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Mutmaßlicher Brandstifter war bei Feuerwehr

Germendorf (Oberhavel) Mutmaßlicher Brandstifter war bei Feuerwehr

Ein 26-Jähriger, der am Sonntag nach dem Feuer in einer Papiermülltonne als mutmaßlicher Brandstifter gefasst worden war, ist ein ehemaliges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Germendorf. Er hat mehrere Taten gestanden, nicht aber den Brand in der Germendorfer Feuerwache vor knapp drei Jahren. Ob auch dieses Feuer auf sein Konto geht, wird nun ermittelt.

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Das Feuer in dieser Papiermülltonne wurde dem mutmaßlichen Brandstifter von Germendorf zum Verhängnis. Er befindet sich in Untersuchungshaft.

Quelle: privat

Germendorf. Aufatmen in Germendorf: Der Feuerteufel, der das Dorf jahrelang in Atem hielt, ist am Sonntagmorgen gefasst worden – im Zusammenhang mit dem Brand einer Papiermülltonne. Die Polizei sei froh, einen mutmaßlichen Täter gefasst zu haben. Was genau ihm zur Last gelegt werden kann, dazu müssten nun die weiteren Ermittlungen abgewartet werden. Polizeisprecher Thoralf Reinhardt bestätigte allerdings, dass es der Verdächtige zumindest zeitweise Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Germendorf war. Und: Ist er es auch, der im Dezember 2014 die inzwischen neu aufgebaute Feuerwache des Stadtteils in Brand gesteckt haben könnte? „Das kann ich weder bestätigen noch dementieren“, sagte Reinhard auf konkrete Nachfrage.

Der 26-Jährige war bereits kurze Zeit nach dem Brand am Sonntag gefasst worden, den ein Anwohner am Sonntag gegen 4 Uhr in einer Scheune an der Hohenbrucher Straße in Germendorf wahrgenommen hatte. Dabei hatte der Zeuge auch einen unbekannten Mann beobachtet, der offensichtlich eiligen Schrittes den Brandort verließ.

Zwei Brände in einer Nacht gelegt

Kurze Zeit später konnten Beamte der Kriminalpolizei unweit des Brandortes einen Verdächtigen festnehmen. Dieser war deutlich angetrunken. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,4 Promille. Der junge Mann räumte in seiner Vernehmung durch die Polizei die Brandstiftung vom Sonntagmorgen an der Hohenbrucher Straße ein. Im Zuge der sofort aufgenommenen Ermittlungen wurde ein zweiter Brandort festgestellt. Dort war versucht worden, die vorgebaute Fliegenschutzgittertür einer Wohnhaustür anzuzünden, vermutlich mit einem Feuerzeug. An einer Fliegenschutzgittertür waren deutliche Brandstellen zu erkennen. Der Gesamtschaden wurde auf rund 100 Euro geschätzt.

Tatmotiv: Frust und persönliche Probleme

Durch Beamte der Kriminaltechnik wurden vor Ort die Spuren gesichert. Der Tatverdächtige wurde am Sonntag zunächst vorläufig festgenommen. Zur Feststellung seiner Schuldfähigkeit wurde ihm eine Blutprobe entnommen. Bei einer erneuten Vernehmung wurde der Mann am Montag zu den Brandstiftungen befragt, die in der Vergangenheit immer wieder die Germendorfer Bürger erschüttert und Feuerwehr und Polizei in Atem gehalten hatten. Der 26-Jährige zeigte sich dabei zum Teil geständig. Als Motivation für seine Taten gab er Frust und persönliche Probleme an. Tatauslösend war dabei offenbar der Konsum von Alkohol.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Neuruppin erließ das Amtsgericht Oranienburg noch am Montag Haftbefehl gegen den Beschuldigten wegen des Verdachts der versuchten schweren Brandstiftung. Er wurde umgehend in die Justizvollzugsanstalt nach Wulkow (Ostprignitz-Ruppin) gebracht.

Feuerwehr hatte 26-Jährigen suspendiert

Von den 48 Feuerwehrleuten, die gegenwärtig in der Freiwilligen Feuerwehr Germendorf aktiv Dienst versehen, befindet sich zurzeit niemand in Haft. Das wurde der MAZ am Montagabend auf Nachfrage bestätigt. Der 26-Jährige mutmaßliche Brandstifter soll bereits vor Wochen suspendiert worden sein.

Die Brandermittler vom Landeskriminalamt hatten bereits Tage nach dem Feuer in der Feuerwache vermutet, dass ein unsachgemäßer Umgang mit offenem Feuer oder glimmenden Stoffen die Brandursache sein könnte. Zugführer Cornel Gratz hatte das seinerzeit für abwegig gehalten. Viel wahrscheinlicher sei ein technischer Defekt in dem hinteren Lagerraum, der am stärksten zerstört wurde. Dort waren zahlreiche historische Ausstellungstücke ein Raub der Flammen geworden, darunter rund 100 Uniformen sowie Kisten mit rund 1500 Feuerwehr-Modellautos. Die neuerlichen Ereignisse lassen die damaligen Aussagen der Kriminalbeamten in einem neuen Licht erscheinen.

Von Helge Treichel

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