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Mühlenbecker Land Plötzlich Katzen-Eltern
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Plötzlich Katzen-Eltern
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00:18 11.07.2018
Ein Fläschchen Ginger. Ihre Mutter Pina wurde im Juni überfahren – jetzt sind Christina Pascale und ihre Familie Katzen-Eltern. Quelle: Privat
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Schönfließ

Schock für die Familie Pascale: Die Besitzer vom Restaurant „Casa Pascale“ mussten unter Tränen ihre Katze beerdigen. Sie hat sogar einen Grabstein unter dem Nussbaum im Garten. Die rot gestreifte Stubentigerin namens Pina wurde auf der Bergfelder Chaussee überfahren. Tragisch ist, dass die Katze gerade Babys hat. Jetzt sind die Pascales plötzlich Katzen-Eltern, machten darum sogar vier Tage ihr Restaurant zu.

Das Grab von Katzen-Mama Pina. Quelle: Privat

Pinas Unfall passierte in der Nacht vom 21. auf den 22. Juni. „Wie immer habe ich Pina am Abend gerufen, um ihr Futter zu geben“, sagt Christian Pascale (51) traurig. Doch Pina kam nicht wie sonst mit hocherhobenen Schwanz und strich ihrem Herrchen voller Erwartung um die Beine. Also machte sich Christian Pascale auf die Suche, lief rufend alle umliegenden Straßen ab. Auch die Katzenbabys riefen vor Hunger immer lauter nach ihrer Mama – vergebens.

„Ich fand Pina tot am Straßenrand – sie war noch warm.“

Die Familie hängt sehr an Pina, deren Name von der rumänischen Straße Transalpina abgeleitet ist. „Dort oben in den Bergen haben wir Pina als nur wenige Wochen altes Katzen-Baby vor einem Jahr am Straßenrand aufgelesen“, sagt Christian Pascale. „Sie war halb erfroren und fast verhungert.“

Kurz entschlossen, sacken die Pascales das Kätzchen ein, geben ihm als „Erste-Hilfe-Maßnahme“ etwas Yogurt. Da sich die Familie vom Urlaub auf der Heimreise befindet, kaufen sie an Tankstellen Futter für Pina. „Sie war so brav auf den vielen Hunderten Kilometer Autofahrt bis nach Hause“, sagt Christian Pascale. Inzwischen gehört Pina fest zur Familie. „Wie damals während der Autotour hat sie sich immer auf meine linke Schulter gekuschelt“, sagt Christian Pascale.

Die vier Katzen-Kinder bekommen alle zwei Stunden die Flasche

Bis zu der unglücklichen Nacht. „Irgendwann bin ich erneut losgelaufen und hab’ Pina gesucht“, erzählt der Restaurant-Betreiber. Diesmal ging er noch weiter, als er je vermutet hätte, das Pina laufen würde. Dann sah er plötzlich das rotblonde Bündel am Straßenrand. „Sie war noch warm und hatte nur am Kopf eine kleine Wunde“, sagt Christian Pascale. „Wäre ich beim ersten Mal Suchen bloß die Straße noch etwas weiter gegangen, hätte ich sie vielleicht gleich gefunden. Vielleicht hätte sie noch gerettet werden können.“

Christina Pascale mit ihren kleinen Schützlingen. Quelle: Privat

Ein Vorwurf, den Tierärztin Dr. Dagmar Bredenbröker (42) aus Schildow nicht teilt. „Tiere, die mit einem Auto kollidieren, sind in der Regel aufgrund des enormen Aufpralls sofort tot und mussten nicht leiden“, sagt die Expertin, die als „Rollender Tierarzt“ unterwegs ist.

Ohne Wecker-Stellen geht jetzt nichts mehr

Familie Pascale vermutet, dass Pina von einer anderen Katze gejagt wurde und sie darum so weit weg lief – oft gab es Stress mit der vierbeinigen Frau Nachbarin: „Pina war immer in der Nähe vom Hof. Das war ihr erster Ausflug, nachdem sie die Babys bekommen hat“, meint Christian Pascale.

Für seine Familie jedenfalls hat jetzt ein Volltime-Job begonnen: Christian Pascales Frau Christina (51), sein Sohn Theodor-André (21) und Tochter Letitzia (14), wechseln sich ab. Alle zwei Stunden (anfangs jede Stunde) klingelt der Wecker. Dann heißt es, in vier Katzenmäulchen das warm gemachte Fläschchen zu stecken und die kleinen Bäuche zu massieren, damit Kot und Urin abgesetzt werden kann. Namen haben die Mini-Miezen auch schon: Sunny (weil er als erster das Sonnenlicht gesehen hat), Gypsy (weil sie so hell wie Ingwer ist), Doni-Ginger (weil sie so aufmüpfig wie Donald Trump ist) und Obama (weil er so schwarz und schlank ist). Und eines ist klar: Obama bleibt in der Familie. Die anderen Babys werden nur an Leute vermittelt, die nicht in Straßennähe wohnen.

Von Jeannette Hix

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