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Morgens Hundetraining, abends auf der Opernbühne

Velten Morgens Hundetraining, abends auf der Opernbühne

In Meppen wurde die Kremmener Opernsängerin Birgit Bauer-Rossaint mit ihrem Schäferhund Bendix Weltmeisterin im Obedience. Täglich hat sie dafür auf dem Hundesportplatz in Velten trainiert. Morgens vor Probenbeginn und abends vor den Vorstellungen in der Deutschen Oper Berlin.

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Birgit Bauer-Rossaint mit ihrem Schäferhund Bendix

Quelle: Foto: Ulrike Gawande

Velten. Als sie das erste Mal mit ihrem damaligen Schäferhund Satto auf das Trainingsgelände von Hundetrainer 24 in Velten kam, habe sie keine Ahnung von Hundeerziehung gehabt, verrät Birgit Bauer-Rossaint aus Kremmen. Das hat sich grundlegend geändert, denn vor wenigen Tagen wurde die 52-Jährige mit ihrem Deutschen Schäferhund Bendix vom Hessenstein Gesamtsiegerin der Klasse 1 in der Hundesportart Obedience im Weltcup der Weltunion des Schäferhundverbandes. „Das ist für ein Hobby ein schöner Erfolg“, freut sich die Kremmenerin bescheiden über den Weltmeistertitel.

„Früher dachte ich, dass es reicht, mit einem Hund zu spielen und mit ihm spazieren zu gehen“, erzählt Bauer-Rossaint, die als Altistin im Chor der Deutschen Oper Berlin singt. „Aber gerade Schäferhunde sind damit nicht ausgelastet, wollen auch im Kopf gefordert werden.“ Als ihr damaliger Hund Sato immer aggressiver wurde, wusste die Sängerin, die 2001 von Aachen nach Berlin gekommen war, dass etwas passieren müsste. Sie meldete sich zum 30-Stunden-Grundkurs bei Hundetrainer 24 in Velten an. „Eigentlich hatte ich keine Lust, dachte nur: Wieder ein Termin mehr“, so die Musikerin, die nahezu jeden Abend auf der Bühne steht und nebenbei auch noch Nachwuchssänger in der Musikschule ausbildet. „Ich hatte Tränen in den Augen, fühlte mich überfordert.“ Doch die sympathische Sängerin, mit einer Vorliebe für Wagner und Verdi, gab nicht auf. Stellte Hundetrainerin Joanna Bauer unzählige Fragen, nutzte jede sich ihr bietende Trainingsmöglichkeit. Zwei Mal am Tag kam sie auf dem Trainingsgelände vorbei. Bei Wind und Wetter. Wurde immer wissender.

„Es war faszinierend zu sehen, wie ein Tier sich verändern kann, und wie Mensch und Tier ein Team, zu einer Einheit werden“ Schäferhund Sato wurde Tag für Tag, Training für Training entspannter. „Ich war nun die Chefin, seine Königin.“ Die Begleithundeprüfung bestand Birgit Bauer-Rossaint dann auch mit Höchstpunktzahl. „Sie stach sogar die Profis aus“, schmunzelt Joanna Bauer stolz. Doch damit nicht genug: Die Kremmenerin fing Feuer und entdeckte die Hundesportart Obedience für sich. Neben dem eigenständigen Training, besuchte sie Seminare. „Der Hund will beschäftigt werden.“ Aber auch wenn Obedience vom englischen Wort für Gehorsam komme, gehe es bei dem Sport nicht um blinden Gehorsam, so Bauer, sondern auch um Geschwindigkeit, Genauigkeit sowie das selbstständige Arbeiten des Hundes und die soziale Beziehung zwischen Tier und Mensch. „Obedience setzt absolutes Vertrauen voraus. Das gibt es in keiner anderen Sportart.“ So sehe ein Wertungsrichter sofort, wenn die Übungen, wie Apportieren, Sprünge oder Distanzkontrollen unter Zwang geschehen. „Es ist oft Millimeterarbeit, aber die Freude des Hundes daran muss zu erkennen sein, sonst gibt es Punktabzug.“

Auch nach dem Tod des Rüden Sato, widmete sich Bauer-Rossaint mit ihrem zweiten Hund, Bendix vom Hessenstein, erneut dem Obedience-Sport. „Er ist ein kluger Hund mit einer schnellen Auffassungsgabe.“ Manchmal zu schnell, lacht die Sängerin, die mittlerweile auch andere interessierte Hundefreunde an den Sport in Velten heranführt und beim Kidscamp mithilft. So gab es bei der Weltmeisterschaft in Meppen, die Bauer-Rossaint mit einem ersten und einem zweiten Platz für sich entschied, Punktabzug, weil Rüde Bendix bei einer Übung vor Langeweile quietschte. Trotzdem reichte es für die Bewertung „vorzüglich“. Bedingung dafür, um in die nächste Wertungsklasse aufsteigen zu können. „Ich bin als einzige Starterin für Berlin-Brandenburg angetreten. Den Erfolg habe ich Joanna und der Hundeschule zu verdanken. Meine Wurzeln sind hier.“

Schon morgens vor der ersten Probe ist die Sängerin mit ihrem Hund auf dem Platz. „Das ist mein Ausgleich zum Job. Hier kann man den Alltag hinter sich lassen.“

Von Ulrike Gawande

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