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Mühlenbecker Land Ein Quittenbrand zur Kräftigung
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14:48 04.12.2018
Karl Schulze feierte am Dienstag in Zühlsdorf seinen 102. Geburtstag. Quelle: Enrico Kugler
Zühlsdorf

 Jetzt ist es amtlich: Karl Schultze aus Zühlsdorf ist der älteste Einwohner der Gemeinde Mühlenbecker Land. Der Senior feierte am Dienstag im Kreise seiner Familie seinen 102. Geburtstag. Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus beglückwünschte den Jubilar und bestätigte den Rekord, den er seit diesem Jahr inne hat.

Gleichzeitig sei er das älteste Mitglied der Volkssolidarität, stellte die Zühlsdorfer Ortsvorsitzende Rosemarie Allenberg fest. Die 74-Jährige war ebenfalls zum Gratulieren erschienen. Während sie einen Restaurantgutschein für die „Waldschänke“ am Rahmer See verschenkte, brachte der Bürgermeister neben Blumen eine Flasche vom Quittenbrand aus Schildow mit. „Zur Kräftigung“, so sein Kommentar. Zu den Gratulanten zählte ebenso Ortsvorsteherin Ursel Liekweg.

Er fühle sich sehr wohl, sagte Karl Schultze. Für den Nachmittag erwarte er Geburtstagsgäste zum Kaffeetrinken. Neben fünf Kindern hat der Jubilar vier Enkel und mindestens fünf Urenkel.

Karl Schulze stößt mit seinem Sohn Michael (r.) sowie Bürgermeister Smaldino-Stattaus und Uschi Liekweg auf seinen 102. Geburtstag an. Quelle: Enrico Kugler

Ein Rezept zum Altwerden hat Karl Schultze aber nicht parat. Phasenweise habe er ein entbehrungsreiches Leben geführt, sagt Schultze mit Blick auf die Kriegsjahre und die Nahrungsmittelknappheit. Fit gehalten habe er sich beim Bau des Zühlsdorfer Hauses. „Es gab auch Zeiten, wo ich zu tun hatte mit meiner Gesundheit“, fügt er hinzu. Sohn Michael Schultze hat auch keine zwingende Antwort parat. Sein Vater habe indes immer sehr auf seine Gesundheit geachtet, berichtet er. Er habe sich zwar so mancher Operation unterziehen müssen, sei aber immer wieder schnell auf die Beine gekommen – mit Optimismus und Selbstbewusstsein.

Der 57-jährige Sohn wohnt in Berlin, lebt aber seit einigen Jahren mit im Zühlsdorfer Elternhaus. Dort betreut er den Vater und dessen Katze Pauline. Die war vor vielen Jahren aus einem Tierheim geholt worden. Mutter Ingeburg starb bereits 2013 mit 87 Jahren. Während seines Schichtdienstes als Techniker in einem Zentrum mit Flugsimulator bei Schönefeld wird der Papa in einer Wohngruppe in Wandlitz betreut. Dort male sein Vater – oder spiele auch mal Mundharmonika.

Ortsvorsteherin Uschi Liekweg im Gespräch mit dem Jubilar. Quelle: Enrico Kugler

Karl Schultze liebt den Sport. Zeitlebens war er als Reporter und Mitarbeiter für das „Sportecho“ tätig. Am liebsten befasste er sich mit Motorsport. Der Jubilar war selbst begeisterter Motorrad- und Autofahrer. Seinen letzten Wagen kaufte er sich im Alter von 95 Jahren. Fahren tut er den seit seinem 100. Geburtstag allerdings nicht mehr. Eine große Sache war für Karl Schultze immer das Zühlsdorfer Grundstück. Eigenhändig baute er das Wochen-end- zum Wohndomizil aus. Mit An- und Ausbauten entwickelte sich das Projekt zum Lebenswerk. Das Reisen war ein wichtiger Teil des Lebens von Karl Schultze. Mit seiner Frau erkundete er Deutschland und Europa.1997 ging die Reise auch nach Espinouse, wo der Senior als französischer Kriegsgefangener bei einem Bauern gearbeitet hatte. Die Arbeit war schwer und setzte ihm zu, aber „ich hatte ein gutes Leben da“, erinnert sich Schultze. Seine Frau Ingeburg hatte Karl Schultze 1942 kennengelernt, sieben Jahre später wurde geheiratet. Sie kamen auf 64 Ehejahre und haben zwei Söhne, Mario und Michael. Drei weitere Kinder stammen aus erster Ehe.

Michael Schultze fährt mit seinem Vater öfter in sein früheres Wohnviertel nach Berlin-Weißensee. Gemeinsam mit ihm möchte er auch den Restaurantgutschein am Rahmer See einlösen.

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Von Helge Treichel

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