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Nachbarn planen Skulpturen-Boulevard

Birkenwerder und Hohen Neuendorf Nachbarn planen Skulpturen-Boulevard

Dass die Nachbarkommunen Birkenwerder und Hohen Neuendorf die Birkenwerderstraße gemeinsam ausbauen wollen, hatten sie bereits vor sieben Jahren beschlossen. Mit einem Sahnehäubchen garnierten die Partner jetzt ihr Projekt: Um Raserei einzudämmen, planen sie Einengungen, die zugleich zur Bühne für Skulpturen und Objekte werden sollen.

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Michael Schmidt bereitet bereits Elektroanschlüsse für die Skulpturenstandorte vor.

Quelle: Robert Roeske

Birkenwerder/Hohen Neuendorf. Die Nachbarkommunen Birkenwerder und Hohen Neuendorf lassen die Birkenwerderstraße gemeinsam ausbauen. Der Clou: Zum ortsübergreifenden Projekt gehört der Bau einer alternativen Verkehrsberuhigung in Form eines Skulpturenboulevards. Die Gemeindevertretung von Birkenwerder beschloss dafür am Donnerstag mehrheitlich eine Summe von 7000 Euro pro Skulptur bereitzustellen, inklusive Fundament.

Um das Rasen auf der neuen Fahrbahn zu unterbinden, sind Einengungen vorgesehen. Eine Bepflanzung mit neuen Bäumen wird aber angesichts der üppig grünen Waldumgebung für nicht sinnvoll erachtet. Die Nachbarkommunen wollen deshalb einen neuen Weg gehen und an den beiden Einengungen sowie an drei weiteren bereits ausgewählten Standorten Skulpturen und Objekte regionaler Künstler aufstellen lassen. Die Werke sollen laut Beschlussbegründung in Wettbewerben ausgewählt werden, ein Standort pro Jahr. Die Idee treffe bei den Anwohnern „auf breite Zustimmung“. Zudem sei die Birkenwerderstraße durch ihr Angrenzen an das Briese-Biotop und ihren Zugang zum Briesetal ein beliebter Wanderweg für Anwohner, Spaziergänger, Jogger, Radtouristen sowie Hundehalter und dadurch „ideal für ein Openair-Ausstellungsprojekt geeignet“. Der Skulpturenboulevard könne zu einer ortsübergreifenden Initiative mit hoher Symbolkraft werden und mache die Region um einen Anziehungspunkt reicher.

Helmut Wollschläger (r) und Michael Schmidt bereiten am Freitag vor Beginn der Straßenbauarbeiten die Elektroanschlüsse für die geplanten Sku

Helmut Wollschläger (r.) und Michael Schmidt bereiten am Freitag vor Beginn der Straßenbauarbeiten die Elektroanschlüsse für die geplanten Skulpturen vor.

Quelle: Robert Roeske

Zum Ausrichten der Wettbewerbe – frühestens ab Mitte 2017 – sowie zur Pflege des Boulevards schließen sich laut Konzept ortsübergreifend Vertreter der Politik und Verwaltungen, der Kultur und lokalen Wirtschaft sowie Anwohner in einem Trägerverein zusammen. Die von ihnen berufene Jury prämiert jährlich ein Kunstwerk. Auch Fördermittel sollen beantragt werden. In Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum Wasserwerk könnten Jugendliche und Künstler auch in einem temporären Atelier ein Ausstellungsobjekt erstellen. Das Aufstellen der ersten Plastik wird für 2018 erwartet.

Die Stadt Hohen Neuendorf hat für das Projekt ebenfalls Geld in den Haushalt eingestellt, sagt Hohen Neuendorfs Marketing-Fachbereichsleiterin Ariane Fäscher. Die zuständigen Gremien hätten das Projekt befürwortet und das interkommunale Vorhaben „sehr begrüßt“. „Noch haben wir keinen Haushaltsbeschluss, aber alle Signale stehen auch in Hohen Neuendorf für den Skulpturenboulevard auf grün“, so Ariane Fäscher. Ziel sei es, den Haushalt im Dezember zu beschließen.

Der beginnende Straßenbau an der Einmündung zur Seestraße

Der beginnende Straßenbau an der Einmündung zur Seestraße.

Quelle: Robert Roeske

Der Start ist nach den Worten der Sprecherin im nächsten Jahr mit zwei Kunstwerken vorgesehen – von jeder Kommune eines. Momentan habe Hohen Neuendorf daher eine Anschubfinanzierung von 10 000 Euro im Etatentwurf eingepreist. Allerdings sei bei Bedarf auch ein Spielraum für bis zu 15 000 Euro möglich, ähnlich übrigens wie in Birkenwerder.

Den gemeinsamen Straßenausbau hatten die Nachbarkommunen bereits 2009 grundsätzlich beschlossen. Zu Verzögerungen kam es, weil Hohen Neuendorf zunächst andere Prioritäten gesetzt hatte.

Von Helge Treichel

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