Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Nachbarn beklagen Gestank
Lokales Oberhavel Nachbarn beklagen Gestank
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 15.06.2017
Irmgard Lehrach, Siegrid Skibba, Hannelore Barth und Antonius Lehrach (v.l.) plagt seit Jahren der Geruch der Tiere, der vom Grundstück gegenüber des Hauses herüberzieht. Quelle: Foto: Marco Paetzel
Anzeige
Hennigsdorf

Antonius und Irmgard Lehrach sind Asthmatiker, eigentlich müsste das Hennigsdorfer Ehepaar nachts bei offenem Fenster schlafen. „Aber wenn der Wind ungünstig steht, kommt der Gestank von drüben voll rüber“, sagt der Rentner. „Drüben“, damit meint er das rund 1300 Quadratmeter große Grundstück von Marion Strobach, auf dem sie vor allem Hühner, Enten, Puten und Kaninchen hält – nach ihren eigenen Angaben leben dort mehr als 200 Tiere (MAZ berichtete).

Seit Jahren sind die Lehrachs sowie andere Mieter in der Tucholskystraße vor allem vom Geruch genervt, der von dem Tierhof herüberzieht. „Ich bin ja tierlieb, aber wir Menschen sind ja auch noch da, auch auf uns muss man doch ein bisschen Rücksicht nehmen“, sagt Antonius Lehrach, der einräumt, dass es freilich nicht die ganze Zeit stinkt. Auf seinem Sofa sitzen beim Besuch der MAZ auch die Nachbarinnen Hannerlore Barth und Siegrid Skibba. Auch ihnen gefielen die Zustände auf dem Hof ganz und gar nicht. „Es sind viel zu viele Tiere, in meinen Augen ist Frau Strobach ein Tier-Messie“, erklärt Skibba, die seit 1969 in dem Mehrfamilienhaus lebt. Ihrer Ansicht nach würden die Ställe der Tiere auch zu selten gereinigt.

Mehrmals hat auch das Veterinäramt des Landkreises das Grundstück von Marion Strobach bereits kontrolliert. Der letzte Besuch war eine Nachkontrolle am Donnerstag, 1. Juni. „Gefahr für das Leben der Tiere bestand nicht“, erklärt Constanze Gatzke, die bei der Kreisverwaltung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Einige Anforderungen bezüglich der Reinlichkeit des Hofes aus einer ersten Kontrolle im Mai seien bereits umgesetzt worden, andere Missstände seien hingegen erneut vorgefunden worden. „Hierzu wird ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet“, erklärt Constanze Gatzke. Zudem werde Marion Strobach eine Ordnungsverfügung zugehen. „Ab Zustellung hat die Besitzerin vier bis sechs Wochen Zeit, die festgestellten Missstände zu beheben. Eine Nachkontrolle wird stattfinden“, so die Sprecherin. Um welche Missstände es sich dabei genau handelt, das will Gatzke nicht verraten.

Marion Strobach will sich zu der ganzen Sache eigentlich nicht mehr äußern. In der MAZ hatte sie Ende April von einem zähen Rechtsstreit mit ihren direkten Nachbarn berichtet, die sich von Lärm und Geruch der Tiere belästigt fühlen. Rund 10 000 Euro habe Strobach in den Zwist investiert und sei finanziell am Ende, hatte sie in der MAZ erklärt. Dazu sei gekommen, dass sie ihre Tiere laut einem Vergleich des Landgerichts Neuruppin montags bis freitags von 20.30 bis 8 Uhr einsperren muss, an den Wochenenden und feiertags schon ab 18.30 Uhr. Das sei aber bei ihren rund 50 Enten, die ein größeres Auslaufareal haben, nicht möglich.

Die Klavierlehrerin der Hennigsdorfer Musikschule hatte nach Unterstützern gesucht, die ihr dieser Lage helfen könnten. In der Nachbarschaft sorgte der Artikel aber eher für Unmut, wurde zigmal kopiert und verteilt.

Es sei ihr in dem Text weniger darum gegangen, Gelder einzutreiben, sondern eher darum, konstruktive Ratschläge von außen zu erhalten. „Es stimmt mich sehr traurig, dass dies nicht erfolgt ist. Es gibt nur die Leegebrucher Familie Jesse, die sich ernsthaft und aufrichtig gemeldet hat“, so Marion Strobach. Leider sei die Botschaft, die sie mit den Enten im Vorgarten herüberbringen wollten, bei vielen nicht angekommen. Das wichtigste am Zusammenleben in der Nachbarschaft sei das gemeinsame Kommunizieren. „Miteinander reden kann oft helfen, Missverständnisse auszuräumen, aber man muss es wollen.“ Das sei aber leider nicht passiert, beklagt die Züchterin.

Antonius Lehrach und die anderen Nachbarn glauben, dass Gespräche mit Marion Strobach nichts bringen würden. Lehrachs Frau Irmgard sieht überhaupt keinen Ausweg, auch einen Schlichter würde sie ablehnen. Das Grundstück von Marion Strobach solle beräumt und am Besten verkauft werden. „Eine so große Zucht gehört eben nicht mitten in ein Wohngebiet.

Von Marco Paetzel

Oberhavel Körperverletzung und Raub in Hennigsdorf - Frau vom Freund gewürgt und bestohlen

Eine 22-jährige Frau und ihr 35-jährigen Freund haben sich am Sonnabend in der Wohnung des Mannes in Hennigsdorf gestritten. Plötzlich soll der 35-Jährige die Frau gewaltsam zu Boden gezerrt und gewürgt haben. Zudem soll er ihr Bargeld geraubt haben. Die zweijährige Tochter der Frau war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in der Wohnung.

12.06.2017

Die aktuelle Ausstellung zur Reformation ist derzeit in der Oranienburger Nicolaikirche zu sehen. Im Herbst soll der Reformator in der Stadt zudem mit modernem Theater und sieben Apfelbaum-Pflanztagen geehrt werden.

12.06.2017

Dieser MAZ-Beitrag hat viel Empörung ausgelöst: Dem 12-jährigen Philipp aus Oranienburg steht ab dem kommenden Schuljahr ein Schulweg von bis zu 90 Minuten bevor. Doch eine kleine Hoffnung gibt es noch: Der Bürgermeister verspricht, sich für eine akzeptable Lösung einzusetzen.

15.06.2017
Anzeige