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Oberhavel Neuer Antrieb im Veltener Business-Park
Lokales Oberhavel Neuer Antrieb im Veltener Business-Park
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12:50 06.06.2014
Mike Khoury Chaumar repariert den Gasmotor eines Blockheizkraftwerks. Quelle: Ulrich Bergt
Velten/Mühlenbeck

"Wir können hier nicht weiter wachsen und mussten uns deshalb nach einem anderen Standort umsehen", sagt Ulf Trede. Seit der Niederlassungsleiter des Motorenspezialisten IBH 2008 das neue Firmengebäude im Mühlenbecker Gewerbegebiet Am Jägerberg bezog, ist das Unternehmen stetig gewachsen. "Am Anfang waren wir zwei Leute, jetzt sind wir 15", berichtet Trede.

Erst vor drei Jahren wurden die Betriebsräume verdoppelt. Doch sie reichen schon wieder nicht aus. Auf dem Areal gibt es keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr. Der erste Blick ging zum ehemaligen Flugplatzgelände nach Oranienburg. Doch dann entdeckte Ulf Trede den Business-ParkII in Velten-Hohenschöpping. "Eher zufällig, beim Umfahren eines Staus", wie er erzählt. Unweit des Hornbach-Marktes ist das künftige Firmengelände bereits mit Flatterband markiert. Die Planungen gehen in die Endphase. Im Sommer soll der Bauantrag eingereicht werden. Als Nächstes erfolgt die Kampfmittelsuche. Velten-Hohenschöpping gehört zu den Gebieten, in denen militärische Altlasten vermutet und immer wieder auch gefunden werden.

Ansonsten hat der neue Standort ähnliche Vorzüge wie der alte in Mühlenbeck. Er liegt mitten im Grünen und dennoch unmittelbar an der Autobahn. Das ist lebenswichtig für ein Unternehmen wie IBH. Das Ingenieurbüro Harm Antriebstechnik GmbH, 1969 in Norderstedt bei Hamburg gegründet, ist spezialisiert auf den Service und Vertrieb für Dieselmotoren der Firma Deutz.

"Das Wichtigste ist die Nähe zum Kunden", sagt Ulf Trede. In Norddeutschland gibt es sechs Niederlassungen, die für Berlin und Brandenburg ist die südlichste. Sie verfügt zusätzlich über zwei Stützpunkte in Zossen und Neustrelitz.

Denn die Monteure müssen schnell vor Ort sein. Die Kunden können sich lange Ausfallzeiten ihrer Anlagen und Fahrzeuge nicht leisten. Deutz-Dieselmotoren sind vielerorts zu finden. In Baumaschinen und Notstromaggregaten, in land- und forstwirtschaftlichen Maschinen sowie auf Schiffen. Mit Leistungen von einem bis 580 Kilowatt. Die größeren Kaliber mit bis zu 5,5 Megawatt Leistung stehen in Biogasanlagen oder Blockheizkraftwerken. Gasbetriebene Motoren der Firma MWM, die aus der Gasmotorensparte von Deutz hervorgegangen ist. Die Kraft-Wärme-Erzeuger in modernen Biogasanlagen sind technisch meilenweit entfernt von den ersten stationären Gasmotoren, mit denen in den ersten Elektrizitätswerken Strom erzeugt wurde. Und doch ist der Deutz-Motor von 1867 mit der Nummer 1 ein Gasmotor. "Der steht im Technikmuseum in Köln und läuft heute noch", weiß Ulf Trede zu berichten.

Der Niederlassungsleiter kennt sich mit Motoren aus. Der Maschinenbaumeister aus dem schleswig-holsteinischen Rendsburg hat von der Pike auf in der Motoreninstandsetzung gearbeitet. "Da kennt man alle Kniffe und Tricks", sagt er. "Und man weiß auch zu schätzen, was die Jungs draußen leisten." Die Jungs draußen, das sind die Monteure, die mit dem Werkstattwagen unterwegs zu den Kunden sind und dort "gegen die Tücken der Technik kämpfen.

Sie müssen Allroundkönner sein. Heute ist ein nagelneuer Bagger mit Partikelfilter, Baujahr 2014, zu reparieren, morgen ein uralter Traktor aus den 60er-Jahren. Zu den Kunden gehört auch der Verein Berliner Unterwelten. In einem der denkmalgeschützten Luftschutzbunker steht ein Deutzmotor von 1936.

Stammkunden sind die Berliner Wasserbetriebe ebenso wie die Firma Spitzke, bei der "Katharina die Große" im Einsatz ist. Eine 200Meter lange Gleisbaumaschine, bestückt mit 28 Motoren. Nicht zu vergessen die Ausflugsdampfer und Binnenschiffe. "Und zwei Fischkutter auf Rügen", zählt Ulf Trede auf, der selbst vier Jahre auf der Fregatte "Brandenburg" Dienst getan hat. Die beiden Kutter hat er schon betreut, als er selbst noch als Monteur unterwegs war.

Von Ulrich Bergt

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