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Mühlenbecker Land Eltern fordern mehr Kita-Personal
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Eltern fordern mehr Kita-Personal
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00:23 03.02.2019
Kinder beim Mittagessen in einer Einrichtung außerhalb der Gemeinde Mühlenbecker Land. Quelle: dpa
Mühlenbecker Land

Die Gemeindeverwaltung soll beauftragt werden, ein bis zwei weitere Erzieherstellen in der Gemeinde zu schaffen, die über den bestehenden Personalschlüssel hinausgehen. Die dafür erforderlichen finanziellen Mittel sollen möglichst durch Umschichtungen aus dem aktuellen Gemeindehaushalt bereitgestellt werden.

Das besagt ein Vorschlag der SPD-Fraktion, der in der Gemeindevertretung als überfraktioneller Antrag zur Beschlussfassung gestellt werden soll. In der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses am Mittwochabend war dieser Vorschlag vom Vorsitzenden Otto Saro formuliert worden. Die Vertreter aller übrigen drei Fraktionen hatten daraufhin Zustimmung signalisiert.

Kommunalpolitiker reagieren auf Appell

Die Kommunalpolitiker reagieren damit auf den eindringlichen Appell von zahlreich erschienenen Eltern während der Ausschusssitzung. Viele Mütter und Väter haben in deren Verlauf sehr sachlich dargestellt, wie brisant die Betreuungssituation aktuell bereits ist und wie sehr am Limit die Erzieher sind. Es wurden mehr Wertschätzung sowie ein Gesundheitsmanagement für die Erzieher gefordert.

Gemeinsam mit dem Kita-Elternbeirat Mühlenbecker Land forderte die Elternschaft zudem mehr Erzieher sowie eine Freistellung der Kitaleitung. Die Elternvertreter sehen sich auf einer Linie mit den Kommunalpolitikern, wenn sie überdies ein Umdenken auf Kreis- und Landesebene fordern. „Der Finanzierungsschlüssel beziehungsweise Betreuungsschlüssel stellt nur eine Sicherstellung der Betreuung dar, jedoch findet kaum eine frühkindliche Bildung statt“, sagt Elternvertreterin Loreen Tirado. Das Land müsse zum Beispiel Heilpädagogen den Quereinstieg erleichtern. So könnten nicht nur die offenen Stellen besetzt werden, diese Mitarbeiter könnten auch bestens integrativ am Kind arbeiten, so die zweifache Mutter.

Den Frust von der Seele geredet

Die Stimmung im Schildower Bürgersaal war hochemotional, die Schilderungen und Argumente wurden jedoch sehr sachlich vorgetragen. Während sich die Eltern ihre aufgestaute Frustration von der Seele reden konnten, sicherten die Ausschussmitglieder ihre Unterstützung zu.

Zu den Gästen zählten ebenfalls etliche Kita-Mitarbeiterinnen und deren Leitungen. Sie konnten das Signal mit nach Hause nehmen, wie leidenschaftlich sich die Eltern für auch ihre Interessen einsetzen – und mit welchem zahlenmäßigen Nachdruck sie das tun. „Mit den Kita-Vertretern gemeinsam werden wir nun einen konstruktiven Notfallplan erarbeiten und der Verwaltung zeitnah vorstellen“, kündigte Loreen Tirado an.

Offener Brief bereits Ende September

Viele Probleme hatten die Elternvertreterin sowie Christian Huhn und Dennis Hentschel bereits Ende September in einem Offenen Brief angesprochen. Darin bemängeln sie „den Mangel an Personal und die Überlastung der Erzieher“, was aus ihrer Sicht zum hohen Krankenstand beitrage. Der neue brandenburgische Betreuungsschlüssel von 6:1 bei den unter Dreijährigen und 11:1 bei den Älteren sei zum Beispiel in der Kita „Raupe Nimmersatt“ noch nicht angekommen. Erzieher seien den Tränen nah, wenn sie auf die Situation angesprochen würden. Eltern waren in Ausnahmesituationen bereits gebeten worden, ihre Kinder zu Hause zu lassen, da nur eine Notbetreuung gewährleistet war. Eindringlich wird die Verwaltung zum Handeln aufgefordert.

Dass die Verwaltung bereits reagiert habe, betont Ausschussvorsitzender Otto Saro: Die Gemeinde finanziere nicht nur bereits seit Jahren eine zusätzliche Springer-Stelle, die Stundenzahl der Leitungskräfte für Anleitung und Organisation sei zusätzlich je nach Größe ihrer jeweiligen Kita aufgestockt worden. Das entspreche in der Summe 40 Stunden und somit einer zweiten zusätzlichen Stelle, erläutert Kämmerin Kerstin Bonk. Auf den jüngsten Personalengpass sei reagiert worden, indem kurzfristig eine Ex-Kollegin aus dem Ruhestand zurückgeholt worden sei.

Ausschreibung nicht vor Juni 2019

Nach den Worten von Kerstin Bonk entspricht jede zusätzliche Kita-Stelle pro Jahr einem Gegenwert von rund 40 000 Euro. Stimmt die Gemeindevertretung dem Antrag zu, müsste jedoch auch der Stellenplan geändert werden, was definitiv einen Nachtragshaushalt erfordere. Deshalb rechne sie mit einer Ausschreibung nicht vor Juni dieses Jahres, so die stellvertretende Bürgermeisterin. Es werde zudem darüber nachgedacht den Schlüssel von gegenwärtig sieben Azubis in den acht Einrichtungen der Gemeinde zu erhöhen.

Von Helge Treichel

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