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Mutmaßlicher Brandstifter schweigt

Mühlenbeck Mutmaßlicher Brandstifter schweigt

Zu einem Einsatz mit drei Brandherden war die Feuerwehr am 5. März in den Mühlenbecker Ortsteil Feldheim gerufen worden. Vier Personen mussten mit einer Leiter vom Balkon gerettet werden. Der mutmaßliche Brandstifter schweigt dazu vor dem Landgericht in Neuruppin.

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Gebrannt hat neben dem Mehrfamilienhaus, in dem die Ex-Freundin des Angeklagten wohnte, auch ein Bauwagen.

Quelle: Julian Stähle

Mühlenbeck. Als es am 5. März dieses Jahres gegen 5.30 Uhr im Mühlenbecker Ortsteil Feldheim brannte, geriet Danny K. schnell als mutmaßlicher Brandstifter in Verdacht. „Es kam eine Beziehungstat in Betracht“, sagte am Dienstag ein Polizeibeamter.

Seit dem 26. September 2017 steht der 27-Jährige nun vor dem Landgericht Neuruppin, angeklagt unter anderem wegen versuchten Mordes und Brandstiftung. Der junge Mann, der teilweise apathisch wirkt, sagt nichts zu dem, was ihm zur Last gelegt wird. Am Dienstag wurde eine Reihe von Polizeibeamten befragt.

Gebrannt hat es in einem Mehrfamilienhaus, in dem die Ex-Freundin des Angeklagten wohnte, ihr Auto, das vor dem Haus stand, ein Bauwagen und eine Pferdekutsche. „Man kann nur davon ausgehen, dass die Brände gelegt wurden“, sagte ein Beamter. Elektrik, die einen Brand hätte auslösen können, gab es weit und breit nicht. Zudem „roch man Brandbeschleuniger“. Allerdings nur an den Brandherden, nicht am Angeklagten.

Als die Polizei eintraf, war die Feuerwehr noch vor Ort. Der Hausflur war so zugequalmt, dass die Bewohner über diesen Weg nicht hätten fliehen können, so ein Beamter. Bei der Befragung der Bewohner und Nachbarn fiel schnell der Name Danny K. als Verdächtiger. Gleichzeitig sei aber auch der Satz gefallen „so was macht der nicht“. Danny K. lebte nach der Trennung von seiner Freundin im Nachbarhaus zusammen mit Julian K., dem aufgefallen war, dass Danny K. in der Zeit vor der Tat „so komisch“ geworden war. Er äußerte gegenüber der Polizei die Befürchtung, dass sich der Mitbewohner etwas antun könne. Eine Handyortung blieb erfolglos. Das war zur Tatzeit nicht im Mobilfunknetz eingewählt, wie sich später herausstellte.

Dann kam Julian K. zu den Beamten, er habe eine Handy-Nachricht von Danny K. erhalten, der in der Nähe von Lehnitz stehe und abgeholt werden wolle, weil er nicht mehr Auto fahren könne. Tatsächlich war Danny K. mit über 1,6 Promille absolut fahruntüchtig, als ihn die Polizei festnahm. Eine andere Nachbarin, so ein Beamter, sei auf sie zugekommen und habe ihnen WhatsApp-Nachrichten und SMS gezeigt, die ihr der Angeklagte am Vorabend geschrieben hatte, mit dem Inhalt, er habe seine Ex-Freundin mit einem anderen Mann „rummachen sehen“. Außerdem berichtete sie, dass aus ihrem Keller zwei Benzinkanister fehlen würden. Der Angeklagte habe gewusst, wo sie standen.

Schon am Mittwoch sollen weitere Zeugen zum Fall vernommen werden. Am Freitag sollen die Ex-Freundin des Angeklagten und der psychiatrische Gutachter gehört werden. Mit einem Urteil wird am 7. November 2017 gerechnet.

Von Dagmar Simons

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