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Nachbarn beklagen Gestank

Hennigsdorf Nachbarn beklagen Gestank

Der Tierhof der Hennigsdorfer Züchterin Marion Strobach sorgt für Ärger in der Nachbarschaft. Vier Anwohner beklagen gegenüber der MAZ den Gestank, der bei ungünstigem Wind vom Hof herüberzieht. Anfang Juni kontrollierte das Veterinäramt auf dem Hof, die Züchterin muss nun ein paar Dinge verbessern.

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Irmgard Lehrach, Siegrid Skibba, Hannelore Barth und Antonius Lehrach (v.l.) plagt seit Jahren der Geruch der Tiere, der vom Grundstück gegenüber des Hauses herüberzieht.

Quelle: Foto: Marco Paetzel

Hennigsdorf. Antonius und Irmgard Lehrach sind Asthmatiker, eigentlich müsste das Hennigsdorfer Ehepaar nachts bei offenem Fenster schlafen. „Aber wenn der Wind ungünstig steht, kommt der Gestank von drüben voll rüber“, sagt der Rentner. „Drüben“, damit meint er das rund 1300 Quadratmeter große Grundstück von Marion Strobach, auf dem sie vor allem Hühner, Enten, Puten und Kaninchen hält – nach ihren eigenen Angaben leben dort mehr als 200 Tiere (MAZ berichtete).

Seit Jahren sind die Lehrachs sowie andere Mieter in der Tucholskystraße vor allem vom Geruch genervt, der von dem Tierhof herüberzieht. „Ich bin ja tierlieb, aber wir Menschen sind ja auch noch da, auch auf uns muss man doch ein bisschen Rücksicht nehmen“, sagt Antonius Lehrach, der einräumt, dass es freilich nicht die ganze Zeit stinkt. Auf seinem Sofa sitzen beim Besuch der MAZ auch die Nachbarinnen Hannerlore Barth und Siegrid Skibba. Auch ihnen gefielen die Zustände auf dem Hof ganz und gar nicht. „Es sind viel zu viele Tiere, in meinen Augen ist Frau Strobach ein Tier-Messie“, erklärt Skibba, die seit 1969 in dem Mehrfamilienhaus lebt. Ihrer Ansicht nach würden die Ställe der Tiere auch zu selten gereinigt.

Mehrmals hat auch das Veterinäramt des Landkreises das Grundstück von Marion Strobach bereits kontrolliert. Der letzte Besuch war eine Nachkontrolle am Donnerstag, 1. Juni. „Gefahr für das Leben der Tiere bestand nicht“, erklärt Constanze Gatzke, die bei der Kreisverwaltung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Einige Anforderungen bezüglich der Reinlichkeit des Hofes aus einer ersten Kontrolle im Mai seien bereits umgesetzt worden, andere Missstände seien hingegen erneut vorgefunden worden. „Hierzu wird ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet“, erklärt Constanze Gatzke. Zudem werde Marion Strobach eine Ordnungsverfügung zugehen. „Ab Zustellung hat die Besitzerin vier bis sechs Wochen Zeit, die festgestellten Missstände zu beheben. Eine Nachkontrolle wird stattfinden“, so die Sprecherin. Um welche Missstände es sich dabei genau handelt, das will Gatzke nicht verraten.

Marion Strobach will sich zu der ganzen Sache eigentlich nicht mehr äußern. In der MAZ hatte sie Ende April von einem zähen Rechtsstreit mit ihren direkten Nachbarn berichtet, die sich von Lärm und Geruch der Tiere belästigt fühlen. Rund 10 000 Euro habe Strobach in den Zwist investiert und sei finanziell am Ende, hatte sie in der MAZ erklärt. Dazu sei gekommen, dass sie ihre Tiere laut einem Vergleich des Landgerichts Neuruppin montags bis freitags von 20.30 bis 8 Uhr einsperren muss, an den Wochenenden und feiertags schon ab 18.30 Uhr. Das sei aber bei ihren rund 50 Enten, die ein größeres Auslaufareal haben, nicht möglich.

Die Klavierlehrerin der Hennigsdorfer Musikschule hatte nach Unterstützern gesucht, die ihr dieser Lage helfen könnten. In der Nachbarschaft sorgte der Artikel aber eher für Unmut, wurde zigmal kopiert und verteilt.

Es sei ihr in dem Text weniger darum gegangen, Gelder einzutreiben, sondern eher darum, konstruktive Ratschläge von außen zu erhalten. „Es stimmt mich sehr traurig, dass dies nicht erfolgt ist. Es gibt nur die Leegebrucher Familie Jesse, die sich ernsthaft und aufrichtig gemeldet hat“, so Marion Strobach. Leider sei die Botschaft, die sie mit den Enten im Vorgarten herüberbringen wollten, bei vielen nicht angekommen. Das wichtigste am Zusammenleben in der Nachbarschaft sei das gemeinsame Kommunizieren. „Miteinander reden kann oft helfen, Missverständnisse auszuräumen, aber man muss es wollen.“ Das sei aber leider nicht passiert, beklagt die Züchterin.

Antonius Lehrach und die anderen Nachbarn glauben, dass Gespräche mit Marion Strobach nichts bringen würden. Lehrachs Frau Irmgard sieht überhaupt keinen Ausweg, auch einen Schlichter würde sie ablehnen. Das Grundstück von Marion Strobach solle beräumt und am Besten verkauft werden. „Eine so große Zucht gehört eben nicht mitten in ein Wohngebiet.

Von Marco Paetzel

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