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Oberhavel Mobbing: Wenn die digitale Welt zur Qual wird
Lokales Oberhavel Mobbing: Wenn die digitale Welt zur Qual wird
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16:20 01.12.2016
Die Theatergruppe Eukitea beschäftigt sich mit dem Thema Mobbing. Quelle: Melanie Höhn
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Oranienburg

Zunehmende Fehltage, psychische Belastungen oder die Verschlechterung der schulischen Leistungen: Die Folgen von Mobbing können fatale Auswirkungen haben.

Durch soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram oder die Chat-Plattform WhatsApp gibt es an der Oranienburger Torhorst-Gesamtschule ein Problem mit dem so genannten Cyber-Mobbing. Betroffene werden unter anderem auf diesen Plattformen durch Kommentare beleidigt und bloßgestellt. Dass das Thema in mehreren Klassen an der Schule präsent ist, haben die Schulsozialarbeiterinnen Oja Cevik und Sandra Friedemann, die Anfang Juli ihren Dienst angetreten haben, durch Vertrauens- und Klassenlehrer erfahren. Aber auch betroffene Schüler kamen auf sie zu.

Oja Cevik und Sandra Friedemann, Schulsozialarbeiterinnen an der Torhorst-Gesamtschule Quelle: Melanie Höhn

„Ein solcher Konflikt spitzt sich in nur kurzer Zeit mit Beleidigungen zu, die gezielt eine einzelne Person abbekommt, vor allem in Klassenchats. Es ist wie ein Schneeballsystem“, sagt Sandra Friedemann. Gerade dann, wenn Kinder anfangen sich zu gruppieren, oft in den siebten und achten Klassen, sei das Thema sehr präsent.

Um Schüler, Eltern und Lehrer für das Thema zu sensibilisieren, haben die Sozialarbeiterinnen das Theaterprojekt Eukitea mit dem Stück „I like you“ engagiert: In zwei Aufführungen am Montag und Dienstag wurde im Kreistagssaal des Landratsamtes gezeigt, was Cyber-Mobbing mit Betroffenen anrichten kann. „Mit dem Theaterstück wollten wir die Zuschauer emotional ansprechen und sie zum Nachdenken anregen“, erklärt Sandra Friedemann den pädagogischen Ansatz.

Froh ist sie, dass einige der Cyber-Mobbing-Betroffenen an der Schule Kämpfer sind, die sich wehren und um Rat bitten, damit sie aktiv aus dieser Situation herauskommen: „Sie wollen mit jemandem reden, der neutral ist, möchten sich sortieren und gemeinsam besprechen, wie es weitergehen soll.“ Doch das Thema sei sehr schambesetzt, die Schulsozialarbeiterin geht davon aus, dass sie bei weitem nicht alle Betroffenen der Schule kennt.

Anhaltendes Mobbing schlägt auf’s Gemüt. Quelle: Paolese/Fotolia

Lösungsansätze sind Gespräche mit allen Beteiligten und gemeinsame Vereinbarungen, aber auch eine Aussprache mit den Eltern sei oft unvermeidlich, sagt Sandra Friedemann: „Manchmal fallen die Eltern aus allen Wolken, wenn sie erfahren, dass ihr Kind jemanden mobbt. Wir versuchen sachlich aufzuklären und auch über die rechtlichen Konsequenzen zu informieren. Denn Mobbing ist strafbar.“

Vor allem möchte sie den Eltern deren Verantwortung deutlich machen: „Sie sollten darauf achten, in welchen Foren ihre Kinder unterwegs sind und den Spagat schaffen zwischen Fühler ausstrecken und nicht zu kontrollierend sein.“ Das Thema Mobbing müsse auch am Abendbrottisch besprochen werden. In ihrer täglichen Arbeit versucht die 39-Jährige, „den Rucksack, den die Schüler tragen, ein bisschen leichter zu machen“, wie sie sagt. Auch möchte sie den Zusammenhalt innerhalb der Klasse durch Gruppenarbeiten stärken, ausführliche Feedbacks sind ihr wichtig. Manchmal gebe es erstaunliche Selbsterkenntnisse der Jugendlichen, die erst durch die gemeinsame Reflexion entstehen. Jetzt schon erreichten sie erste Anfragen von Schülern, die ein eigenes Stück auf die Beine stellen wollen.

Von Melanie Höhn

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