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Mühlenbecker Land Hier gibt’s Büromöbel mit Berufserfahrung
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Hier gibt’s Büromöbel mit Berufserfahrung
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17:43 29.11.2018
Nikolai Kuljasow ist einer der beiden Geschäftsführer von office-4-sale. Das Mühlenbecker Außengelände soll noch gestaltet werden. Quelle: Helge Treichel
Mühlenbeck

Mit den ehemaligen Asimex-Hallen sei am Bahnhof Mühlenbeck ein langjähriger Schandfleck verschwunden, eine neue Firma sei nun im Ort ansässig, es seien Arbeitsplätze geschaffen worden und einer der beiden Geschäftsführer komme aus Schildow: „Das ist ein toller Betrieb mit lokalem Colorit“, sagt Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus (SPD) über den Büromöbelhändler office-4-sale nach einem kürzlichen Besuch im Kontext der Wirtschaftsförderung. „Das gesamte Gebiet bekommt eine Aufwertung“, sagt der Bürgermeister mit Blick auch auf Berufsförderungswerk und das Logistikzentrum des Schuhpflegemittelherstellers Collinil, der überdies noch Wohnungsbau auf seiner Flächen plane. Zusammen mit dem Ausbau der Kastanienallee sei das eine Erfolgsgeschichte aus dem Mühlenbecker Land.

Tatsächlich sind nach dreijähriger Bauzeit die gut 20 Mitarbeiter von office-4-sale Ende Oktober in ihr neues Domizil eingezogen – Verkauf, Verwaltung und Lagerarbeiter. Drei neue Mitarbeiter aus Mühlenbeck seien zusätzlich eingestellt worden. „Wir sind jetzt vollständig“, resümiert Geschäftsführer Nikolai Kuljasow. Inklusive Grundstückskauf seien rund 3,6 Millionen Euro in das Objekt mit rund 7000 Quadratmetern Hallen- und Bürofläche investiert worden. Entgegen ursprünglicher Absichten musste der Bürotrakt komplett neu gebaut werden. Nach zuvor mitleidigen Blicken gebe es nun Staunen und Anerkennung, sagt Kuljasow.

Im Sommer 2017 sah das Objekt in Mühlenbeck noch so aus. Quelle: Helge Treichel

Der 45-Jährige (verheiratet, zwei Kinder) ist vor 13 Jahren aus Berlin nach Schildow gezogen. So hat er auch die riesigen und seit Jahren leer stehenden Hallen entdeckt. Der Speditionskaufmann entwickelte die Idee, daraus den größten von insgesamt sechs Standorten in Deutschland zu machen. „Wir hoffen, mit der neuen Nutzung einen Teil zur Verschönerung des Mühlenbecker Landes beigetragen zu haben“, so der Geschäftsführer.

Kunden haben nun die Möglichkeit, im großen Mühlenbecker Showroom Teile des Angebots anzufassen und auszuprobieren. „Wir sind aber zu 90 Prozent ein Online-Händler“, macht Kuljasow deutlich. Nur ein Zehntel komme tatsächlich in die Niederlassung.

Blick in den Showroom. Quelle: Helge Treichel

Hier gibt es Möbel mit Berufserfahrung: Man verstehe sich als Deutschlands größter Händler für gebrauchte Büromöbel und -stühle – es seien jedoch auch neue Möbel im Angebot. Pro Jahr würden etwa 50 000 Möbelteile verkauft, sagt der Geschäftsführer. Etwa 500 Büroarbeitsplätze seien sofort verfügbar. Natürlich könne jeder nach Mühlenbeck kommen, um fürs Home-Office einen Drehstuhl auszuprobieren und zu kaufen. In ganz Deutschland gebe es einen Kundenstamm von mehr als 10 000 Kunden. Die Zielgruppe seien vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. Zum Service gehöre es, ausrangierte Stücke zu entsorgen. Die Wertstoffe würden getrennt und dem Rohstoffkreislauf wieder zugeführt. „Wenn Möbel noch verwendbar sind, zahlen wir auch etwas dafür“, betont Kuljasow.

Dahinter stecke ein besonderes Konzept der Nachhaltigkeit, erläutert Louis Reinsch vom Marketing. „Jeder spricht darüber, die Ressourcen zu schonen – wir leben das“, sagt er. Denn durch Wiederaufbereitung und Funktionskontrollen würden aus jungen Gebrauchtmöbeln hochwertige Sekundärmöbel generiert, die dem Gebrauchsnutzen eines neuen Möbels entsprechen. „Markenmöbel halten bei entsprechender Pflege noch mehrere Jahre“, sagt Reinsch. Die Nutzungsdauer von Büromöbeln sei auf im Schnitt zwölf Jahre ausgelegt.

Nikolai Kuljasow an seinem neuen Arbeitsplatz. Quelle: Helge Treichel

Der Vorteil für die Umwelt und das Klima lässt sich sogar beziffern: Ein Mitarbeiter habe konkret errechnet, was ein gebrauchtes Möbelstück gegenüber einem neuen an CO2 -Ausstoß einspart. Jedes Produkt sei dafür mit einem LCA-Label ausgestattet (LCA steht für Life Cycle Assessment – Lebenszyklus-Bewertung). Anhand dessen lasse sich die positive Umweltbilanz individuell für jedes Möbelstück ablesen, so Reinsch. Der ist überzeugt: „Mit unserer Arbeit unterstützen wir aktiv die Standardisierung der europäischen Ökobilanz und etablieren ein Umwelt-Gütesiegel bei unseren Kunden und Partnern.“ Klares Ziel sei es, im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit den Rohstoffen auch Konzerne und Unternehmen sowie staatliche Einrichtungen mit den Angeboten und dem Geschäftsmodell zu überzeugen. Zugleich würden ökologisch und ökonomisch sinnvolle Einsparungen in den jeweiligen Behörden und Unternehmen ermöglicht.

Im Sinne dieses Gedankens nutzte auch Bürgermeister Smaldino-Stattaus gleich die Gelegenheit, ein Möbelstück bei office-4-sale zu kaufen.

Von Helge Treichel

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