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Oberhavel Nachbarn atmen auf: Züchterin nimmt Abschied von Tieren
Lokales Oberhavel Nachbarn atmen auf: Züchterin nimmt Abschied von Tieren
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02:15 08.12.2017
Marion Strobach wolle vor allem seltene Arten wie dieses Yokohama-Huhn erhalten. Quelle: Marco Paetzel
Hennigsdorf

Langsam kehrt Ruhe ein auf dem Hof von Marion Strobach. Eine Kontrolle des Veterinäramts gab es Mitte Oktober nochmal. „Neben der Zählung der Tierbestände wurden geringere Mängel und Auffälligkeiten sofort behoben“, erklärt Ronny Wappler, Sprecher des Landkreises, dazu. Auch Nachweise über durchgeführte Behandlungen habe Strobach fristgerecht nachgereicht. „Ansonsten ist jetzt erstmal Ruhe. Und das“, sagt die Hennigsdorferin, „ist eine gute Nachricht.“

Seit Jahren gibt es Streit um das rund 1300 Quadratmeter große Grundstück in der Tucholskystraße, auf dem Marion Strobach vor allem Hühner, Enten, Puten und Kaninchen hält. Nach ihren Angaben lebten dort im Sommer noch mehr als 200 Tiere. Viele Anwohner sind vom Geruch genervt, der von dem Tierhof herüberzieht. Mit ihren direkten Nachbarn liegt Marion Strobach seit Jahren im Rechtsstreit. Etliche Male kontrollierte das Veterinäramt bereits auf dem Grundstück, viele Mängel sollte sie seitdem abstellen. „Die Enten haben nun einen Teich bekommen, die Kaninchenställe sind sauber“, sagt Strobach, die sich nach eigener Aussage immer um artgerechte Haltung bemühe. Zudem habe sie den vorderen Bereich des Gartens für ihre Tiere umgegraben, damit es ordentlich aussehe.

Dazu kommt, dass Marion Strobach ihren Tierbestand stark reduziert habe. Der Grund sei vor allem, dass sie wegen des andauernden Rechtsstreits schon seit etwa drei Jahren nicht mehr züchte. Zudem habe sie ältere Tiere in gute Hände gegeben. „Mein Tierbestand ist auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen“, sagt die Klavierlehrerin der Musikschule.

Auch ein Bekannter hat Ärger

Auch Strobachs Bekannter Reinhardt Engert, der auf ihrem Hof hilft, liegt weiter im Clinch mit dem Veterinäramt. Im Mai hatten Mitarbeiter Hühner, Puten, Enten, Gänse und Kaninchen von seinem Wochenendgrundstück in Eichstädt geschafft und die Tiere ins Tierheim gebracht. Eine kranke Gans musste damals gar durch einen Schuss aus der Dienstwaffe eines Polizisten getötet werden. Polizei und Kreisverwaltung sprachen davon, dass die Tiere unter katastrophalen Bedingungen gehalten wurden (MAZ berichtete). Reinhardt Engert dagegen hatte stets beteuert, seine Tiere seien gut versorgt. Er habe aber, wie viele Züchter, Probleme mit Vogelmilben gehabt.

„Die Akte zum Tierschutzfall befindet sich bei der Staatsanwaltschaft“, erklärte Ronny Wappler am Dienstag zum Stand der Dinge. Die Tiere bekommt Reinhardt Engert weiterhin nicht zurück, die Kosten für die Betreuung im Tierheim müsse er tragen. Bei einem Kontrolltermin am 4. August hatte Engert das Grundstück laut Kreisverwaltung nicht beräumt. „Seine Tierställe sind weiterhin für eine Tierhaltung teilweise ungeeignet und nicht ausreichend gereinigt“, hatte Wappler damals erklärt.

Ob sich die Lage nun zumindest in der Tucholskystraße entspannt, kann Anwohnerin Siegrid Skibba nicht sagen. „Lärm und Gestank sind weiter da.“ Immerhin könne sie bestätigen, dass auf dem Hof nun weniger Tiere leben. „Aber die tun mir trotzdem leid.“ Marion Strobach indes wünscht sich Frieden in der Nachbarschaft. „Und dass die Leute endlich mein Hobby tolerieren.“

Von Marco Paetzel

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