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Oberhavel Oranienburg: Christina sagt Tschüss
Lokales Oberhavel Oranienburg: Christina sagt Tschüss
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00:30 18.07.2015
Die Noch-Schulleiterin Christina Schwarzbach-Jaeschke am Fenster des Lehrerzimmers. Quelle: Foto: ENRICO KUGLER
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Oranienburg

Eigentlich ist sie schon Rentnerin, doch bis Ende Juli bat man sie zu bleiben. Christina Schwarzbach-Jaeschke wird heute feierlich von den Kindern und Lehrern der Lindenschule Oranienburg, Bernauer Straße 55, verabschiedet. Für die 65-Jährige geht damit ein aufregendes Berufsleben zu Ende. Denn die Förderschule musste viele Male umziehen, bevor kleine und größere Schüler nun alle gemeinsam an einem Standort unterrichtet werden können.

Christina Schwarzbach-Jaeschke ist eine Quereinsteigerin. Als es sie 1971 von Hoyerswerda nach Hammer verschlug, bewarb sie sich auf die Stelle einer Erzieherin an der Hilfsschule Liebenwalde. Die gelernte Fernmeldemechanikerin sattelte um, absolvierte ein Fernstudium, wurde Erzieherin, Unterstufenlehrerin und Diplomlehrerin für Hilfsschulen. Seit 1987 arbeitet sie an der Hilfsschule Oranienburg, wurde 2004 Leiterin der Schule, die dann allgemeine Förderschule hieß.

Sie ist Sonderpädagogin durch und durch und sagt: „Nachdem ich an einer Hilfsschule angefangen hatte, wollte ich nie woanders arbeiten.“ Grund: Die Kinder seien sehr dankbar. Man freue sich mit ihnen über kleinste Erfolge. „Diese Kinder sind sehr feinfühlig. Oft wurden sie ausgegrenzt, sie brauchen Zuwendung und sind auf Hilfe angewiesen. Sie kommen mit ihren Sorgen zu uns. Wir bauen sie auf, das bereichert einen selber“, sagt Schwarzbach-Jaeschke.

60 Jahre Förderschule Oranienburg

Am 1. September 1951 wurde unter Leitung von Fritz Hickstein die Hilfsschule Oranienburg mit zunächst sechs Klassen gegründet. Das Schulgebäude befand sich in der Havelstraße 18, dem heutigen Gebäude der Kreisvolkshochschule.

1972 zog die Hilfsschule in die Rungestraße um. Hier gab es ausreichend Räume für alle Klassen, den Vorschul- und Berufsschulteil, die Außenstellen konnten aufgelöst werden.

Ab 1992 hieß die Schule Allgemeine Förderschule, sie zog 1996 in das Gebäude der ehemaligen Runge-EOS an der Bernauer Straße um. Drei Containerräume wurden auf dem Schulgelände aufgestellt. Die denkmalgeschützte Turnhalle und die Aula sind saniert worden. In den Klassenstufen drei bis zehn lernen Kinder mit Beeinträchtigungen im Lernen sowie in ihren motorischen, sprachlichen, sozialen und emotionalen Fähigkeiten. In den Klassen sind maximal 16 Schüler.

Ihre Kollegen berichten, sie habe ein offenes Ohr für jedermann und für jede Frage. Sie sei geduldig und unkompliziert. Trotz sichtlicher Verjüngung des Kollegiums habe sie nie den guten Kontakt auch zu den ehemaligen Kollegen verloren. „Man mag nicht glauben, dass sie schon im Rentenalter ist“, sagt Sabine Seidelmann, die im Sekretariat arbeitet.

Die personelle Nachfolge von Schwarzbach-Jaeschke ist noch nicht entschieden, doch die Noch-Schulleiterin ist überzeugt, dass die Schule die neue Herausforderung, zentrale Förderschule des Landkreises Oberhavel zu werden, meistern wird. „Wir haben ausreichend Platz im Haus und auf dem Hof, der jetzt sehr schön gestaltet wird.“

So schnell werde sie keinen Abstand zur Lindenschule finden und habe im Hinterkopf, später als Vertretungslehrerin oder Lernhelfer einzuspringen. Doch vorerst will sie sich um ihren erkrankten Mann kümmern. Beide haben Reisen nach Italien, Portugal und die polnische Ostsee geplant. Einmal im Jahr macht die Patchworkfamilie mit sechs Kindern und sechs Enkelkindern zudem Urlaub. Und ihre Bücher will sie lesen, endlich mal viel Zeit dafür haben.

Von Marion Bergsdorf

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