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Mühlenbecker Land Ein kleine Dose für den Notfall
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Ein kleine Dose für den Notfall
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18:12 01.08.2018
Inka Gossmann-Reetz (l.) stellte am Dienstag die Notfalldosen auf der Rettungsstelle in Schönfließ vor. Quelle: Ulrike Gawande
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Schönfließ

Eine kleine Dose soll zukünftig die Arbeit der Rettungssanitäter erleichtern und bei Einsätzen für Zeitersparnis sorgen: Die Notfalldose, die am Dienstag von der SPD-Landtagsabgeordneten Inka Gossmann-Reetz auf der Rettungswache in Schönfließ vorgestellt wurde.

Eine simple Idee

„Es ist eine tolle, simple Idee, die mich begeistert hat“, berichtet die Politikerin, die von den Dosen 500 gekauft hat, die sie nun in Seniorenclubs in der Region verteilen will. Doch was verbirgt sich hinter der Notfalldose? Es ist eine kleine Plastikdose, in der ein Notfallinfoblatt verstaut wird, auf dem jeder Bewohner der Wohnung seine Notfalldaten eintragen kann. Dazu gehören neben dem Namen, der Blutgruppe und Ansprechpartnern vor allem auch ein Überblick über Vorerkrankungen, Allergien sowie der gültige Medikamentenplan. Außerdem können auch der zuständige Arzt und zu versorgende Personen oder Haustiere aufgeführt werden.

Die Notfalldose

Viele Menschen haben zu Hause einen Notfall- und Impfpass, Medikamentenplan, eine Patientenverfügung, nur für Retter ist es oft unmöglich herauszufinden, wo diese Notfalldaten in der Wohnung aufbewahrt werden.

Hier schafft die Notfalldose Abhilfe, in der die entsprechenden Informationen verstaut sind. Die Dose wird in die Kühlschrankinnentür gestellt und zwei Aufkleber (an der Innenseite der Haustür und am Kühlschrank) weisen auf die Notfalldose hin.

Die Notfalldosen kosten sieben Euro und sind im Internet und in Apotheken erhältlich.

Inka Gossmann-Reetz verschenkt 500 Dosen an Senioren, die in ihrem Wahlkreisbüro in Birkenwerder (Hauptstraße 36) zu den Büroöffnungszeiten abgeholt werden können. Infos: www.inka-gossmann-reetz.de

Ausgestattet mit diesen im Notfall dringend benötigten Informationen, wird die Notfalldose in der Innentür des Kühlschrankes verstaut. Ein Aufkleber auf der Wohnungsinnentür und außen am Kühlschrank weisen die Retter bei einem Einsatz auf die Notfalldose hin, in der sie alle notwendigen Hinweise zum Patienten finden. Denn ist dieser bewusstlos, kostet es die Rettungskräfte oft wertvolle Zeit, notwendige Auskünfte in der Wohnung zusammenzusuchen. Auch Angehörige sind oft mit Notsituationen überfordert und können die entsprechenden Auskünfte zu Vorerkrankungen, Allergien oder benötigten Medikamenten nicht geben.

Ein Griff und alle Infos sind vorhanden

„Ein Griff, mitnehmen und alle Infos für den Patienten sind vorhanden“, bringt Gossmann-Reetz das Prinzip der Notfalldose auf den Punkt. Aber warum kommt sie in den Kühlschrank? „Weil den jeder hat“, so ihre einfache Erklärung. Der Politikerin, die seit 1. August innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Brandenburger Landtag ist, liegt das Thema Sicherheit nicht nur dienstlich in Bezug auf Polizei oder Geheimdienst am Herzen, sondern als ausgebildete Pflegedienstleiterin hat sie auch im Alltag die Sicherheit ihrer Mitmenschen stets im Blick.

Inka Gossmann-Reetz (mit Plakat) übergibt Notfalldosen auf der Rettungsstelle in Schönfließ Quelle: Ulrike Gawande

„Toll!“, findet Rettungsassistent Frank Zettwitz die Idee der Notfalldose. „Vor ein paar Tagen hätte ich sie bei einem Einsatz brauchen können.“ Es passiere oft, dass Patienten nötige Unterlagen nicht griffbereit haben. Viele Menschen leben zudem allein oder werden von einem Nachbarn gefunden, der sich ebenfalls nicht auskennt. „Aber auch Angehörige suchen in Notfallsituationen verzweifelt nach einem Medikamentenplan“, weiß er. Die Notfalldose sei da eine wichtige Zeitersparnis. Denn ansonsten müssen die Retter selbst auf Dokumentensuche gehen. Wertvolle Zeit, die verloren geht. „Und einen Kühlschrank hat wirklich jeder“, bestätigt Zettwitz. Er hofft, dass das Projekt gut angenommen wird. „Ich werde zukünftig auch selbst Patienten auf die Dose ansprechen.“

So eine kleine Notfalldose kommt in die Kühlschrankinnentür. Aufkleber weisen die Rettungskräfte darauf hin. Quelle: Ulrike Gawande

Auch Rettungssanitäter Alfred Müller ist von der Idee begeistert. „Sie ist hilfreich für die Arbeit. Man hat alles beisammen. Ich habe vorher noch nie etwas davon gehört.“ Besonders in großen, anonymen Wohnhäusern mit vielen Mietparteien sei so etwas eine gute Lösung. Juliane Lieger, die Einsatzleiterin des Rettungsdienstes in Oberhavel, zu dem elf Rettungswachen gehören, sicherte zu, die Mitarbeiter – in Schönfließ sind es 25 auf drei Wagen – über die Notfalldose zu informieren und sie weiter bekannt zu machen. „Ich würde mich freuen, wenn die Notfalldose Schule macht“, so Gossmann-Reetz, die bei Bedarf auch weitere Notfalldosen nachordern will, die bei ihr im Wahlkreisbüro abgeholt werden können.

Von Ulrike Gawande

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