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Mordanklage gegen Feldheimer Brandstifter

Mühlenbecker Land Mordanklage gegen Feldheimer Brandstifter

Zu einem Einsatz mit drei Brandherden war die Feuerwehr am 5. März in den Mühlenbecker Ortsteil Feldheim gerufen worden. Vier Personen mussten mit einer Leiter vom Balkon gerettet werden. Seit Dienstag steht der mutmaßliche Brandstifter in Neuruppin vor Gericht.

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Der Angeklagte mit seinen Rechtsbeiständen und den Justizbeamten vor Verhandlungsbeginn im Neuruppiner Landgericht.

Quelle: Helge Treichel

Mühlenbeck/Neuruppin. Der 27-jährige Danny K. aus Mühlenbeck muss sich seit Dienstag vor der 1. großen Strafkammer des Landgerichts Neuruppin verantworten – wegen versuchten Mordes, Brandstiftung, Sachbeschädigung sowie Trunkenheit im Verkehr.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, in der Nacht des 5. März 2017 im Mühlenbecker Ortsteil Feldheim die Wohnung, das Auto, einen Bauwagen sowie eine Pferdekutsche seiner früheren Lebensgefährtin in Brand gesetzt zu haben. In dem Wohnhaus sollen sich vier Personen befunden haben, die von der Feuerwehr gerettet werden mussten. Bei seiner Tat „in einer Mischung aus Wut, Verzweiflung und Eifersucht“ habe er den Tod der Hausbewohner billigend in Kauf genommen, so die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift. Auslöser seien vermeintliche Intimitäten seiner Ex mit dem neuen Lebensgefährten auf dem Balkon der vormals gemeinsamen Wohnung gewesen.

Die Nebenklägerin mit ihrem Berliner Anwalt Martin Felske vor Verhandlungsbeginn (vl)

Die Nebenklägerin mit ihrem Berliner Anwalt Martin Felske vor Verhandlungsbeginn (v.l.).

Quelle: Helge Treichel

Der Tathergang wird von der Staatsanwaltschaft so beschrieben: K. habe zwei Benzinkanister entwendet und die Flüssigkeit unter der Eingangstür im ersten Stock verteilt. Wegen des kleinen Hausflurs sei das Benzin auch bei den Nachbarn durchgesickert. Mit einem Feuerzeug habe er den Brand entfacht und danach den Fluchtweg abgeschnitten, indem er die Holztreppe am Hauseingang anzündete. Seine frühere Lebensgefährtin, die als Nebenklägerin anwesend war, erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung. Es folgten ein Auto, ein Bauwagen mit Reitutensilien sowie die Kutsche. Der Sachschaden werde mit rund 20 000 Euro beziffert.

Nach dem Löschen des Feuers auf dem Vierseithof  in Feldheim

Nach dem Löschen des Feuers auf dem Vierseithof in Feldheim.

Quelle: Julian Stähle

Der Beschuldigte sei daraufhin mit seinem VW Polo geflüchtet und nur Stunden später mit Hubschrauberunterstützung im Wald zwischen Summt und Lehnitz gestellt worden mit 1,69 Promille im Blut. Seit dem 6. März dieses Jahres sitzt Danny K. in Wulkow in Untersuchungshaft.

Zum Auftakt der Hauptverhandlung erkundigte sich Udo Lechtermann als vorsitzender Richter des Schwurgerichts zunächst ausführlich nach den Lebensumständen des Angeklagten. Der in Zehdenick geborene K. erzählte von seiner Kindheit und Schulzeit mit seinen Eltern und zwei Brüdern in Fürstenberg. Seine Mutter beschreibt er als „streng“, die familiären Verhältnisse als schwierig: „Jeder war sich selbst der nächste.“ Zweimal habe er eine Lehre ohne Abschluss beendet. Während seines Wehrdienstes hätten sich die Eltern getrennt. In dieser Zeit habe er einen Selbstmordversuch unternommen. Nach einem Klinikaufenthalt sei er zuletzt als Zimmermannsgehilfe für eine Lehnitzer Firma tätig gewesen.

Mit der Beweisaufnahme und Zeugenvernehmungen soll die Verhandlung am 10., 12. und 13. Oktober fortgesetzt werden.

Der zerstörte Bauwagen nach dem Brandanschlag

Der zerstörte Bauwagen nach dem Brandanschlag.

Quelle: Julian Stähle

Von Helge Treichel

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