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Oberhavel Mobile Bahnwerkstatt in Oranienburg
Lokales Oberhavel Mobile Bahnwerkstatt in Oranienburg
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14:58 30.05.2016
Ingo Bethge (r.) und Heinz Papke nahmen mobile Reparaturen vor. Quelle: Robert Roeske
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Oranienburg

Normalerweise rollt eine S-Bahn alle sieben Tage in die Werkstatt. Dort werden die nötigen Reparaturen erledigt. In den vergangenen Tagen war das in Oranienburg allerdings nicht möglich, da die Werkstatthalle wegen Gleisbauarbeiten nicht erreichbar war. Die S-Bahn Berlin nutzte die Bauarbeiten für einen Testlauf.

„Die Idee ist, Komfortschäden schnell und zeitnah zu erledigen“, sagt S-Bahn-Pressesprecher Ingo Priegnitz. Am vergangenen Wochenende sah das auf dem Bahnhof Oranienburg so aus: Fährt eine S-Bahn ein, dann steht sie in der Regel etwa 15 Minuten am Bahnsteig, bis sie zurück nach Berlin rollt. Mitarbeiter der Bahnwerkstatt nutzten diese Zeit, um durch die Waggons zu laufen und kleinere Reparaturen sofort zu erledigen. Das kann ein kaputter Sitzpolster sein, ein abgerissener Fahrplan oder ein fehlender Nothammer. Letztere scheinen besonders beliebt als Souvenir zu sein, denn die fehlen in den Waggons immer wieder. „Wir gehen durch den Zug und schauen, wo wir schnell Hand anlegen können“, sagt Ingo Priegnitz. „Wenn möglich, reparieren wir das.“ Zur Not könnten die Mitarbeiter auch eine oder zwei Stationen mitfahren, um noch fertig zu werden. Bei größeren technischen Problemen könnte auch entschieden werden, den Zug aus dem Verkehr zu ziehen.

Das Team der mobilen S-Bahn-Werkstatt. Quelle: Robert Roeske

Es handelte sich zunächst nur um ein Pilotprojekt. „Wir loten aus, was möglich ist“, so der S-Bahn-Sprecher. Möglicherweise könnte das Konzept aber bald Wirklichkeit werden. „Wir müssten aber schauen, wo das geht.“ Oranienburg sei als Standort für die schnellen Reparaturen deshalb gut geeignet, weil dort die Standzeit der S-Bahn relativ lang ist. Eventuell könne auch in Berlin-Nordbahnhof eine entsprechende mobile Reparaturwerkstatt eingerichtet werden.

Ingo Bethge und Heinz Papke liefen am Sonnabendvormittag durch die in Oranienburg stehenden S-Bahn-Züge. In einem Waggon lagen unzählige lose Kalenderblätter, um die sich aber die Reinigungstruppe kümmerte. Ein Streckenplan wurde ausgetauscht, an anderer Stelle ein Sitzpolster.

Kaputte Sitzpolster lassen sich schnell austauschen. Quelle: Robert Roeske

„Einen guten Effekt hat das Ganze auch“, sagte Ingo Priegnitz. „Die Leute sehen, dass was passiert, dass wir uns kümmern.“ Wann das Projekt endgültig starten könnte, ist noch unklar. Am Dienstag geht erst mal wieder die Oranienburger Bahnwerkstatt in Betrieb.

Von Robert Tiesler

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