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Mühlenbecker Land Die Frühstücksfee der Mönchmühle
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17:56 07.08.2018
Christa Schewski sei die treue Seele des Vereins, ist Claus Schwartzer überzeugt. Bei den Arbeitseinsätzen sorgt sie für das Frühstück. Quelle: Ulrike Gawande
Mühlenbeck

„Andere haben abends Sex, ich koche und backe dann.“ Schon an diesem Satz merkt man, dass Christa Schewski zur humorvollen Sorte Mensch gehört. Tatkräftig packt sie überall dort mit an, wo Hilfe gebraucht wird. Seit der rbb-96-Stunden-Aktion im November 2012 in der Mönchmühle gehört auch die 71-jährige Schildowerin zu den aktiven Vereinsmitgliedern.

Auch im Mühelncafé hilft Christa Schewski. Quelle: Ulrike Gawande

Jeden Dienstag, wenn der Verein von 9 bis 12 Uhr seinen wöchentlichen Arbeitsdienst verrichtet, ist auch Schewski vor Ort, um den – hauptsächlich – Männern ein deftiges Frühstück zu servieren. Mit dem Obolus, den die Vereinsmitglieder für Brötchen und Kaffee entrichten, wird dann das nächste Frühstück finanziert. „Ich habe damals etwas nach meiner Arbeit gesucht und dem Verein das Frühstücksangebot gemacht“, verrät Christa Schewski, die auch sonntags beim Mühlencafé hilft und von den Männern in den höchsten Tönen gelobt wird. „Sie ist die Beste!“, heißt es von den einen und „Sie ist eine tolle Köchin!“ von den anderen. Vor allem aber habe sie dafür gesorgt, dass die Vereinsmitglieder weiter als Gemeinschaft zusammenwachsen konnten.

Christa Schewski in der Mitte der ehrenamtlichen Handwerker. Quelle: Ulrike Gawande

„Es wird gemeinsam gearbeitet und gemeinsam gegessen“, erklärt Claus Schwartzer, Vorsitzender des Fördervereins Mönchmühle. „Die Arbeitseinsätze tragen zum Erhalt der Mühle und des Ensembles bei, denn wir können uns als Verein keine anderen Handwerker leisten. Das Wichtigste aber ist das Frühstück, denn Essen hält nicht nur Leib und Seele zusammen, sondern auch den Verein“, bringt Schwartzer seine Dankbarkeit auf den Punkt. Derzeit laufen die bauvorbereitenden Maßnahmen für den anstehenden Innenausbau der Mühle, für den es aus dem Leader-Programm Fördermittel in Höhe von 225 000 Euro gibt. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten in den ehemaligen Wirtschaftsräumen, im Kontor und in der Müllerwohnung beginnen.

Claus Schwartzer (l.) und Dieter Gebauer besprechen den Spritzschutz, der rund um die Remise entsteht. Quelle: Ulrike Gawande

Und damit die Arbeit etwas leichter von der Hand geht, schmiert Christa Schewski Brötchen mit Buletten, gutem Aufschnitt oder Lachs. „Manchmal koche ich auch Mittag wie auch beim Wandertag, zu dem es Gulaschsuppe oder Erbseneintopf gibt“, verrät die zweifache Mutter, die ihr erstes Kind mit 16,5 Jahren bekam. „Mit 35 war ich Oma und mit 60 Uroma“, lacht die lebendige, gebürtige Uckermärkerin, die es mit dem Vater ihrer Töchter 1966 nach Schildow verschlagen hat und mit dem sie 35 Jahre bis zu dessen Tod 1996 zusammen war. Davon 30 verheiratet. „Ich bin eine treue Seele!“

Förderverein Mönchmühle

Der Förderverein der Mönchmühle wurde 2004 gegründet und hat 96 Mitglieder. Seit 2010 ist Claus Schwartzer Vorsitzender des Vereins, der sich den Erhalt der historischen Mühle auf die Fahnen geschrieben hat. Seit 1234 existiert die Mönchmühle, eine Wassermühle, an dem Standort im heutigen Mühlenbeck. Sie liegt eingebettet in das Naturschutzgebiet „Tegeler Fließ“. In einer 96-Stunden-Aktion des rbb wurde der Mönchmühlensaal wieder hergestellt, der heute für regelmäßige Kurse, wie Linedance oder Gymnastik sowie für Abendveranstaltungen wie Konzerte oder Lesungen genutzt wird. Der Saal kann auch gemietet werden.

Noch bis zum 3. Oktober hat jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr zudem das Mühlencafé geöffnet. In der Mühle ist derzeit außerdem eine Kunstausstellung von Helga Dieckmann zu sehen. Am 1. September lädt der Förderverein anlässlich des bundesweiten Tags des offenen Denkmals zum Mühlenfest ein. Weitere Informationen finden Sie auf der neuen Homepage des Vereins: www.historische-moenchmuehle.de

Anfangs arbeitete sie als Verkäuferin, ab 1981 übernahm sie bis zur Wende mit ihrem Mann die Hausmeisterstelle bei der Polizei in Glienicke und bis zur Rente arbeitete Christa Schewski in der Küche einer Behindertenwerkstatt. Kochen sei ihre Leidenschaft, am liebsten klassisch deftig. „Nicht so ein neumodischer Schnickschnack, lieber Schnitzel und Eisbein“, gibt sie schmunzelnd zu. „Die Männer sind nicht so arbeitsfähig, wenn Christa nicht da ist“, weiß der Vereinschef.

Christa Schewski aus Schildow ist beim Förderverein der Mönchmühle die treue Seele Quelle: Ulrike Gawande

Wenn die 71-Jährige mal nicht in der Küche steht, wo sie auch für Geburtstagkinder im Verein Kuchen backt, dann kegelt sie bei der Volkssolidarität, spielt dort Karten oder strickt und näht. Gerade erst hat sie sich eine Schneiderpuppe bestellt.„Alles was ich trage ist selbst genäht.“ Sie ist eine tatkräftige und vor allem kreative Frau, die schon mal aus alten Kinderstühlen mit Beton Blumentopfständer zaubert oder Springbrunnen baut. „Aber an erster Stelle steht das Kochen.“

Von Ulrike Gawande

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