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Mühlenbecker Land Kita-Eltern fordern mehr Erzieher
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17:58 06.12.2018
Mehrere tausend Menschen hatten im Mai in Berlin gegen Personalmangel in den Kitas demonstriert. Quelle: Archiv/imago
Mühlenbecker Land

 Bereits zum zweiten Mal seien Eltern aus dem Mühlenbecker Land gebeten worden, ihre Kinder bereits als Mittagskind abzuholen oder gleich ganz zu Hause zu lassen. Dies sei mit einem hohen Krankenstand des Personals in der betreffenden Einrichtung begründet worden. Darüber informierte Loreen Tirado vom Kita-Elternbeirat des Ortes die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung. Ein solcher Zustand sei jedoch nicht akzeptabel, kritisierte die Elternvertreterin.

Bilden, nicht nur beaufsichtigen

Seit dem 1. August 2013 bestehe ein gesetzlicher Anspruch auf einen Betreuungsplatz. „Die Gemeinde muss auch bei Personalengpässen die Betreuung vollumfänglich sicherstellen“, so Loreen Tirado. Sie erinnerte daran, dass die Eltern schließlich für zwölf Monate die Personalkosten mitbezahlen, obwohl die Einrichtungen immer für vier Wochen geschlossen seien – drei Wochen im Sommer und einer Woche vor dem Jahreswechsel. Von Eltern der Kita „Raupe Nimmersatt“ in Mühlenbeck sei vor diesem Hintergrund ein Brandbrief aufgesetzt worden. Dieser solle aufzeigen, „auf welches Chaos wir zusteuern“, sagte Loreen Tirado, die sich auch auf Landesebene für einen besseren Betreuungsschlüssel einsetzt: „Wir verheizen unsere Erzieher und Überlastungsanzeigen werden nicht ernst genommen.“ Es nütze nichts, wenn eine Erzieherin mit einem Arm in Raum A ist und mit dem anderen in Raum B. Bei Personalknappheit könnten die Kinder lediglich beaufsichtigt werden. „Das hat mit Bildung nichts mehr zu tun“, kritisiert die Elternvertreterin. „Wir möchten, dass unsere Kinder gebildet und nicht nur betreut werden.“ In diesem Zusammenhang forderte sie das Erstellen eines Notfallplans und das Einstellen zusätzlicher Erzieher. Dafür würden die Eltern sogar „sicher gern mehr Gebühren zahlen“.

Bürgermeiste: Gemeinde kann Kosten nicht alleine tragen

Als Sozialarbeiter sei er inhaltlich einer Meinung mit den Eltern, machte Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus (SPD) deutlich. Er verwies auch auf die zusätzlich geschaffene Stelle. Der Betreuungsschlüssel jedoch sei Landessache. „Es ist deshalb nicht fair, nur auf die Gemeinde zu zeigen“, so der Bürgermeister. Auch innerhalb der Kernverwaltung „knarzt und knackt es“ . Doch die Mehrkosten „können von der Gemeinde nicht alleine getragen werden“.

Diese Aussage griff Loreen Tirado nochmals auf. Im vergangenen Jahr seien in der Gemeinde bereits eingeplante 744 000 Euro an Personalkosten „nicht ausgegeben worden“. Das gehe bei der frühkindlichen Bildung verloren. Außerdem bringe eine zusätzliche Null-Komma-Stelle in der gesamten Gemeinde nichts. „Ich glaube, dass Geld da wäre, wenn die Prioritäten da wären“, sagte Loreen Tirado.

„Erzieher stehen nicht Schlange.“

Auch Sozial-Fachbereichsleiterin Kerstin Bonk räumte ein: „Der Personalschlüssel ist in Brandenburg nicht der beste.“ Wenn aber in der vergangenen Woche mehr als 20 Erzieher gefehlt hätten, weil sie krank geworden sind, dann helfe auch ein besserer Betreuungsschlüssel in dieser Ausnahmesituation nur wenig. Dankenswerterweise habe der Mühlenbecker Hort ausgeholfen, um wenigstens eine Notbetreuung hinzubekommen. Es werde alles getan, um den Betreuungsschlüssel überhaupt aufrecht erhalten zu können, denn „Erzieher stehen nicht Schlange“. Außerdem dürften nur staatlich anerkannte Kräfte eingestellt werden. „Ob es so passiert, kann ich nicht versprechen“, gestand Kerstin Bonk mit Blick auf den angestrebten Betreuungsschlüssel.

Das Thema Notfallplan griff Sozialausschussvorsitzender Otto Saro (SPD) auf: In der nächsten Sitzung stünden die Grundlagen zum Erstellen eines solchen Plans bereits auf der Tagesordnung.

Von Helge Treichel

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