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Oberhavel Mundfasching wagt den Stilbruch
Lokales Oberhavel Mundfasching wagt den Stilbruch
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08:35 19.10.2016
Mundfasching – HipHop aus Hennigsdorf. Quelle: Promotion
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Hennigsdorf

Beim Namen „Mundfasching“ denken viele gleich an Drogen. Daran haben sich Daniel Brenneke (29) und Sven Schneider (27) gewöhnt. Dabei hat die Musik der beiden Hennigsdorfer mit Drogen überhaupt nichts zu tun. Vielmehr geht es dann doch um den klassischen Fasching – um das Verkleiden. Das sieht man auch in ihren Musikvideos, die man sich auf Youtube ansehen kann.

„Wir versuchen, pro Track in die neue Rolle zu schlüpfen“, sagt Sven Schneider. „Wir verkleiden uns nicht nur visuell, sondern auch verbal.“ In einem der Songs, „Nitro“, geht es um einen Jugendlichen, der keine Perspektive hat und für sich auch keine sieht. Das heißt: Sie schlüpfen in seine Rolle. Im Lied und im Video. In „Macho“ begeben sie sich in die Rolle eines Frauencheckers. „Das ist natürlich überspitzt, wir zeigen, wie Mann es nicht macht.“

Mundfasching: Daniel Brenneke (29) und Sven Schneider (27): Quelle: Enrico Kugler

Die Botschaft dieser Songs müsse sich jeder selbst herausziehen, sagen die Musiker. „Aber uns geht es immer darum, die Themen eher lustig anzugehen.“ „Stilbruch“ heißt die EP, die Mundfasching gerade herausgebracht hat und die sich jeder im Internet downloaden kann.

Mundfasching geht aus der in Hennigsdorf und darüber hinaus bekannten Gruppenzwang-Clique hervor. „Wir arbeiten da zusammen und pushen uns gegenseitig, eine Künstlerplattform“, sagt Daniel Brenneke. Vor einem Jahr machten Daniel und Sven sich dann gewissermaßen selbstständig.

Mundfasching ist HipHop mit sehr melodischen Elementen. „Wir wollen damit schon die breite Masse erreichen, das ist keine Nische“, sagt Sven Schneider. Er und Daniel Brennecke machen in musikalischer Hinsicht alles zusammen. „Wir hören uns einen Beat an und versuchen, ein Thema zu finden, das dazu passt.“ Meistens gibt es eine Melodie, dann kommt der Refrain und die passenden Parts. „Das sind dann Themen, die man so aufschnappt, oder einer von uns kommt mit einer Idee“, sagt Sven Schneider. „Das ist immer sehr unterschiedlich, aber es sind schon Themen, die uns auch bewegen.“

Fasching – im wahrsten Sinne! Quelle: Promotion

Bei den Beats suchen sie sich schon mal die Hilfe von DJs aus ganz Deutschland. Dazu stellen sie ihre Ideen in entsprechende Internetforen. „DJs melden sich dann bei uns oder wir schreiben Leute an“, erzählt Sven.

Die beiden investieren viel Zeit in ihr Hobby. Die Aufnahmen finden in einem Studio in Berlin-Lichtenberg statt, die Videos entstehen in Eigenregie. Alles nebenbei: Daniel ist eigentlich Werkzeugmechaniker, Sven ist Möbelmonteur.

Mundfaschingsclowns. Quelle: Promotion

Falls sich in Sachen Karriere etwas ergibt, wären sie durchaus aufgeschlossen. „Wir haben zumindest schon mal probiert, den Grundstein dafür zu legen“, sagt Daniel. Es gibt Pressefotos, Videos – all das könnten sie an Labels schicken. „Wir wissen nur nicht, ob das den Labels reicht – aber wir werden das rausfinden“, sagt Daniel und schmunzelt. Die meiste Resonanz auf ihre Songs haben sie bisher auf Facebook und Youtube.

Jetzt geht es ihnen erst mal darum, Auftritte zu bekommen. Kürzlich waren sie mit ihren Songs in der Hennigsdorfer Escobar. „Szenetechnisch ist ja Hennigsdorf in der Region die Nummer 1“, sagt Sven. Ein Traum aber wäre es für die beiden, mal beim Splash-Festival aufzutreten. Oder in der Berliner Columbiahalle.

*

Im Internet stehen alle Songs von Mundfasching kostenlos zum Download bereit. Auf ihrer eigenen Internetseite, bei Facebook und auf Youtube.

Von Robert Tiesler

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