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Mühlenbecker Land Es wird um jeden Straßenbaum gerungen
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Es wird um jeden Straßenbaum gerungen
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00:22 03.09.2018
Begehung an der L 21: Katja Glante erläutert anhand der Pläne die Hintergründe für die geplanten Fällungen. Quelle: Helge Treichel
Mühlenbeck

Können vielleicht doch noch ein paar der 56 Bäume gerettet werden, die im Zuge des geplanten Ausbaus der Mühlenbecker Ortsdurchfahrt (L 21) gefällt werden sollen? Mit dieser hoffnungsvollen Frage trafen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Baumschutz Kommunal“ am Donnerstag mit Vertretern des Landesbetriebes Straßenwesen (LS) als Vorhabenträger. Katja Glante als Sachgebietsleiterin für Umweltschutz und Landschaftspflege im Landesbetrieb schlug vor, die rund 1,2 Kilometer lange Strecke abzugehen und an neuralgischen Punkten das Vorgehen zu erläutern.

Ist diese Ulme nahe der Aral-Tankstelle noch zu retten? Die Straßenbauer verneinen das. Quelle: Helge Treichel

Allerdings hatte sie zuvor das Vorhaben grundsätzlich erläutert. Danach soll die Fahrbahn 6,5 Meter breit werden, da bis 2025 täglich 20 000 Fahrzeuge erwartet werden, gegenwärtig sind es 15  000. Die Breite unterstütze einen zügigen Verkehrsfluss. Hinzu kommen beidseitig je 25 Zentimeter für die Entwässerungsrinne und weitere rund 50 Zentimeter für die Bordsteine und deren Verankerung. Zwischen Fahrbahn und Gehweg soll ein 2,5 Meter breiter Grünstreifen angelegt werden. Eine solche „Zukunftsfähigkeit“ gelinge nicht immer, betonte Katja Glante. Sie habe darum gekämpft, so dass von den 205 zum Ausgleich zu pflanzenden Bäumen 80 in der Ortsdurchfahrt platziert werden. Weitere 35 Jungbäume werden am nördlichen Ende der Baustelle gepflanzt, die übrigen Bäume im Landkreis Barnim.

BI-Sprecher Horst Meyer in der hochemotionalen Diskussion um einzelne Bäume nahe der Kirche. Hier gibt es noch Hoffnung, wenn auch eine geringe. Quelle: Helge Treichel

Die vorhandenen Bäume könnten deshalb nicht stehen bleiben, weil im Zuge der Bauarbeiten, die bis in einen Meter Tiefe reichen, die Hauptwurzeln gekappt werden müssten. Damit sei der Baum nicht mehr standsicher und biete zudem eine Angriffsfläche für schädliche Pilze, erläuterte Katja Glante. An dieser Stelle war Alwin Schuster als BI-Sprecher schon versucht, die Begehung als sinnlos abzubrechen. Dennoch rangen er und Mitstreiter Horst Meyer am Ende verbissen um Lösungen für verschiedene Einzelbäume. Gerade an der Kirche könne eine Kastanie stehen bleiben. Außerdem sei die Fällung für die vier Linden vor der Kirche „optional“, so Katja Glante. Vermessungen müssten noch ergeben, ob die Bäume und vor allem deren starke Wurzeln tatsächlich im Weg sind. Bei den Neupflanzungen sei übrigens zu erwarten, dass die Bäume ihr Wurzelwerk den Gegebenheiten wie dem Unterbau von Fahrbahnen anpassen.

Bisherige Baumpflanzungen

Die anderen Landes- und Bundesstraßen rings um Mühlenbeck waren bereits in den Vorjahren bepflanzt worden.

Für den Radweg Mühlenbeck – Summt an der L 21 im Jahr 2005 waren es 61 Bäume.

Für die Ortsdurchfahrt Schildow (B 96a) im Jahr 2006 waren es 79 Bäume sowie im selben Jahr für die Ortsdurchfahrt der L 21 weitere 202 Bäume.

Im Zuge des Radwegbaus Mühlenbeck – Buchhorst an der L 30 sind 2007 29 Bäume gepflanzt worden.

Der Radwegbau SchildowMühlenbeck an der L 21 im Jahr 2008 brachte weitere 18 Bäume.

Für den Radweg SchildowSchönfließ an der B 96a sind im Jahr 2010 179 Bäume gepflanzt worden.

Diese Zahlen stellte der Landesbetrieb Straßenwesen zur Verfügung.

Weniger gut sind die Aussichten für eine stattliche Fichte an der Kirche, die beiden Linden am Mühlentreff und eine große Eiche in Höhe des Getränkemarktes. Während die Eiche laut Landschaftsarchitekt Thomas Trautmann Stammfäule aufweist, wollen sich die Baumschützer für eine Alternativlösung an der Kirche einsetzen, beispielsweise einen verschwenkten Weg. Vorschläge wollen sie in die Gemeindevertretung einbringen.

Die starken Wurzeln der Fichte (r.) machen dem Landschaftsplaner Sorgen. Werden sie gekappt, wäre die Standsicherheit und die Gesundheit des Baumes gefährdet. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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