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Oberhavel Mysterium ums Wasserloch: Lag dort KZ-Asche?
Lokales Oberhavel Mysterium ums Wasserloch: Lag dort KZ-Asche?
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02:15 07.05.2017
Der Lehnitzer Manfred Ulack erforscht seit 15 Jahren, was es mit diesem Becken auf sich haben könnte. Quelle: Andrea Kathert
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Lehnitz

Manfred Ulack steht mitten im Lehnitzer Forst vor einem mysteriösen Becken voller Wasser. „Wir wissen bis heute nicht, wozu es gedient hat“, sagt der Lehnitzer. Seit 15 Jahren sucht er nach einer Erklärung für das Bauwerk.

Nur etwa 1,5 Kilometer hinter dem Ortsausgang in Richtung Summt stapft Ulack links einen Waldweg entlang und schlägt sich in die Büsche. Nach wenigen Minuten steht er vor dem geheimnisvollen Bauwerk, was im Unterholz schwer auszumachen ist. Der Wald an dieser Stelle ist verwildert, früher lag hier der Schießplatz, nicht zugänglich für die Öffentlichkeit. Die wenigsten Lehnitzer kennen das Becken, Ortsunkundige würden es gar nicht finden. Ulacks Nachbar war vor vielen Jahren beim Pilzesuchen darauf gestoßen. Die Grube ist 20 mal 20 Meter groß, etwa zwei Meter tief und hat eine 45-Grad-Böschung aus Ziegelsteinen.

Der Lehnitzer hat den Fundort auf seiner Karte gekennzeichnet. Quelle: Manfred Ulack

Manfred Ulack hat gemeinsam mit seinem Sohn Rüdiger Luftbilder gesichert, Literatur gewälzt und viele Leute befragt, die über das Becken etwas wissen könnten. Der damals zuständige Förster Wilfried Ehrich, der 2008 verstorben ist, wusste nur, dass es kein Feuerlöschteich für die Forst war. Auch die Ortschronisten Hans Biereigel und Bodo Becker und selbst Stadtarchivar Christian Becker konnten Ulack nicht weiterhelfen.

Dieser Hügel mit den drei Bäumen ist vermutlich extra angelegt. Ulack vermutet eine Grabstelle darunter. Quelle: Andrea Kathert

Alte Lehnitzer erinnerten sich, die Grube in ihrer Kindheit „KZ-Becken“ genannt zu haben. Menschen in KZ-Kleidung waren dort gesehen worden. Manfred Ulack wird den Gedanken nicht los, „das Becken könnte zum Verschlammen der Asche aus den KZ-Öfen in Sachsenhausen gedient haben.“ Dies wäre eine Erklärung für einen Überlauf, der in eine zweite Erdgrube mündet. „Außerdem gab es hier eine Lkw-Zufahrt“, sagt Ulack. „Und dieser Erdhügel neben dem Becken ist auch seltsam“, findet der Lehnitzer. Der Hügel ist offensichtlich aufgeschüttet und hat gar keinen Bewuchs, davor stehen drei Kiefern, die vermutlich extra so gepflanzt wurden. „Es könnte eine Grabstelle sein“, vermutet Ulack. Vielleicht hatten die SS-Leute nach der Demontage der Anlage letzte Zeugen beseitigen wollen.

Das Gelände muss auf jeden Fall gesichert gewesen sein. Noch bis 2009 stand an der Summter Chaussee ein gemauerter Pfeiler. Die Steine dafür und die Klinker, mit denen das Becken ausgemauert ist, stammen aus dem SS-Klinkerwerk an der Lehnitzschleuse. Das konnte Monika Knop aus der Gedenkstätte bestätigen. Das Becken ist wasserdicht und wurde offenbar über einen Brunnen befüllt. „Das Saugrohr haben wir 2008 noch gefunden.“ Auch jetzt steht bei jeder Witterung Wasser in der Grube.

Diese Fundamente könnte ein Indiz sein, dass hier schwere Technik stand. Quelle: Manfred Ulack

Nach seinen jahrelangen Recherchen und akribisch aufgelisteten Hinweisen vor Ort schließt Ulack auch nicht aus, dass das Becken etwas mit der Fälscherwerkstatt des KZ oder mit den Auerwerken zu tun hatte. Vielleicht müssten Studenten einer Hochschule die Sache erforschen. Auf jeden Fall ist Manfred Ulack immer noch auf der Suche nach einer Erklärung. Und vielleicht gibt es doch noch Menschen, die ihm dabei weiterhelfen können.

Von Andrea Kathert

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