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Oberhavel Mit Goji-Beeren in den Tag
Lokales Oberhavel Mit Goji-Beeren in den Tag
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18:15 17.03.2017
Björn Kuckla hat im „Oranjehus“ die „Chefmütze“ auf. Quelle: Heike Bergt
Sachsenhausen

Der Tag sollte auf jeden Fall gesund starten. Zwar liege bei den meisten Gästen der Tenor noch auf dem Sattwerden, „aber viele wollen inzwischen anders essen“. Für die hält das „Oranjehus“ zum Beispiel morgens ein Vollwert-Frühstück bereit mit Chia-Samen, Quinoa, Goji-Beeren, Aronia-Beeren und Hanföl. „Letztens haben das auch drei Bauarbeiter bestellt“, sagt Björn Kuckla. Er setzt auf ein Umdenken.

Der 41-Jährige ist Chefkoch im Restaurant. In den geburtenstarken Jahrgängen, die damals eine Lehrstelle suchten, sei es gar nicht so einfach gewesen, eine zu finden: „Alles wollte ich werden, aber kein Koch.“ Aus dem Notnagel ist seine Passion geworden. Gelernt hat er im „Sylter Hof“ an der Kurfürstenstraße in Berlin, anschließend bekochte er fünf Jahre die Schweizer und ihre Gäste in Zürich, ist ein Jahr durch Down Under getourt – für Sightseeing und Kochlöffelschwingen. Die Familie brachte den gebürtigen Hennigsdorfer zurück – nach Lehnitz.

Björn Kuckla ist immer auf der Suche nach Neuem uf dem Teller: „Crossover-Küche“ heißt ein Zauberwort. Er liebt die mediterrane Küche, „die man dabei mit asiatischen Elementen oder Hausmannskost kreuzt“. Derzeit will er mit und für die Gäste weiteres Neuland betreten: Bereits ausgebucht ist der ayurvedische Kochkurs am kommenden Mittwochabend. „Nach Körperattributen wie Haut und Haar die Lebensmittel auswählen, die helfen, den Körper wieder in Balance zu bringen“, erklärt er die Philosophie. Typische Kräuter der ayurvedischen Küche sind Bockshornklee, Kardamom, Kurkuma und Kreuzkümmel. Kuckla wird Früchte- und Gemüse-Curry auf der Basis von Kichererbsen zubereiten. Veränderungen im Wohlbefinden stellten sich allerdings nicht nach zwei Tagen ein. Geduld gehöre mit dazu.

Björn Kuckla hat selbst einen stressigen Job. Wie ernährt er sich gesund? Mit warmen Kartoffeln und Mandeln bekämpfe er seinen manchmal nervösen Magen. „Man muss in Ruhe essen und im Sitzen.“ Klar seien Würstchen schneller verfügbar, „aber auch ein Möhrensalat ist fix zubereitet. Die erste Veränderung muss im Kopf passieren, sonst bekommt man die Veränderung in der Lebensweise nicht hin.“ Sein Rezept, wenn es schnell gehen muss und trotzdem gesund sein soll: Suppengrün in Streifen schneiden, im Wok mit Lein-, Hanf- oder Mandelöl andünsten, Reis dazu – fertig. In zehn Minuten. Und wenn es noch schneller gehen muss, rät er zu Tiefkühlgemüse: „Das ist reif geerntet, auf hohen Niveau blanchiert, nicht eingelegt und ohne Konservierung.“

Von Heike Bergt

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