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Oberhavel Mit Cowboyhut und Primeltopf
Lokales Oberhavel Mit Cowboyhut und Primeltopf
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00:34 15.03.2018
Ein bisschen Texas-Feeling in der Schulaula: Die Frauen der Tanzgruppe „Hammer Dancer“ sorgten für Stimmung. Quelle: Heike Bergt
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Liebenwalde

Solchen Kuchen gibt es nicht zu kaufen! Ob mit Quark, Kirschen, Baiser oder Schokolade verfeinert – allesamt waren sie in den Küchen der Frauen der Volkssolidaritätsgruppe Liebenwalde kreiert und gebacken worden. Jede Rezeptur ein Geheimtipp. Die Volkssolidarität hatte am Sonnabend zur traditionellen Frauentagsfeier in die Aula der Schule eingeladen. Mehr als 70 Stühle an der liebevoll eingedeckten Tafel waren besetzt. Alle Frauen der Stadt waren eingeladen. Für jede gab es einen bunten Primeltopf als Frühlingsgruß und los ging es. Punkt 14 Uhr. DJ Siggi, der fast zum Inventar gehört bei der Frauentagsfeier, sorgte für die Musik.

Marlies Düsterhaupt hat seit zwei Jahren als Vorsitzende der Ortsgruppe der Volkssolidarität den Hut auf. 122 Mitglieder zählt die Gruppe, sie selbst ist seit 15 Jahren dabei. Der 65-Jährigen habe es damals aus einem Tief herausgeholfen, die Gemeinschaft, die sie so sehr schätzt. Marlies Düsterhaupt war 20 Jahre Industrieschneiderin für Armeesachen im Ort. „Montags Rommé, dienstags Sport für die Senioren, mittwochs Kreativzirkel oder es werden die Geburtstagskinder des Monats gefeiert. Donnerstags kann, wer möchte, an der Kaffeetafel klönen, nur freitags ist zu. Es gibt Tagesfahrten, Fasching und Ostereiersuche, Herbstfeste und einen Weihnachtsbasar“, zählt sie die Angebote der Liebenwalder Volkssolidarität auf, die ihr heute wichtig sind.

Auch Christel Franssens hat einst Uniformjacken genäht. Als plötzlich Schluss war, hat sie sich mit anderen Frauen zusammengetan. Viele hatte der Jobverlust hart getroffen. Aber auch sie hat ihren Platz in der Volkssolidaritätsgruppe gesucht und gefunden. „Ich hole die Leute ab von zu Hause zu unseren Festen, wenn sie nicht mehr gut zu Fuß sind. Ja, es kommt auch was zurück. Ich freue mich, wenn sie sagen, das habt ihr aber wieder schön gemacht.“ Deshalb übernehme sie das Ehrenamt gern. Am Sonnabend hatte ihr ihre Tochter Mareen beim Eindecken unter die Arme gegriffen.

Auch Edeltraud Schmidt, die früher in der Buchhaltung gearbeitet hat, „füllt das Ehrenamt im Vorstand aus“. Sie habe zwar Haus und Grundstück, zwei Töchter und zwei Enkelkinder, „aber ich brauche Abwechslung und immer was zu tun“, begründet sie ihren Einsatz. „Ich bin gern im Kreativzirkel und immer da, wenn ich gebraucht werden.“

Reichlich Kaffee schenkte zur Feier Norbert Hübner nach. Der 61-Jährige war neben dem DJ am Sonnabend Hahn im Korb. Ausgemacht hat es ihm nichts. Hübner war Melker im Stall in Liebewalde, arbeitet heute auf einem Bauernhof. Seit 18 Jahren hilft er auch bei den Frauentagsfeiern, ist „Mann für alle Fälle“: „Hinterher wasche ich alles wieder ab in der Küche. Es macht mir Spaß, ich bin gern dabei.“

An einer Seite der zwei langen Tafeln saßen am Sonnabend die Frauen aus Neuholland. Brigitte Steger ist die dortige Chefin. „Heute sind viele krank, konnten nicht kommen. Ich habe aber allen ihr Primeltöpfchen nach Hause gebracht“, berichtet sie. „Solange es geht, kommen wir hierher zum Feiern. Viele sind schon ohne Mann hier“, bedauert Hilda Joost. „Deshalb nehmen wir alle Feste mit.“

Dann kommt Stimmung auf: Die Frauen der „Hammer Dancer“ tanzen im Countrystil. Seit 15 Jahren schon üben sie einmal in der Woche in der Turnhalle von Hammer. Martina Grünwald ist die Leiterin der 14-köpfigen Truppe. „Wir haben einfach Spaß an der Freude. Dann noch einen Sekt und sich alles jede Woche von der Seele reden, dann stimmt das schon“, sagt sie. Und alle nicken, lachen und schwitzen nach getanem Auftritt.

Von Heike Bergt

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