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Moskauer Professor sucht seine Halbschwester

Hilferuf aus Russland Moskauer Professor sucht seine Halbschwester

Zum Jahreswechsel erreichte ein Hilferuf aus Moskau die Oranienburger MAZ-Redaktion. Ein Universitätsprofessor sucht seine deutsche Halbschwester im Raum Oranienburg. Sein Vater hatte nach Ende des Zweiten Weltkrieges eine Geliebte, die eine Tochter bekam. Der Kontakt riss jedoch ab, die Beziehung wurde verschwiegen. Jetzt soll allein ein Foto weiterhelfen.

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Der sowjetische Sanitätsoffizier mit seiner deutschen Freundin. Die Notiz lautet: „Er liebte sie sehr, erinnerte sich jederzeit daran. Sie hat in Deutschland eine Tochter geboren.“

Quelle: Privat

Oranienburg. Stadtarchivar Christian Becker bekam Mitte Oktober Besuch von Peter Leinert aus der Lessingstadt Kamenz. Der erzählte ihm eine anrührende Geschichte über die – bislang erfolglose – Suche nach den deutschen Angehörigen eines russischen Freundes.

2010 hatte Peter Leinert bei einer Russlandreise das Grab seines dort gefallenen Großvaters mit der intensiven Hilfe von Einwohnern der Stadt Juchnow gefunden. In diesem Zusammenhang wurde er gebeten, in Deutschland das Kind des sowjetischen Sanitätsoffiziers aus einer Liebesbeziehung mit einer deutschen Krankenschwester zu finden. Ein später in Russland geborener Sohn dieses bereits vor langer Zeit verstorbenen Offiziers, ein 67-jähriger Medienrechtsprofessor von der Lomonossow-Universität in Moskau, sucht seine deutsche Halbschwester seit vielen Jahren. Sein Familienname: Monachow.

Dieses Foto zeigt den gemeinsamen Vater Nikolai Sergejewitsch Monachow (3 v l

Dieses Foto zeigt den gemeinsamen Vater Nikolai Sergejewitsch Monachow (3. v. l. hinten) mit seinen Soldatenkameraden.

Quelle: Privat

Die Namen von Mutter und Kind sind allerdings nicht bekannt, da der Fall zu Sowjetzeiten in der Familie verschwiegen wurde. Auch in russischen Archiven wurde bisher nichts gefunden. „Meinem russischen Freund ist es leider nicht gelungen, Dokumente, Spuren, Hinweise oder ähnliches zu finden“, sagt Leinert. „Nicht einmal Dokumente, die allein seinen Vater betreffen, da kommt man nicht heran oder es ist nichts da.“ Und die Schreiben an offizielle russische Stellen seien zum Teil gar nicht erst beantwortet worden.

Der Oranienburger Stadtarchivar vermittelte ihm deshalb den Kontakt zur Märkischen Allgemeinen Zeitung. Die Hoffnung: Über eine Publikation könnte der Fall vielleicht doch noch aufgeklärt und der Kontakt hergestellt werden. Gesucht werden kann jedoch nur anhand eines Fotos, das den Offizier mit der Krankenschwester zeigt. „Das Kind ist zwischen Dezember 1945 und April 1946 im Raum Berlin – Oranienburg geboren, nun also 70 Jahre alt und könnte vielleicht seine Mutter auf dem Foto erkennen“, schreibt Leinert. Anhand einer gefundenen Kampfurkunde vermuten die Angehörigen und Freunde, dass sich seinerzeit alles in oder um Oranienburg abgespielt haben muss. Seine Nachforschungen im Archiv und Einwohnermeldeamt in Oranienburg seien bislang jedoch erfolglos geblieben.

Erste Spur in Oranienburg erwies sich als falsch

Auch seine bisherigen Hilfsersuchen seien immer mit Hinweis auf die zuständigen Suchdienste – Volksbund und Rotes Kreuz – abgelehnt worden. Peter Leinert: „Es ist bei diesen Institutionen jedoch nicht möglich, nach Namenlosen zu suchen. Daher bleibt nur eine Suche per Bild in den Medien.“

Eine erste Spur in Oranienburg erwies sich als falsch. Die Betroffene war im Raum Magdeburg geboren worden und erst in ihrem 6. Lebensjahr nach Falkensee gekommen. Das Foto ließen zudem keine Ähnlichkeit zur Mutter erkennen.

Wer weiterhelfen kann, findet hier Kontakt

Hinweise zur Identität der abgebildeten Frau oder zu ihren Angehörigen nimmt Peter Leinert per E-Mail entgegen unter: Peter.Leinert@web.de.
Postanschrift: Blumenstraße 6,
D-01917 Kamenz.

Von Helge Treichel

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