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Mühlenbecker Land Die Brücken sind verschwunden
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Die Brücken sind verschwunden
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00:26 30.05.2018
Schnell, pünktlich und vielleicht ein gutes Omen für die weiteren Arbeiten: der Brückenabriss auf der A 10 in Mühlenbeck. Quelle: Helge Treichel
Mühlenbeck

Seit Sonntag, 12.42 Uhr, rollt der Verkehr wieder auf dem nördlichen Berliner Ring. Die Vollsperrung beider Richtungsfahrbahnen kann eine gute Stunde früher als erwartet aufgehoben werden.

Dem ist eine geschäftige Nacht vorausgegangen. Zwischen der Anschlussstelle Mühlenbeck und dem Dreieck Pankow wurden zwei Brücken abgetragen – der offizielle Baustart für den Autobahnausbau. Vom nächtlichen Werk zeugen gewaltige Schutthaufen neben der Strecke. „Wir hatten überhaupt keine Probleme und liegen mehr als im Plan“, kann Oberbauleiter Karl Olthoff von der ARGE A10/A24 Havellandautobahn bereits am Morgen resümieren. Er dankt den Bauteams – und der Sekretärin.

An der Brücke des Zehnrutenweges in Mühlenbeck beginnen die Abbrucharbeiten bereits, als der Verkehr noch rollt. Es riecht nach aufgewühltem Erdreich und den Abgasen eines Schneidbrenners, mit dem ein Arbeiter das Brückengeländer zerlegt. Scheinwerfer erhellen die nächtliche Szenerie. Ein Baggerfahrer beginnt damit, den Kies einer Brückenrampe abzutragen. Die Uhr zeigt 21.50 Uhr.

Der Abriss der Autobahnbrücke des Zehnrutenweges in Mühlenbeck beginnt. Quelle: Helge Treichel

Erst gegen 22 Uhr wird der Strom aus Lastwagen und Pkw unterbrochen. Ruhe kehrt allerdings nicht ein. Im Gegenteil. Dieselmotoren dröhnen, Kettenfahrzeuge quietschen. Ein paar Schaulustige haben sich in der Dämmerung eingefunden. Die Brücke muss weichen, damit die Autobahn auf drei Spuren pro Richtungsfahrbahn verbreitert werden kann. Die kleinere der beiden Brücken ist immerhin 58 Meter lang und 4,80 Meter breit – knapp 170 Kubikmeter Stahlbeton.

Ganz ähnlich das Bild an der Autobahnbrücke der Landesstraße 305 zwischen Mühlenbeck und Schönerlinde: Nach der Vollsperrung setzen sich auf Kommando mehrere Radlader und Bagger in Bewegung. Betonteile werden aus der Fahrbahn herausgebrochen. Mit riesigen Baggerschaufeln werden große Mengen an Erdreich bewegt.

Abriss der Autobahnbrücke der L 305. Quelle: Helge Treichel

22.10 Uhr: Arbeiter rollen Bauvlies auf der nun leeren Fahrbahn der A 10 aus. Sofort verteilen Bagger darauf die ersten Kieshaufen. Die Schicht aus Sand dient als Stoßdämpfer, denn herabfallende Brückenteile sollen die Fahrbahn nicht beschädigen. Hydraulische Stahlzangen und Rammen mit riesigen Spitzen liegen bereit. Die Arme von Baggern werden damit bestückt, um den Stahlbeton der Brücken zu zermalmen. Diese misst eine Länge von 60 Metern und eine Breite von zehn Metern. Bei einer Dicke von 80 Zentimetern fallen knapp 500 Kubikmeter Schutt an.

Am Morgen danach wird am Zehnrutenweg bereits die Autobahn gefegt. Um 8.30 Uhr ist der Abriss besenrein erledigt. An der Ortsverbindung zwischen Mühlenbeck und Schönerlinde sind dagegen noch sechs Bagger gleichzeitig im Einsatz, um Schutt und Kiesbett von der Fahrbahn zu räumen. Um 11.15 Uhr steht auch dort bereits die Kehrmaschine bereit, um loszulegen.

Zehn Minuten später steht Oberbauleiter Olthoff vor der Fernsehkamera und verkündet mit zufriedenem Lächeln: „Wir halten unsere Termine!“

Am Morgen danach. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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