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Oberhavel Nein-Sagen geübt
Lokales Oberhavel Nein-Sagen geübt
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20:13 23.10.2017
Böse gucken und eine klare Handbewegung, auch das gehört zum Nein-Sagen, lernen die Mädchen. Quelle: Marion Bergsdorf
Borgsdorf

Milena aus Borgsdorf (11) möchte lernen, sich besser zu wehren. Neulich sprach sie eine Frau an und sagte: „Du Mäuschen, kann ich dich mal was fragen?“ Milena ging einfach weiter, aber sie ärgerte sich, so angesprochen zu werden.

Gemeinsam mit acht weiteren Mädchen nimmt Milena an einem WenDo-Kurs im Kinder- und Jugendtreff Lücke in Borgsdorf teil. Einige der Mädchen waren von ihren Eltern auf den Kurs aufmerksam gemacht worden. Mit dem Ziel, das Selbstbewusstsein der Mädchen zu stärken.

Kursleiterin ist Astrid Zink (39), Trainerin im Berliner WenDo-Netzwerk. Die Sozialpädagogin, die in einer Mädcheneinrichtung arbeitet, absolvierte die zweijährige Trainerinnenausbildung und sammelte schon einige Erfahrungen.

Behutsam geht sie auf jedes einzelne Mädchen ein und erklärt, dass es bei WenDo um Sebstverteidigung und Selbstbehauptung geht. Mädchen seien oft dazu erzogen worden, zu lächeln und Ja zu sagen. Viele von ihnen müssten lernen, böse zu gucken, wenn ihnen etwas nicht passt und Nein zu sagen. Nicht leise, sondern laut und klar. Doch das ist gar nicht so einfach. Mit Atemübungen geht es besser. Beim ausatmen sagen die Mädchen laut „Nein“, „Geh weg“ und „No“. WenDo heiße „der Weg der Frauen und Mädchen“ und sei nicht mit Kampfsport gleichzusetzen. Es gehe darum, stopp zu sagen, wenn einem etwas nicht passt. Neben einfachen, wirkungsvollen Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten sei Selbstbehauptung von zentraler Bedeutung, um sich im Alltag selbstsicherer gegen Belästigungen und Bedrohungen wehren zu können. Im Mittelpunkt steht dabei ein würdevoller Umgang mit den eigenen Grenzen - auch gegenüber nahe stehenden Personen. Das Gruppentraining biete dabei die Möglichkeit, von den unterschiedlichen Fähigkeiten, Erfahrungen und Ideen der Teilnehmenden zu profitieren.

Das „Nein“ der Mädchen wird immer lauter. Mit jedem Ausatmen gelingt es ihnen besser. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein, wirkt präventiv bei sexuellen Missbrauchsversuchen. Auch in der Familie. Die Mädchen sollen auf ihr Bauchgefühl hören. Wenn ihnen etwas nicht gefällt oder komisch vorkommt, sollen sie laut „stopp“ sagen. In Rollenspielen wird das geübt.

„Ich bin gespannt, wie die Mädchen nach Kursende auftreten“, sagt Cindy Grützmacher, Erzieherin im Lücke-Treff in Borgsdorf. Als Bonbon für die Mädchen, die bei diesem Kurs mitmachen, durften sie von gestern zu heute im Treff übernachten. Sie aßen zusammen Lasagne, das hatten sie sich gewünscht. Danach stand Quatschen, Spielen und eventuell Filmgucken auf dem Programm. „Eine solche Übernachtung bietet sich für einen zweitägigen Kurs in den Ferien an. Das stärkt das Gruppengefüge“, sagt Cindy Grützmacher. Mirabell und Tilai aus Basdorf, deren Eltern in der MAZ von dem Kurs gelesen hatten, freuten sich auf die Übernachtung. „Da lernt man sich ein bisschen besser kennen und kann sich austauschen“, sagt Mirabell. Gut gefällt den Mädchen auch das Prinzip der Freiwilligkeit im Kurs. Wer etwas nicht mitmachen möchte, sagt Bescheid. Jeder soll seinen Weg finden.

Von Marion Bergsdorf

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