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Mühlenbecker Land Die Glücksbringer vom Summter See
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00:20 05.01.2019
2017 hatte das Schwanenpaar am Summter See Paul und Paula gleich sechs Jungtiere. Mit ihnen flog das Paar weg, als im November das erste Eis kam. Quelle: Monika Branoner
Summt

In Hamburg sind die rund 120 Schwäne auf der Alster ein lebendes Wahrzeichen. Von 1591 stammen erste Belege, dass die Tiere, die zu den Entenvögel gehören und die eine Flügelspannweite von 240 Zentimetern erreichen können, auf öffentliche Kosten gefüttert wurden. 1664 wurde dann ein Gesetz erlassen, mit dem die Tiere unter Schutz gestellt wurden, so dass es fortan verboten war, sie zu beleidigen, ihnen Leid zuzufügen, sie zu verletzen oder zu töten. Dieses Gesetz gilt bis heute. Seit fast 350 Jahren gibt es den Posten des sogenannten Schwanenvaters, der sich um das Wohl der Schwäne kümmert, die den Winter seit 1957 auf dem eisfrei gehaltenen Eppendorfer Mühlenteich verbringen. Denn bei den Hanseaten gilt der ungeschriebene Satz: „Geht es den Schwänen, geht es auch Hamburg gut.“

2018: Vier Schwanenküken am Summter See Quelle: Monika Branoner

Symbol für Kraft, Liebe, Harmonie und Freiheit

Das würde sich auch Monika Branoner aus Glienicke für die Schwäne im Mühlenbecker Land wünschen. Seit Jahren widmet sie sich den Tieren, die als Symbol für Kraft, Liebe, Harmonie und Freiheit gelten. So heißt das Schwanenpaar auf dem Summter See Paul und Paula. „Ein älterer Herr aus Basdorf besucht sie schon seit Langem und hat sie so getauft“ weiß die 62-Jährige. Jedes Jahr hat das Schwanenpaar mehrere Junge. 2017 sogar sechs. Doch nicht immer kommen alle Jungtiere über den Winter. Branoner erinnert sich an ein Drama im Januar 2016, als der Teich hinter dem See mit Eis bedeckt war und die Schwanenfamilie eingeschlossen war. „Die drei Jungen hatten noch kein vollständiges Federkleid, weil sie die Mauser nicht geschafft hatten und konnten deshalb noch nicht fliegen.“ Einen Tag später habe es nur noch drei Berge mit grauen Jungschwanfedern gegeben, so die Glienickerin. „Offensichtlich war die Nahrungsgrundlage nicht ausreichend für den Start ins Leben.“

Schwäne am Summter See Quelle: Monika Branoner

Mehrere Tausend Höckerschwäne werden geschossen

Die ausgewachsen zwischen zehn und 14 Kilogramm schweren Tiere ernähren sich von Wasserpflanzen und dem darin enthaltenen Kleingetier. Dazu gründeln sie mit ihrem langen Hals auf dem Gewässergrund. An Land fressen sie auch Gras und Getreide. Sehr zum Ärger vieler Landwirte. Jährlich werden daher zwischen November und Februar mehrere Tausend Höckerschwäne geschossen. Legal, denn sie unterliegen dem Jagdrecht. Lediglich Bremen, Hamburg, Berlin, Thüringen und Hessen verzichten auf die Jagdzeiten.

Schwäne am Summter See Quelle: Monika Branoner

Schwäne als Gastgeschenk

Monika Branoner wünscht sich ein Verbot, die oft zutraulichen Wildtiere zu töten, denn ihr ist aufgefallen, dass in den letzten Jahren stets vor Weihnachten die Jungtiere der Schwäne an der Briese verschwunden sind. Recherchiert man im Netz, erfährt man, dass früher Schwan als Delikatesse galt und in England auf dem königlichen Speiseplan stand. In Hamburg wäre so etwas undenkbar, da werden die Schwäne lediglich als Gastgeschenke überreicht. Lebend. Denn bereits im 18. Jahrhundert wurden die Tiere, die 16 bis 20 Jahre alt werden können und monogam leben, in Schlossgärten gehalten und gefüttert. „Man verschönerte die Gärten durch das erhabene Wesen und die Eleganz der Tiere“, weiß Monika Branoner. Sie vermutet sogar, dass die Summter Schwäne Nachfahren der Schwanenzucht von Friedrich II. sind, die er an Herren der umliegenden Schlösser verschenkt habe.

Ruhig gleiten sie übers Wasser. Quelle: Monika Branoner

Einmal täglich Vitamine

Am 22. Mai 2018 bekamen Paul und Paula vier Junge. Eines davon wurde im Mai Opfer natürlicher Feinde, ein zweites befreite die Feuerwehr im November von einer Angelsehne. Nach dem Eisdrama von 2016 hatten sich die Schwanenfreunde an die Wildrettungsstation und den Schwanenrettungsverein Oberrhein gewandt, um zu erfahren, wie man den majestätischen Tieren helfen kann. Man empfahl ein Spezialfutter für Schwäne. „Eine kleine Gruppe engagierter Schwanenfreunde legte sich ins Zeug und übernahm die regelmäßige Zufütterung.“ Einmal täglich bekommt die Schwanenfamilie seitdem Vitamine, damit es nicht zu Mangelerscheinungen kommt. Denn ist der Nährstoffgehalt des Futters im See zu gering, schaffen die Jungtiere die Mauser nicht. Branoners Ziel: „Geht es den Schwänen gut, geht es auch Mühlenbeck gut.“

Schwäne am Summter See Quelle: Monika Branoner

Von Ulrike Gawande

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