Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Nationalsozialismus: Umdenken bei der Erinnerungskultur
Lokales Oberhavel Nationalsozialismus: Umdenken bei der Erinnerungskultur
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 17.04.2019
Moderator Andreas Meyer, Bernt Lund, Marjolein Snep, Edgar Frischmann, José Gaasch-Traufler (v.). Quelle: Robert Roeske
Sachsenhausen

Die Erinnerungskultur an den Nationalsozialismus wird sich ändern müssen. „Der Tod der früheren Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen zwingt uns dazu. Er werden weniger“, sagte Andreas Meyer, Vorsitzender des Sachsenhausen-Komitees, am Sonntag beim Generationengespräch, das traditionell zum Tag der Befreiung stattfindet. Dieses Gespräch war ein Punkt in einer Reihe von Gedenkveranstaltungen, zu denen am Wochenende in die Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück (hier war Ministerpräsident Dietmar Woidke) geladen wurde.

Die Gedenkstätte in Sachsenhausen war am Sonntag sehr gut besucht. Quelle: Robert Roeske

Gesprächspartnerinnen diesmal: Marjolein Snep (Niederlande) und José Gaasch-Traufler (Luxemburg). Die Väter beider Frauen waren einst in Sachsenhausen inhaftiert. Peter Josef Snep half dabei, Juden in die Schweiz zu bringen, wurde erwischt und landete in Sachsenhausen. Der Vater von José Gaasch-Traufler gehörte der Freiwilligen Kompanie Luxemburg an. Er wurde nach Erfurt deportiert und weigerte sich, für Deutschland zu kämpfen. Über das KZ Buchenwald kam er nach Sachsenhausen. Beide überlebten das KZ.

Die Väter redeten (lange) nicht über die Zeit im Konzentrationslager, deshalb hatten die Töchter zunächst keinen Bezug zur NS-Zeit und das Erlebte ihrer Väter. „Bis ich meinen Vater nach Sachsenhausen begleitete. Er war dort anders. Für mich war es der Einstieg dafür, mich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Ich versprach meinem Vater vor seinem Tod: „Du sollst nicht umsonst gelitten haben.“ José Gaasch-Traufler war sauer auf ihren Vater, weil er sie mit 1000 Fragen allein gelassen hatte. „Ich erarbeitete mir die Antworten, wollte sie aber von ihm haben.“ Beide Töchter gehören zur zweiten Generation. Am Sonntag wurde die Frage gestellt, ob nicht auch die dritte Generation Verantwortung für die Erinnerungskultur übernehmen müsse. Marjolein Snep: „Wir müssen das Bewusstsein übergeben. Orte wie Sachsenhausen sind dafür ideal.“ José Gaasch-Traufler ist sich sicher: „Die dritte Generation hat mehr Interesse als meine Generation. Ich bin zuversichtlich, dass sie sich dem annimmt.“

Edgar Frischmann (links) und Bernt Lund, Präsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees (2. v. r.). Quelle: Robert Roeske

Von Stefan Blumberg

MAZ-Leser gegen Bürgermeister: Nehmen Sie das Duell mit Kremmens Bürgermeister an? Drei Leser haben am 30. April die Möglichkeit, Spargel zu stechen und in 15 Minuten zu zeigen, dass sie die besseren Spargelstecher sind.

15.04.2019
Oberhavel Achtung, Blitzer! - Radarkontrolle am Montag

Aufgepasst: Die Polizei in Oberhavel ist am Montag mit dem Radarmessgerät unterwegs und kontrolliert die Einhaltung der Geschwindigkeitsvorschriften.

14.04.2019

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat zum entschiedenen Eintreten gegen Diskriminierung und Rassismus aufgerufen. Bei einer Gedenkveranstaltung zur Befreiung des KZ Ravensbrück warnte er, dass die Wurzeln des Nationalismus überlebt hätten.

14.04.2019