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Oberhavel Narren gehen in die heiße Phase
Lokales Oberhavel Narren gehen in die heiße Phase
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00:16 14.02.2017
Spaß ist beim Marwitzer Männerballett garantiert. Die Herren sind der Höhepunkt jeder Karnevalsshow. Quelle: Ingo Pahl
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Marwitz

Alles begann mit einem Kappenfest 1972. So steht es in den Annalen des Marwitzer Carneval Clubs. Doch auch der Dorfclub, der Jugendclub und die Auflösung des Gemischten Chores spielten eine nicht unerhebliche Rolle bei der Gründung des MCC vor 45 Jahren. Getreu des Mottos „Wenn wir schon keinen Chor mehr haben, dann müssen wir irgendwas im Dorf machen“ nahm die närrische Mariwtzer Tradition ihren Lauf.

Heute zählt der Verein rund 90 Mitglieder, die zur Karnevalszeit die Marwitzer Turnhalle mit einer aufwendigen Dekoration versehen. „Es ist immer ein Erlebnis für die Gäste, schließlich soll Karneval etwas Besonderes sein“, erklärt Vereinsvorsitzender Detlef Schulz, der seit 42 Jahren zum Verein gehört. „Karneval ist mein Leben“, so der 58-Jährige, dessen Vater Erhard die Tradition ins Leben gerufen hat, dass es jedes Jahr ein neues Motto gibt. „Ein Thema wäre schwieriger, da ja auch Büttenreden, Musik und Kostüme passen müssen.“ So aber zäume man quasi das Pferd von hinten auf, so Schulz: Erst werde das Mottolied gefunden und daraus entwickle sich dann die jeweilige Session. „Schön ist das Leben“ gilt in diesem Jahr. „Da passt eigentlich alles“, lacht der Vereinschef.

Gute Stimmung! Quelle: Ingo Pahl

Neben seinen Vorstandspflichten steht Schulz als Musiker auf der Bühne. Sowohl als Solist – seine Zugabe „Es war einmal ein Hamster“ hat seit 35 Jahren Tradition – und bei der SMH, der schnellen musikalischen Hilfe. Oder auch bekannt als „SMH – Schulz Hildebrandt Meier“. Handgemachte Musik mit Gitarre, Akkordeon, Keyboard und Gesang. Jedes Jahr ein neues Programm. Neben den gemeinsamen Proben, wird auch alleine zuhause weiter geübt. „Die Singerei muss sicher sein", so Schulz. Es ist nicht zu übersehen, genauer zu überhören, in welcher Tradition der MCC steht. Die musikalischen Beiträge werden groß geschrieben. Jedoch immer nahe am Publikum, das stets phantasievoll kostümiert nach Marwitz pilgert.

„Das Publikum soll mitmachen, mitsingen und schunkeln“, erklärt Schulz. So bekommt auch das traditionelle Marwitzlied jedes Jahr eine neue Strophe. Getextet von Sitzungspräsident Wolfgang Schmeck. „Ein begnadeter Texter und ein toller Moderator“, gerät der Vorsitzende ins Schwärmen.

Männerballett. Quelle: Ingo Pahl

Denn neben den Hörgenüssen und den Büttenreden, hat der MCC auch zahlreiche Augenweiden zu bieten: Es gibt Funkengarden, eine Showtanzgruppe, die Grauen Panther und natürlich das Männerballett. Sind die derzeit 16 Minifunken der Jungsbrunnen des Vereins, so ist die Männergruppe Höhepunkt jeder Show.

Ob als Rockerbräute in Leder und Spitzenstrumpf, als Haremsdamen, Piratenbräute oder im Putzkittel, das weibliche Publikum verfällt ob des Anblicks der starken Körper und des erotischen Knisterns im Saal stets in ungebremste Hysterie. Der Saal kocht. Zur „Perfekten Welle“ von Sängerin Juli gibt es traditionell eine Zugabe der Herren in Bademode der 20er Jahre. „Der Ein- und Ausmarsch der Zugabe ist immer gleich, aber der Hauptteil ist stets neu“, beschreibt Frank Hildebrandt den Auftritt der acht Männerballettherren. Der Veltener ist seit neun Jahren Teil der Truppe.

Echte Artistik! Quelle: Ingo Pahl

„Im Sportverein hat man mich überzeugt, meine Fähigkeiten auch für den Karneval zu nutzen.“ Jedes Jahr wird in eine neue Rolle geschlüpft. „Ich bin froh, wenn es endlich wieder losgeht.“ Ab Oktober wird geübt. Jeder darf seine Ideen einbringen. Die Choreographie ist so ein Gemeinschaftswerk. Egal ob zu Schwanensee im Tutu oder im Schottenrock. Nur zu 1001 Nacht gab es die Hilfe einer Bauchtänzerin. Die riet zum Abnehmen. Für die Männerballettherren des MCC undenkbar: „Wir zeigen Bauch.“

Von Ulrike Gawande

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