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Oberhavel Mit dem Bollerwagen durch Birkenwerder
Lokales Oberhavel Mit dem Bollerwagen durch Birkenwerder
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00:19 04.10.2017
Nach den ersten beiden Stopps ist noch Platz in den Wagen. Doch das sollte sich noch ändern. Quelle: Helge Treichel
Birkenwerder

„Alle guten Gaben, alles, was wir haben, kommt, o Gott von dir. Dank sei dir dafür.“ Die erste Strophe des Gedichtes war in Birkenwerder am Sonnabend öfter zu hören. Ein Kinderchor trug die Verse vor. Die Schar hatte sich mit zwei Bollerwagen und einigen erwachsenen Begleitern am Nachmittag an der Kirche getroffen, um durch die Gemeinde zu ziehen, und die Gaben zum Erntedank einzusammeln.

Gerda Pahl (r.) unterstützt das Erntedankfest mit ein paar Gaben, angeregt durch ihre Nachbarin. Quelle: Helge Treichel

Erster Anlaufpunkt: ein Grundstück in der Hauptstraße. Es öffnet eine ältere Dame in Kittelschürze und mit diesem gütigen Gesichtsausdruck, den ich selbst als Kind bei den Omis und Opis so mochte. Sie bat die Gruppe herein und überreichte unter anderem Porree, Nüsse und Sellerie. „Alles meine Ernte“, sagt die Frau. Die Stiele und Knollen stammen aus dem Garten am Haus. Und sie wuchsen in diesem Jahr besonders gut. Und damit alles zum Festgottesdienst am Sonntag auch gut in Szene gesetzt werden kann, legt die Frau noch ein paar bunte Blumen dazu. Zum Abschied spendiert sie noch eine Nascherei – nicht nur den Kindern.

Die Gaben werden am Altar präsentiert. Quelle: Helge Treichel

„Ich bin Christ. Mir liegt daran“, begründet die Frau ihre Teilnahme am diesjährigen Erntedank. „Es ist mir ein Bedürfnis, das Danke zu bringen“, sagt sie. Ihren Namen möchte sie allerdings ebenso wenig in der Zeitung haben wie ein Bild von ihr. Beteiligt hat sie sich, seit die Kinder wieder durch den Ort ziehen. Zum vierten Mal haben sie es getan.
Begonnen hatte alles vor drei Jahren. Seinerzeit hatten Eltern den Kindergottesdienst der Evangelischen Kirche in Birkenwerder gemeinsam mit der Gemeindepädagogin Annegret Ortelt angeregt, erzählt Irene Kubitza. Die 41-Jährige wohnt seit 2008 mit ihrem Mann und den beiden Kindern im Ort. Und nach der Taufe ihres Sohnes vermissten sie das Angebot für Kinder. Gemeinsam mit Aimée Braun-Liebher begann sie den Kindergottesdienst zu organisieren – ehrenamtlich und in einen 14-täglichen Rhythmus. Noch im selben Jahr wurde auch wieder Erntedank in Birkenwerder gefeiert.

Der Erntedank, gestaltet von Gemeindepädagogin Annegret Ortelt (v.), den Kindern sowie Irene Kubitza und Aimée Braun-Liebher. Quelle: Helge Treichel

Zweite Anlaufstelle ist das Haus von Gerda Pahl. Die 80-Jährige hat sich im Vorfeld zum ersten Mal bereiterklärt, die Kinderschar bei sich zu Hause zu empfangen. Sie hat zu diesem Anlass Nüsse und Paprikaschoten zusammengepackt, letztere allerdings nicht aus eigener Produktion. Denn Äpfel und Kirschen konnte die Seniorin in diesem Jahr kaum ernten, da Frost die Blüten zerstörte. Trotzdem wollte sie in diesem Jahr Danke sagen. Sie habe sich dabei von ihrer Nachbarin „anstecken lassen“, sagt sie auf Nachfrage.

Noch etliche weitere Adressen steuerten die Kinder mit ihren immer stärker bepackten Bollerwagen bis zum Abend an. Am Sonntag traf sich die Gruppe erneut, um die Gaben unmittelbar vor dem Festgottesdienst ab 11 Uhr in die Kirche zum Altar zu bringen und an einem Gottesdienst zum Thema Ernte und den vier Elementen mitzuwirken.

Von Helge Treichel

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