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Oberhavel Nach der Flut: Nachbarn helfen Nachbarn
Lokales Oberhavel Nach der Flut: Nachbarn helfen Nachbarn
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00:19 21.08.2017
Zwanzig Leegebrucher diskutierten im Haus der Möglichkeiten. Ein nächstes öffentliches Treffen ist für den 4. Oktober um 19 Uhr geplant. Quelle: Foto: Ulrike Gawande
Leegebruch

Seit Wochen laufen bei Manfred Gürnt aus Leegebruch die Trockner auf vollen Touren. Der Fußboden wurde aufgebohrt, damit der Estrich trocknen kann. Die Kosten des Schadens, der durch den Jahrhundertregen entstanden ist, belaufen sich auf rund 50 000 Euro. Doch obwohl Gürnt eine Elementarschadensversicherung hat, weigert sich diese, den Schaden zu bezahlen. Begründung: Nicht das Regenwasser sei schuld, sondern eingedrungenes Grundwasser.

Wie Manfred Gürnt geht es zur Zeit vielen Bürgern in Leegebruch. Jeder hat seine ganz eigene Hochwassergeschichte zu erzählen. Doch wie kann den Betroffenen rund acht Woche nach der Katastrophe geholfen werden? Was wird benötigt? Aus diesem Grund waren am Mittwochabend rund 20 Leegebrucher im „Haus der Möglichkeiten“ zusammen gekommen, um zu beraten, wie und wo Unterstützung nötig und zu koordinieren ist. Unter den Gästen waren auch Gemeindevertreter sowie der amtierende Bürgermeister Martin Rother.

Doch auch er konnte keine konkrete Antwort darauf geben, wann die gesperrte Birkenallee, auf der zur Zeit immer noch wegen des hohen Schichtenwasserstandes 30 Zentimeter über der Straßenkante das Wasser steht, wieder für den Verkehr freigegeben werden kann. Problematisch ist jedoch, dass aufgrund der Straßensperrung der Busverkehr im Ort massiv behindert ist. So bedient die OVG mit den Linien 800 und 824 lediglich die Ersatzhaltestellen am Netto-Markt an der Fohlenweide. Die Nothaltstellen am nördlichen Ortausgang wurden am Mittwoch auf Anordnung des Landkreises außer Betrieb genommen. Mehrfach hatten Bürger auf die Gefahren durch die Nutzung der Nothalte am Rand der Kreisstraße hingewiesen. Rother hofft, bis Schulbeginn in Zusammenarbeit mit dem Landkreis eine Lösungsalternative für die Haltestelle zu finden.

Ebenso Probleme bereitet den Anwohnern die fehlende Beschilderung am Kreisverkehr in Bärenklau, die vor allem Ortsunkundigen signalisieren würde, dass Leegebruch in Richtung Norden derzeit eine Sackgasse sei. Martin Rother erklärte den Bürgern, dass die Gemeinde eine entsprechende Beschilderung beantragt, jedoch letztlich keinen Einfluss auf die Ausführung habe, weil der Kreisverkehr sich außerhalb der Gemarkung befinde.

Und so nutzten die Leegebrucher die Gesprächsrunde, um sich vor allem zu informieren, aber auch um ihren Unmut loszuwerden. „Es dauert alles viel zu lange“, erklärte beispielsweise Diana Rolle, die dem nahenden Herbst mit Sorge entgegen blickt. Auch Manfred Gürnt hat wie viele andere Leegebrucher Angst vor einem erneuten Hochwasser. „Wohnen wir hier eigentlich richtig?“, sorgte sich eine Frau. Doch auch der amtierende Bürgermeister konnte den Einwohnern keine schnelle Lösung des Wasserproblems präsentieren. „Wir machen das Mögliche, auch wenn man es nicht sieht.“ So wurde bereits Ende 2016 ein Büro beauftragt, den 2015 von der Gemeindevertretung beschlossenen Generalentwässerungsplan zu erstellen. Doch es gebe keine nahen Antworten. „Es wird Jahre dauern, eine Lösung zu finden.“

Gürnt wies darauf hin, dass man den geplanten Ausbau der A 10 dazu nutzen sollte, noch einmal über den Durchlass unter der Autobahn zu sprechen. Möglicherweise habe es beim Ausbau der B 96 und der A 10 Planungsfehler gegeben? Eine Frage, die in den nächsten Wochen auch den Kreistag beschäftigen wird. Laut Stefanie Rose (Linke) gebe es eine entsprechende Anfrage zum damaligen öffentlichen Beteiligungsverfahren beim Bau der B 96.

So sind derzeit die konkreten Hilfsmöglichkeiten der Bürger auf die gut funktionierende Nachbarschaftshilfe begrenzt. Giso Siebert (Linke) ermunterte jedoch alle Leegebrucher, weiterhin zu spenden, aber auch die Spendenauskehr zu beantragen. Die entsprechenden Informationen seien auf der Homepage der Gemeinde zu finden.

Von Ulrike Gawande

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