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Oberhavel „Münzschatz“ auf dem Schlossdachboden
Lokales Oberhavel „Münzschatz“ auf dem Schlossdachboden
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00:18 13.05.2017
Silvia Schneider am Fundort auf dem Dachboden. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

Ein „Münzschatz“ ist im Oranienburger Schloss gehoben oder besser wiederentdeckt worden. Es handelt sich um 1100 versilberte Gedenkmedaillen. Geprägt im Jahr 1982. Jedes Exemplar bringt 24 Gramm auf die Waage und hat einen Durchmesser von 40 Millimetern. Hergestellt wurden sie beim VEB Münze der DDR nach einem Entwurf des Diplomgrafikers Eugen Schumann aus Hennigsdorf. Laut Zertifikat sind die Medaillen in einer Auflage von 5200 Stück geprägt worden. Jede hatte einen Wert von 32 DDR-Mark. Auf der einen Seite ist das Oranienburger Wappen zu sehen, auf der anderen im Hintergrund das Schloss, davor der Obelisk in der Gedenkstätte Sachsenhausen und die Aufschrift „Gedenkmedaille Havelstadt“. Auftraggeber war der Rat der Stadt.

Silvia Schneider, Sekretärin und seit 19 Jahren rechte Hand des Oranienburger Bürgermeisters Hans-Joachim Laesicke, wusste von dem „Schatz“, der allerdings immer wieder in Vergessenheit geriet. 15 Stufen geht es gleich hinter dem Bürgermeisterzimmer hinauf auf den Dachboden. Vor Jahren habe der Blasmusikverein den Raum genutzt. In den letzten Jahren wurde er mit allem vollgestellt, was keiner mehr brauchte: verstaubte Plakate, Hinweisschilder für die Ausstellung „Onder den Oranjeboom“ aus dem Jahr 2009. Daneben steht ein Feuerlöscher. Nun sollte der Raum leer geräumt werden, um ihm zum neuen Server-Raum für die PC-Technik umzufunktionieren. Inzwischen liegt dort nur noch ein Häufchen Putz neben Schaufel und Besen.

Bei der Ausräumaktion fielen Silvia Schneider wieder die schweren ORWO-Fotopapier-Kartons mit den Medaillen in die Hände. Sie fand, die sollten nicht noch weitere Jahrzehnte herumliegen und besorgte eine „Schatzkiste“ aus Holz. „Seitdem sorgt das Silber für Aufsehen im Bürgermeister-Vorzimmer.“ Die Kämmerin sei schon ein wenig neidisch gewesen. Zwei Vorschläge zur Verwendung der Medaillen gibt es: sie bei der Abstimmung zum ersten Bürgerhaushalt symbolisch zu verwenden oder den Mädchen und Jungen bei Kinderführungen im Schloss in die Hand zu geben.

Doch was war der genaue Anlass, die Gedenkmedaillen zu prägen? Stadtarchivar Christian Becker grub in den Archiven, ebenso Monika Knop, Leiterin der Sammlungen der Gedenkstätte Sachsenhausen. Ihre Vermutung: Die Medaillen sind aus Anlass der Verleihung des Stadtrechtes 1232 geprägt worden. Das lag 1982 genau 750 Jahre zurück. Sie sei dankbar für jeden Hinweis, falls es einen anderen Anlass gibt, so die wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Wer weiß, was es mit dem Schatz auf sich hat? Haben Sie eine Idee? Dann rufen Sie uns bitte an (03301/59 45 24) oder schreiben Sie uns gern eine Mail an die Adresse: Oranienburg@maz-online.de.

Von Heike Bergt

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