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Oberhavel Mittelstandsvereinigung feiert 60.
Lokales Oberhavel Mittelstandsvereinigung feiert 60.
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19:55 20.05.2016
Gipfeltreffen von Vertretern aus Politik und Wirtschaft in Oberhavel. Quelle: Robert Roeske
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Oberhavel

Kann man 60 Jahre alt werden und zugleich seine Wiedergeburt feiern? Das genau das geht, bewies die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, kurz MIT, am Freitagabend in Bergfelde. Am ehemaligen Grenzschutzturm beging der MIT-Kreisverband Oberhavel den Gründungstag, der sich am 27. April zum 60. Mal gejährt hat. Und gleichzeitig sollte die Feier nach Jahren des Stillstands eine Art Neustart markieren, sagte Kreisvorsitzender Christian Hauer, der sein Amt vor einem knappen Jahr übernahm.

Dieses gemeinsame Anliegen führte nicht nur den MIT-Hauptgeschäftsführer Thorsten Alsleben nach Bergfelde, sondern auch den Landesvorsitzenden und CDU-Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler sowie Landrat Ludger Weskamp (SPD), seinen Stellvertreter Egmont Hamelow (CDU) und Dezernent Matthias Rink (CDU).

SPD-Landrat Ludger Weskamp (l.) im Gespräch mit den Unionspolitikern. Quelle: Robert Roeske

„Sie sind wichtig.“ Mit diesen Worten begründete der Landrat die starke Präsenz der OHV-Führungsriege. Als Sozialdemokrat müsse er sich häufiger fragen lassen, wo denn die Schnittpunkte zur MIT seien. Das sei ganz klar die soziale Marktwirtschaft unter einer Prämisse, sagte Weskamp: „Wohlstand für alle.“ Oberhavel gelte als einer der wirtschaftlich stärksten Landkreise in Brandenburg und in ganz Ostdeutschland.

Landrat Weskamp formuliert drei Aufgaben für seine Verwaltung

Drei Aufgaben sehe er für seine Behörde, um die hiesige Wirtschaft zu fördern. Erstens müssten geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden, sagte er mit Blick zum Beispiel auf den Ausbau der Bundesstraße 96. Zweitens agiere der Landkreis mit einem jährlichen Investitionsvolumen von mehr als 20 Millionen Euro als großer Auftraggeber. Und drittens gehe es um eine aktive Wirtschaftsförderung. „Alles, was gut ist, kann noch besser werden“, betonte Weskamp.

Deutschland, Brandenburg und Oberhavel „geht es gut“, sagte Uwe Feiler. Diese Tatsache habe allerdings sehr wenig mit Politik zu tun. Vielmehr liege das an den Frauen und Männern, die Unternehmen gründen und führen. Die seien es auch, die das Steuersäckel füllten. Für genau diese Leute wolle die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung das „Sprachrohr in die Politik“ sein. Innerhalb des MIT-Netzwerkes wolle man die Sorgen und Nöte aufnehmen.

MIT – „nicht nur eine Lobbygruppe“

Dass die MIT „nicht nur eine Lobbygruppe“ sei, betonte Thorsten Alsleben. „Wir sind Politik“, sagte er mit Blick auf die Mitgliederschaft, die sich zu einem guten Teil aus aktiven Politikern zusammensetze. Als gutes Zeichen wertete er das Durchschnittsalter der Anwesenden. Das liege unter 60 Jahren und damit unter dem der MIT.

Mehr als 70 Gäste waren der Einladung in den ehemaligen Grenzstreifen gefolgt. Die Beförderung per Shuttle übernahm ein „NVA-Major“ mit einem Trabant Kübel. Die Firma Kunkel Fleischerei und Partyservice röstete einen 1,6 Tonnen schweren Ochsen am Spieß und servierte das Fleisch mit Barbecue-Soße. In diesem Ambiente wünschte Gastgeber Christian Hauer „gute Gespräche“. Aktuell stehe zunächst auf der Agenda, die MIT in Oberhavel zu „revitalisieren“. Sachliche Themenschwerpunkte seien zunächst der Breitbandausbau und der Wassertourismus. „Wir nehmen uns der Unternehmerschaft hier an“, versprach Hauer.

Spuren des Vandalismus waren bereits getilgt

Uwe Feiler pflanzte auf dem Naturschutzturmgelände einen von ihm gesponserten Apfelbaum. Die Spuren des Vandalismus aus der Nacht zuvor waren zu diesem Zeitpunkt übrigens bereits getilgt.

Das Festgelände kurz vor Beginn der Veranstaltung vom Naturschutzturm aus gesehen. Quelle: Robert Roeske

Kleine MIT-Geschichte

Bereits in der ersten Legislaturperiode des Bundestages (1949 – 1953) hatte Bundeskanzler Konrad Adenauer seiner Fraktion den Auftrag erteilt, sich intensiv und gezielt um das Bewältigen der mittelstandspolitischen Fragen zu kümmern.

Am ersten Tag des CDU-Bundesparteitages 1956 in Stuttgart trafen sich mittelständische Delegierte aus verschiedenen Landesverbänden, um die Gründung eines selbstständigen „Bundesarbeitskreises Mittelstand der CDU/CSU“ vorzubereiten.

In einer weiteren Sitzung am 27. April 1956 beschlossen die Delegierten, genannten Arbeitskreis zu konstituieren. Nach einer am Tag darauf beschlossenen Änderung der Parteisatzung wurde der Bundesarbeitskreis zu einer selbstständigen Vereinigung der CDU, in der auch Nichtmitglieder mitarbeiten können.

Nach dem Fall der Mauer wurde ein MIT-Kreisverband in Oberhavel gegründet.

Von Helge Treichel

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