Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Mühlenbecker Land Buddeln bis der Baum stirbt
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Buddeln bis der Baum stirbt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:35 12.10.2018
Silvia und Hans-Jürgen Baske sorgen sich um zwei Eichen in ihrer Straße. Quelle: Enrico Kugler
Zühlsdorf

Hans-Jürgen Baske (78) ist mit seinen Nerven am Ende. Der Zühlsdorfer fürchtet ohnehin die Ausbaubeiträge für den anstehenden Straßenbau. Hinzu kommen die Anschlussbeiträge für die Abwassererschließung. Und zu allem Überfluss sind auch die meisten Bäume in der Florastraße abgesägt worden. Immerhin zwei stattliche Eichen hatten er und seine Mitstreiter von der Bürgerinitiative „Baumschutz Kommunal“ retten können. Doch nun sieht er sogar diese beiden Bäume in Gefahr.

Am Dienstag war mit schwerem Gerät das Wurzelwerk der Bäume freigelegt worden. Bereits zum dritten mal innerhalb der vergangenen Wochen sei das geschehen, sagt Baske und befürchtet das Schlimmste für die Eichen: „Man muss nur oft genug nachbuddeln, damit die auch noch weg müssen.“

Mit einem Bagger war das Loch am Dienstag gebuddelt und mit diesem Radlader wieder verschlossen worden. Quelle: privat

Begonnen habe alles mit dem Verlegen des Abwasserkanals seitens des Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverband (NWA), erläutert Bauamtsleiter Hanns-Werner Labitzky. Dabei sei auch in den Wurzelbereich der Bäume eingegriffen worden. Unabhängig davon habe die Gemeinde eine Suchschachtung im Wurzelbereich vornehmen lassen, „um verantwortungsvoll beim Straßenbau vorgehen zu können“. In der Zwischenzeit hätten sich besorgte Anwohner in der Verwaltung gemeldet, ob denn die Bäume nachdem Verlegen der Rohre noch die nötige Standsicherheit besäßen. Deshalb sei in dieser Woche eine dritte Schachtung veranlasst worden, um den Zustand der Wurzeln zu überprüfen. Dabei sollten bisherige Schädigungen dokumentiert werden. Gemeinsam mit einem Baumgutachter werde nun analysiert, welche Folgen die bisherigen Eingriffe hatten und was nun sinnvollerweise zu tun sei, resümiert Labitzky den Stand der Dinge. Es gehe darum, weitere Schäden zu minimieren und heilende Maßnahmen vorzunehmen. Seien starke Wurzeln an den Trennstellen zum Beispiel stark ausgefasert, wachse die Gefahr für einen Pilzbefall. Dem solle im Zuge des Straßenbaus entgegengewirkt werden. „Was wir tun, ist doch kein böser Wille, um die Bäume zu schädigen“, bekräftigt der Bauamtsleiter.

Blick in die Grube mit den gekappten Wurzeln. Quelle: privat

Unterdessen haben die Gemeindevertreter im nichtöffentlichen Teil ihrer Sitzung am Montagabend die Auftragsvergabe zum Ausbau von Ottostraße, Florastraße und Puttlitzstraße beschlossen – ebenso für den teilweisen Ausbau von Fuchsgasse und Friedrichstraße. Damit könne voraussichtlich noch in diesem Jahr mit dem Ausbau begonnen werden. „Wir hoffen, dass die Wetterlage stabil bleibt und bis in den Dezember hinein gebaut werden kann“, sagt Labitzky.

Hans-Jürgen Baske vertraut derweil auf die Widerstandskraft der beiden Bäume. Einer der Gutachter habe ihm vor Ort versichert, dass die Eichen solche Eingriffe kompensieren können. Jedoch lasse sich erst nach etwa zwei Jahren mit Gewissheit sagen, wie sie die Bauarbeiten überstanden haben. „Wenn die Standsicherheit wirklich gefährdet ist, dann bin ich der Letzte, der das nicht einsieht“, sagt Baske. Einer vierten Wurzel-Schachtung steht er aber sehr skeptisch gegenüber.

Von Helge Treichel

Ursprünglich war der Baubeginn für das in Schildow angekündigte Senioren-Wohn- und Pflegeheim in diesem Jahr angepeilt worden, nach aktuellen Planungen soll es nun 2019 losgehen.

15.10.2018

Gesundes Leben ohne Pestizide – zu Chemie und Co. lautet der Titel einer Veranstaltung zu der vom SPD-Ortsverein für Donnerstagabend in den Bürgersaal nach Schildow eingeladen wurde.

11.10.2018

Ein an der Dorfstraße 1 in Zühlsdorf illegal errichteter Erdwall beschäftigt die Verwaltung und die Gemeindevertretung. Eine Petition zu dem Bauwerk wurde am Montag mit Verweis auf die Gesetzeslage und mögliche Vorbildwirkung abgelehnt. Außerdem werden weitere Beschlüsse gefasst.

13.10.2018