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Oberhavel Noch kein Kuh-Peiniger ermittelt
Lokales Oberhavel Noch kein Kuh-Peiniger ermittelt
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19:37 10.01.2019
Etwa 700 Tiere zählt die Gut Hammer Liebenwalde GmbH. Dazu zählen etwa 300 Milchkühe und ihre weibliche Nachzucht.
Liebenwalde

Den Schneeregen, der zuletzt nicht gerade selten vom Himmel prasselte, mögen die Kühe nicht – weder die jungen noch die alten. Ansonsten scheinen sich die Mutterkühe und Kälber der Gut Hammer Liebenwalde GmbH an der Hammerallee in Liebenwalde jedoch wohl zu fühlen. Nichts erinnert mehr an die Tage im September vergangenen Jahres, als etliche Tiere auf der Anlage mit dem Tod rangen und qualvoll zugrunde gingen.

Im September waren zahlreiche Kühe auf dem Gelände an der Hammerallee qualvoll verendet. Quelle: Bert Wittke

Seinerzeit hatten sich unbekannte Personen des Nachts Zutritt zu dem Gelände verschafft und die Tore sämtlicher Ställe geöffnet. Die Folgen waren verheerend. Die entsprechend ihres Alters in Gruppen gehaltenen Tiere liefen kreuz und quer über das Gelände, wobei einige den Weg zum Kraftfutter fanden und in kürzester Zeit mehrere Kilogramm davon fraßen. Das Ergebnis war katastrophal, denn zu viel Kraftfutter führt zu starken Störungen des Verdauungssystems. Der Pansen übersäuert, was zum Absterben lebenswichtiger Bakterien und zu einer Vergiftung der Leber führt. Einige Kühe rangen damals stundenlang mit dem Tod.

Rund vier Monate später kann eingeschätzt werden, dass der Anschlag auf das Gelände der Gut Hammer Liebenwalde GmbH etwa 30 Tiere das Leben gekostet hat. Darüber hinaus mussten einige Tiere aufgrund ausbleibender Milchleistungen notgeschlachtet werden. Zudem ist es in der Folge zu Verkalbungen gekommen, das heißt, das Kälber tot geboren wurden.

Der finanzielle Verlust für die Gut Hammer-Liebenwalde GmbH wird mit rund 40 000 Euro beziffert. Quelle: Bert Wittke

„Wir schätzen die finanziellen Verluste auf etwa 40 000 Euro“, sagt Anja Schiemann. Wie die Geschäftsführerin der Liebenwalder Agrar GmbH berichtet, sei nach dem Anschlag ein anonymes Schreiben eingegangen, in dem Personen aus Kreuzbruch und Zehlendorf beschuldigt wurden, für den Anschlag verantwortlich zu sein. Darüber hinaus führe aufgrund eines Hinweises, der noch vor dem anonymen Brief eingegangen ist, eine Spur nach Zehdenick. Da jedoch die erhofften Aussagen ausblieben, sei der Vorgang, so die Auskunft der Polizei, nunmehr an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden. Oder mit anderen Worten: Die Ermittlungen dauern an.

Zusätzliche Sicherungsmaßnahmen sollen verhindern, dass sich ein Vorfall wie im September 2018 wiederholt. Quelle: Bert Wittke

Bei der Liebenwalder Agrar GmbH hat man sich nach der Tragödie um die freigelassenen Kühe umgehend mit Sicherungsmaßnahmen für das Gelände an der Hammerallee befasst. Die Höhe der Investitionen, die für eine Kameraüberwachung getätigt werden müssen, belaufen sich auf rund 12 000 Euro. Damit soll verhindert werden, dass sich ein ähnlicher Vorfall wie im September 2018 nicht noch einmal wiederholen kann.

Von Bert Wittke

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