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Mühlenbecker Land Einmal durchs Farbspektrum
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Einmal durchs Farbspektrum
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19:41 06.01.2019
Janette Kozlowski (l.) lasierte die zukünftigen Schul- und Horträume mit zahlreichen Helfern. Quelle: Robert Roeske
Mühlenbeck

Vier Tage vor Weihnachten unterschrieb der Vorstand des Vereins „Schulfreude“ den Mietvertrag für die 516 Quadratmeter große zweite Etage des Firmengebäudes der Mühlenbecker Kasimir Bauunternehmung GmbH im Gewerbegebiet Hasensprung. „Das ist ein großer Schritt unserer Initiative auf dem Weg zur Eröffnung der Freien Waldorfschule in der Gemeinschaft Schönfließ i.Gr. im August“, freut sich Vereinsmitglied Janette Kozlowski.

Mühlenbeck (Oberhavel) Waldorf - Schule Malern der provisorischen Klassenräume auf dem Gelände der Firma Kasimir durch Eltern der zukünftigen Schüler  mit achtlagiger Wisch- und Streichtechnik. Quelle: Robert Roeske

Auch wenn es erst einmal nur eine Interimslösung ist, bis in voraussichtlich drei Jahren die geplante Schule, die in ökologischer Bauweise auf einem Grundstück am S-Bahnhof Schönfließ gebaut werden soll, bezogen werden kann. Drei Jahre dauert auch die „Bewährungsfrist“ für freie Schulen, bevor es Fördergelder vom Land zur Finanzierung der Schule gibt. Bis dahin finanziert sich der Schulbetrieb über Kredite, Vereinsmittel sowie Geld- und Sachspenden.

Die Lasur beruht auf einem Bienenwachs-Wasser-Gebinde. Quelle: Robert Roeske

Damit jedoch zum Schulstart im Sommer – die einzügige Gesamtschule soll mit einer ersten Klasse starten, für die es bereits 20 Anmeldungen gibt – auch die Übergangsräume kindgerecht daherkommen, fand am Wochenende ein gemeinsamer Arbeitseinsatz der Vereinsmitglieder statt. „Die Wände waren grau und wurden von uns am Donnerstag erst einmal geweißt, um später die Strahlkraft der Farben zu erhöhen“, erklärt Janette Kozlowski, die gerade ein Studium zur Waldorflehrerin absolviert.

Lange war man auf der Suche nach geeigneten Räumen. Antonia Bahr engagiert sich schon lange für die Waldorfschule. Quelle: Robert Roeske

Eigentlich ist die bald vierfache Mutter TV-Producerin, doch die anthroposophischen Ideen von Rudolf Steiner haben die Schönfließerin tief beeindruckt. „Seine Ansichten waren visionär, sind es noch heute.“ 1919 eröffnete Steiner gemeinsam mit dem Besitzer der damaligen Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik in Stuttgart, nach der auch die Schulen benannt wurden, für die Kinder der Arbeiter eine Schule, in der erstmals das Prinzip sozialer Gerechtigkeit in der Bildung umgesetzt wurde. Unabhängig von Herkunft und Begabung bekamen die Kinder eine gemeinsame Bildung, die nicht durch Auslese, sondern durch Förderung gekennzeichnet war. „Wir sind keine Eliteschule, sondern eine Schule für alle – geprägt vom Gemeinschaftsdenken“, betont auch Kozlowski.

Gemeinsames Arbeiten in der zukünftigen Waldorfschule. Quelle: Robert Roeske

Hundert Jahre nach der ersten Waldorfschule soll die Schule im Mühlenbecker Land an den Start gehen. Ein Gründungslehrer wurde bereits gefunden. Ein handlungspädagogisches Konzept nach neusten Erkenntnissen der Hirnforschung erstellt. Dazu gehören auch Tierhaltung und ein landwirtschaftlicher Aspekt. 5000 Quadratmeter Land auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurden daher mitgemietet. So werden die Kinder nur einen Teil des Tages in den neuen Räumlichkeiten verbringen.

Lasieren der Wände. Quelle: Robert Roeske

Trotzdem sollen sie sich dort wohl fühlen. „Das Lasieren der Klassenräume hat einen sehr wichtigen Anteil im ganzheitlichen Kontext der Waldorfpädagogik. Die Lasurtechnik hebt die Begrenzung des Raumes durch ihre durchlässige Optik auf und soll den Kindern ermöglichen, sich über den Raum hinaus zu begreifen, zu denken und zu fühlen“, erklärt die Fachfrau. Dabei wird jeder Klassenstufe eine bestimmte Farbe, die auf einem Bienenwachs-Wasser-Gebinde beruht, zugeordnet. Angelehnt an die Farbenlehre von Steiner. Die erste Klasse startet mit rot, die Oberstufe endet mit violett. Kozlowski: „Die Kinder gehen im Verlauf ihrer Schulzeit durch das gesamte Farbspektrum.“

Von Ulrike Gawande

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