wenn schon eine Ausbildung, dann richtig. „Verkäuferin war immer mein Traumberuf. Der Kontakt zu Menschen liegt mir“, sagt Katrin Seidler. Wobei auch das nicht immer so war. Früher habe sie sich versteckt, sich nichts getraut. „Ich war ein richtiges Mauerblümchen.“ Dass sie heute selbstständig bei Ämtern anrufen und vieles selbst in die Hand nehmen könne, habe sie der psychologischen und sozialen Betreuung durch die gemeinnützige Gesellschaft für regionale Sozialentwicklung (GGS) zu verdanken. Der Bildungsträger mit Sitz in Neuruppin kümmert sich um junge Menschen mit Förder- und Integrationsbedarf und hilft ihnen dabei, sich in ihrem Wunschberuf zu verwirklichen. Die GGS war es auch, die Katrin Seidler zur Ausbildung im Obi-Baumarkt in Zehdenick verhalf. Teamleiterin Ulrike Liborius musste dafür an viele Türen klopfen. Wer gibt einer jungen Frau mit Förderschulabschluss und Kind, die keine Spät- und Wochenenddienste machen kann und nicht mobil ist, eine Chance? Marktleiter Stefan Brickmeier tat es. Er fand das Projekt spannend und wollte helfen. Katrin Seidler absolvierte im Markt erst ein berufsvorbereitendes Jahr und ging dann nahtlos in die Ausbildung über. Bei den praktischen Aufgaben unterstützten sie Kollegen, bei der Theorie half eine Stützlehrerin der GGS, die mit Katrin Seidler nach der Arbeit den Stoff durchging und sie auf die Prüfungen vorbereitete. „Sie ist sehr ehrgeizig und braucht sich überhaupt nicht zu verstecken“, würdigt Marktleiter Brickmeier. Ob die junge Frau übernommen wird, steht noch nicht fest. Sie schreibt jetzt Bewerbungen und macht ihren Führerschein.

Von Cindy Lüderitz

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