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Mühlenbecker Land Friedensmission in Schildow
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Friedensmission in Schildow
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17:52 28.02.2019
Homa Faghiri und Ludwig Drengk vom Theater Eukitea. Quelle: Enrico Kugler
Schildow

 Zwei Außerirdische mit einer kniffligen Mission machten am Donnerstag in der Europaschule Am Fließ in Schildow Station. Sie hatten wieder einmal die Erde besucht, um sich ein Bild vom Fortschritt zu machen. Ihnen ging es dabei aber nicht um Technik-Klimbim und wissenschaftliche Entdeckungen, sondern um etwas viel wichtigeres: Frieden. Und sie entdecken mit Hilfe ihres „Friedometers“, dass der Frieden auf der Erde trotz aller Widerstände und Widrigkeiten wächst. Das verdanken sie der Begegnung mit einem kleinen Mädchen – Viola.

Diese Geschichte erzählten die beiden Schauspieler Homa Faghiri und Ludwig Drengk vom Theater Eukitea in Form des Stücks „Five Little Pieces for Peace. Vom Abenteuer des Friedens“. 125 Kinder aus der fünften und sechsten Klassenstufe verfolgten die Aufführung in der Sporthalle. Sie fieberten sichtlich mit.

Ein knifflige Mission für die Außerirdischen. Quelle: Enrico Kugler

Viola hat einen einfachen Kreidekreis um sich gezogen und so ihre eigene Welt abgegrenzt. Und an diesem kleinen Rückzugsort schuf sie ihren Frieden, im Reinen mit sich selbst. Davon erzählte sie auch ihrem Freund Phillip, der lernen wollte, sich abzugrenzen und Stopp zu sagen.

Nach und nach lernten die Grundschüler aus Schildow insgesamt fünf Friedenskreise kennen, den zweiten mit einem oder mehreren Freunden, den dritten im Verband der ganzen Klasse, den vierten in Form der Umwelt und der Natur und den fünften Friedenskreis, der die ganze Welt umfasst.

Und die jungen Zuschauer konnten leicht erkennen, wie wichtig es ist, bei sich und seiner direkten Umwelt anzufangen mit dem Frieden. „Wenn ganz viele Friedenskreise entstehen, dann ist das sicher total gut für die ganze Welt“, sagt Phillip. „Stimmt“, sagt Viola: „Wenn ganz viele Menschen mitmachen und die Welt, in der sie leben, verwandeln, dann verwandelt sich auch die Welt.“

Projektleiterin Ruth Weyand (r.) verfolgte die Schildower Vorstellung. Quelle: Helge Treichel

Tatsächlich scheint dieser Funke übergesprungen zu sein. Einzelne Kinder berichteten nach der Aufführung, was das Theaterstück mit ihnen gemacht hatte: Eines sprach von „Herzenswärme“ ein anderes von einem guten inneren Gefühl. Und ein syrisches Mädchen (11) aus dem Kriegsgebiet erzählte von ihrem Glück: Unbeschwert spazieren zu gehen – friedlich.

Die Europaschule am Fließ hatte die Aufführung als eine von sechs Schulen in der Region gewonnen – ausgeschrieben und gefördert von der DKB-Stiftung für gesellschaftliches Engagement. Ausgangspunkt war bereits im vergangenen Jahr Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges genau 100 Jahre zuvor. „Mit den Aufführungen und weiteren öffentlichen Veranstaltungen wollen wir das friedliche Zusammenleben fördern und den Meinungsaustausch über die Grundlagen der Demokratie anregen“, sagt Projektleiterin Ruth Weyand vom Theater Eukitea. Die Schulen seien zusätzlich mit einem umfangreichen Arbeitsmaterial ausgestattet worden, um das Gesehene aufzuarbeiten. Dazu gehöre ein Gesprächsleitfaden ebenso wie Spiele und Fragestellungen – alles mit einer theaterpädagogischen Basis.

Theaterspiel schafft Lernkompetenz. Quelle: Helge Treichel

Schulleiterin Ines Meier verwies auf den sozialen Aspekt des Stückes und auf die an der Europaschule tätigen Streitschlichter. Nicht zuletzt werde dadurch das Bildungsziel der Sozialkompetenz verfolgt. Wichtig sei, dass nicht alle Lernimpulse von den eigenen Lehrern gesetzt würden, sondern auch einmal von externen Leuten auf außergewöhnliche Weise. Deshalb sei sie auch froh, zu den Gewinnern zu gehören: Es fielen keine Fahrtkosten an und die Kinder könnten die Inhalte in der normalen Atmosphäre genießen.

Trotz des schwierigen Themas habe man nicht nur etwas zur Erwachsenenbildung beitragen wollen, sagt Thomas Steller, Leiter für Museum und Bildung bei der DKB-Stiftung. Dafür arbeite die Stiftung bereits seit längerem mit dem Theater Eukitea zusammen. Inspiriert sei das Engagement von einem Gedenkstein auf dem Gelände von Schloss & Gut Liebenberg. Mit diesem Stein hätten die Menschen 1919 ihren Groll über den Friedensvertrag von Versailles zum Ausdruck gebracht. Er stand im Mittelpunkt des „Themenherbstes“ in Liebenberg. „Am Frieden krank“, ist auf dem Stein zu lesen.

Thomas Steller von der DKB-Stiftung für gesellschaftliches Engagement. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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