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Oberhavel Nachbarn streiten um gekapptes Kabel
Lokales Oberhavel Nachbarn streiten um gekapptes Kabel
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11:42 11.08.2014
Telefonkabel der Telekom. Quelle: dpa
Klein-Ziethen

Wegen eines Nachbarschaftsstreits ist eine Familie in Klein-Ziethen seit Wochen technisch von der Außenwelt abgeschnitten: Seit ihr Nachbar Norbert E. Anfang Juli beim Ausheben einer Baugrube die Telekomleitung beschädigte, können Maurice K., Daniela Sch. und ihre beiden Söhne, die die vierte und siebte Klasse besuchen, weder telefonieren, im Internet surfen noch fernsehen. Genau dort, wo der Anschluss, der von der Familie bislang genutzt wurde, verläuft, baut E. eine Garage.

Nachbar verweigert der Telekom den Zutritt

Als Mitarbeiter der Telekom das Kabel flicken wollten, lehnte E. die Reparatur ab. Er habe nicht gewusst, dass der Telefonanschluss seiner Nachbarn über sein Stück Land verlaufe, argumentierte der Berliner. Auch im Grundbuch sei ein Leitungsrecht seines Wissens nach nicht eingetragen, so E. weiter. „Darauf haben wir beim Kauf des Grundstücks vor zwei Jahren extra geachtet“, beteuerte der Bauherr. Das Kabel zu reparieren, ergibt laut E. keinen Sinn: „Das Fundament für die Garage ist ausgehoben, das Kabel muss sowieso neu verlegt werden.“ Dies solle dann aber außerhalb seines Grund und Bodens geschehen, fügte E. hinzu.

Telekom will Strafanzeige stellen

Anderer Meinung ist die Telekom: Das Unternehmen will Strafanzeige gegen den Grundstücksbesitzer stellen. „Das Telefonkabel ist Eigentum der Deutschen Telekom und es handelt sich hier um eine Sachbeschädigung“, begründete Unternehmenssprecher André Staudt schriftlich. Um das Kabel instand zu setzen, müsse der Zugang zum Grundstück gewährleistet sein. „Da der Eigentümer dies verweigert hat, haben wir den Rechtsweg beschritten“, teilte Staudt mit.

Nachbar schaltet auf stur

„Herr E. schaltet bei jedem Gesprächsversuch auf stur, er denkt nur an sich“, meint Daniela Sch. Seit 2008 leben sie und ihr Lebensgefährte, Maurice K., in Klein-Ziethen. Das insgesamt fast 2500 Quadratmeter große Grundstück Am Dorfplatz wurde damals geteilt: Das vordere, rund 500 Quadratmeter große Flurstück gehört Maurice K., das hintere erwarb Norbert E. vor gut zwei Jahren. Angeblich hatte K. mit dem Voreigentümer für das angrenzende Grundstück damals ein Leitungsrecht vereinbart. „Herr E. wusste ganz genau, wo das Kabel verläuft, er hat es mutwillig zerschossen“, wettert Daniela Sch. gegen ihren Nachbarn. Die Schulbücher für ihre Jungen bestellte sie notgedrungen online am Computer einer Freundin.

Ein Klassiker der Nachbarschaftsstreitigkeiten

„Der geschilderte Fall gehört leider zu den Klassikern der Nachbarschaftsstreitigkeiten“, sagte Peter Matschke, Justiziar der Gemeinde Oberkrämer, auf MAZ-Anfrage. Weil es sich um eine „rein privatrechtliche Angelegenheit ohne Berührungspunkte mit der Gemeinde“ handele, konnte der Rechtsberater allerdings keine weitere Auskunft zur Sache erteilen. Stattdessen verwies er auf die Grunddienstbarkeit gemäß dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Demnach müsse Norbert E. der benachbarten Familie die Nutzung des Anschlusses gewährleisten, wenn er beim Kauf das sogenannte Leitungsrecht vom Voreigentümer übernommen hat.

„Wenn einer der Kontrahenten absolut nicht mit dem anderen reden will, bleibt als letzte Möglichkeit nur der Rechtsweg“, sagte indes Karl-Heinz Hardel, Schiedsmann bei der Gemeinde Oberkrämer. Der Ehrenamtler soll bei Streitigkeiten unter Nachbarn schlichten. Erst wenn die Verhandlung vor der Schiedsstelle erfolglos war, können Betroffene beim Amtsgericht klagen.

Soweit wollen es Daniela Sch. und Maurice K. nur ungern kommen lassen. Sie hoffen nun auf einen neuen Telefonanschluss außerhalb des Grundstücks von Norbert E. Laut Daniela Sch. kann sich das aber noch bis November hinziehen. „Solange sind wir weiter abgeschnitten von der Welt“, sagt die Mutter.

Von Josefine Sack

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