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Oberhavel Mit dem Chef hinter verschlossenen Türen
Lokales Oberhavel Mit dem Chef hinter verschlossenen Türen
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00:27 31.03.2018
Lars Borchardt ist Leiter der Polizeiinspektion seit 2011. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

„Nach einer Zwölf-Stunden-Schicht hat man hier schon mal ein dickes Ohr“, sagt Polizeiobermeisterin Carolin Schure und lacht. Gestern Morgen hatte sie zusammen mit Polizeimeisterin Svenja Dreisow Dienst im zentralen Raum für die Einsatzbearbeitung in der Polizeiwache an der Germendorfer Allee.

Hier geht alles ein, was nicht den Notruf 110 wählt, sondern die Wache direkt: Fragen nach einem Schülerpraktikum ebenso wie der Hilferuf, weil man seinen abgeschleppten Pkw sucht. Weil jemand einen Fuchs zwischen den Häusern gesichtet hat oder nicht weiß, was er tun soll bei einem Unfall. 100 Anrufe pro Schicht sind normal, so Svenja Dreisow, die dann – vermutlich per Knopfdruck – den riesigen Schreibtisch samt Bildschirmen in ein Stehpult wachsen lässt. Hier muss man nicht dauersitzen. Moderne Technik macht’s möglich. Die Polizistinnen finden es gut.

„Diesen Standard haben wir im ganzen Haus, moderne, gute Arbeitsbedingungen“, sagt Lars Borchardt, Leiter der Polizeiinspektion Oberhavel. Das war nicht immer so.

Vor einem Jahr sind die Polizisten umgezogen: Aus der alten Wache an der Berliner Straße an die Germendorfer Allee. Endlich. Der Zustand dort war wenig erquicklich: Mangel an Umkleideräumen und Duschen, kaputte Treppen – „wenn sich Männer auf der Toilette ekeln“, beschreibt es Lars Borchardt vielsagend. Geschichte. Der Polizeidirektor ist seit 2011 Leiter der Polizeiinspektion und Hausherr. „Heute empfangen wir gern Gäste und zeigen stolz unser neues Haus.“

Der Landkreis als Eigentürmer hatte Teile der alten Landwirtschaftsschule Luisenhof für 10,5 Millionen Euro saniert und ans Land als Polizeiwache vermietet. „Und es wurde so umgebaut, wie wir es brauchten.“ So habe es nach dem Einzug kaum Veränderungsbedarf gegeben. Lediglich der Raum am Eingang, in dem Anzeigen aufgenommen werden, ist mit dem Warteraum getauscht worden. Er war fensterlos und im Sommer stickig. Weder für Polizisten wie Betroffene schön.

Und die Asservatenkammer war zu klein bemessen: „Dafür haben wir zwei Garagen umfunktioniert“, denn es müsse ja auch mal ein gefundener Tresor abgestellt werden oder ein Fahrrad.

Der Polizeidirektor selbst hat ein vergleichsweise kleines Chefzimmer. Viel wichtiger findet er, „dass alles durchdacht ist und praktisch für die Abläufe“. Und das ist es. 160 Arbeitsplätze gibt es im denkmalgeschützten Bau. Auch Wasserschutzpolizei, Kripo und Verkehrpolizei haben hier ihren Platz.

Es gibt vergrößerbare Räume für Einsatzberatungen, vier geflieste Einzelzellen und eine große. Fast täglich in Gebrauch. Ein Raum zur Erkennungsdienstlichen Erfassung mit Waage, Technik für Fotos und Fingerabdrücke, ein rollstuhlgerechtes Vernehmungszimmer, neue Duschen und Sanitäranlagen. „Die Bedingungen haben sich wesentlich verbessert.“

Wermutstropfen: „Nur der Platz reicht nicht. Wir haben keinen Raum frei.“ Geplant wurde 2012. Inzwischen wurde bei der Polizei aufgestockt. „Uns fehlen Streifenpolizisten und Mitarbeiter im Wach- und Wechseldienst.“

Die alte Wache verfällt derweil weiter: Der Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) verweist auf eine Machbarkeitsstudie. Varianten seien geprüft, aber nichts entschieden, so Sprecherin Ulrike Rehberg gestern.

Von Heike Bergt

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