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Oberhavel Mit der Zeitmaschine auf Anfang
Lokales Oberhavel Mit der Zeitmaschine auf Anfang
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17:12 24.06.2016
Rasseln für das Jubiläum: beim Festakt im Klosterhof durfte das Publikum mitspielen. Quelle: Uwe Halling
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Zehdenick

Karl-Heinz Schröter musste kräftig kurbeln, um die Zehdenicker Zeitmaschine zurückzudrehen und an den Punkt zu gelangen, da aus einer Siedlung am Fluss eine Stadt wurde. Gut, dass der Minister für Inneres und Kommunales und passionierte Läufer immer noch gut im Training steht. Ihm oblag es am Donnerstagabend, ein humorvolles Festspiel zur Jahrhundertfeier anzuschieben.

Mit 200 geladenen Gästen beging die Stadt im Klosterhof den ersten würdigen Akt dieses Festwochenendes. Nach Grußbotschaften der Partnerstädte und der politischen Vertreter aus Kreis und Land wurden im früheren Dormitorium der Zisterzienserinnen die „Zehdenicker Moritate“ uraufgeführt. Sechs Ereignisse verschiedener Epochen hatten Schauspieler dafür szenisch aufbereitet.

Mit der urkundlichen Erwähnung 1216 bekam ein bis dahin unbekannter Ort ein Gesicht – und der nördlichste Ort der Befestigungskette im Osten war gesetzt. Bürgermeister Arno Dahlenburg sagte, er sei glücklich, Teil dieses Jubiläums zu sein, dass es so nie wieder geben werde. Die 24 Jahre seit der 775- Jahrfeier seien dagegen ein Wimpernschlag – für viele aber die präsenteste Epoche.

Wollte man die Etappen auf einem Stimmungsbarometer darstellen, habe Zehdenick einen fulminanten Start hingelegt, schwächelte dann ein wenig und habe zuletzt verlorenen Boden wieder gut gemacht, so Dahlenburg. Dass viele Freunde der Stadt zur 800-Jahrfeier gekommen seien, lasse die Strapazen der vergangenen Wochen und Monate ins Hintertreffen geraten.

Karl-Heinz Schröter lobte Zehdenick als „starke Stadt mit einer tollen Geschichte“. Dass sich die Zehdenicker von dem Tief Anfang der 1990er Jahre erholt hätten und die Stadt zu neuer Blüte gelangt sei, deute er als Beleg für die visionäre Aufbruchstimmung und dafür, dass hier die Ärmel hochgekrempelt würden. Er freue sich, so Schröter, dass es inzwischen wieder mehr Zu- als Wegzug gebe und die Einwohnerzahlen gestiegen sind. Zehdenick gehöre zu den ältesten Städten in Brandenburg und das erreichte Alter verleihe ihr Würde, so der Minister. 800 Jahre seien wie 800 Seiten in einem Buch. Insbesondere die letzten 25 seien „ganz bewegend“ gewesen.

Dass Zehdenicker auch in der Ferne zu Ehren kämen, machte Schröter an Gerhard Langmeyer deutlich – der langjährige Dortmunder Bürgermeister gehörte am Donnerstag zu den Ehrengästen der Veranstaltung. „Wir sind dankbar, dass Zehdenick zu unserem Kreis gehört“, würdigte auch Landrat Ludger Weskamp.

Zu später Stunde musste sich dann auch das Publikum bewähren und im Chor den beliebten Zungenbrecher „Zehn zahme Ziegen zogen zehn Zentner Ziegel zur Zehdenicker Ziegelei“ aufsagen.

Von Cindy Lüderitz

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