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Neubauten mitten in der Stadt

Wohnungsbau in Oranienburg Neubauten mitten in der Stadt

Seit 20 Jahren hat sich die Wohnungsbaugesellschaft Oranienburg nicht an ein solch großes Neubauvorhaben gewagt. Nun stehen drei Mehrgeschosser auf dem Bötzower Platz in direkter Nachbarschaft zur Nicolaikirche. Am Mittwoch wurde Richtfest gefeiert. Und schon jetzt stehen die Interessenten für die 28 Wohnungen Schlange.

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Sie zählten am Mittwoch zu den Hauptpersonen: Zimmerer Christian Lahne (l.), der einen zünftigen Richtspruch zum Besten gab, und Bauleiter Jürgen Pischke, die gute Seele der Baustelle.

Quelle: Andrea Kathert

Oranienburg. Der Richtkranz auf einem der drei Rohbauten am Bötzower Platz hätte wohl eher zu einem Einfamilienhaus gepasst. Aber das störte am Mittwoch niemanden. „Wir feiern gleich für alle drei Häuser“, sagte Bernd Jarczewski, Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (Woba). Obwohl die Häuser in unterschiedlichem Bauzustand sind. „Nicht aus Geiz“, wie er betonte. Aber drei Feiern nacheinander wären wohl doch zu viel des Guten. Zumal die Woba eine Menge Geld in das Neubauprojekt steckt. „Am Ende haben wir 9,5 Millionen Euro sinnvoll im märkischen Sand versenkt“, sagte Jarczewski.

Dass die Gesellschaft mit dem Projekt richtig lag, beweisen die Interessenten. Für die 28 Wohnungen liegen bereits 54 Nachfragen vor. Einige davon werden sicherlich bald wieder abspringen, denn ganz billig sind die Zwei- bis Vierraumwohnungen mit Balkon oder Terrasse nicht. Doch was genau die Mieter hinlegen müssen, behält sich die Woba bis nach dem Richtfest vor. „Aber im August starten wir eine große Vermietungsaktion“, sagt der Woba-Chef. Dann erfahren die Interessenten die genauen Preise und Zuschnitte der Wohnungen.

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Drei Mehrgeschosser mit 28 Wohnungen und Tiefgaragen für 74 Autos errichtet die städtische Wohnungsbaugesellschaft von Oranienburg gerade am Bötzower Platz.

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Bisher war als Investitionssumme immer acht Millionen Euro genannt worden. Dass es nun doch teurer wurde, hat mehrere Ursachen. Es war nicht nur der schlechte Baugrund, der vereitelte, dass die Tiefgaragen wirklich tief im Boden liegen und nun 90 Zentimeter herausragen. „Die modernen Lüftungsanlagen waren vorher nicht vorgesehen“, erklärt Jarczewski. Aber energetisch wollte die Woba auf neuestem Niveau bauen. Deshalb wurde auch mehr in die Heizungsanlage investiert. Jede Wohnung bekommt ihre eigene Heizstation, mit der die Fußbodenheizung und die Warmwasseraufbereitung selbst reguliert werden können. Auch bei den Außenanlagen legte die Gesellschaft noch mal nach. „Wir wollten nicht anfangen, zu knapsen“, meint Bernd Jarczewski. „Wir wollten ökologisch und nachhaltig bauen.“

Nicht überall fand das Vorhaben Zustimmung. Besonders die Mieter aus den umliegenden Plattenbauten beäugten das Projekt skeptisch. Doch nicht nur Jarczewski, sondern auch Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke sind fest davon überzeugt, dass die kristischen Stimmen bald verstummen. „Grundstücke mitten in der Stadt sind ein großes Gut“, sagte Laesicke, die man gut nutzen müsse. Ihm würde es leid tun, wenn man mit dem Wohnungsbau mehr in die Breite ginge und vielleicht sogar Wald dafür geopfert würde. Der Bedarf an höherwertigem Wohnraum ist in Oranienburg da. „Dieses Segment fehlte bisher“, meinte Laesicke. Der Bürgermeister glaubt, dass die neuen Mieter auch aus anderen Wohnungen in Oranienburg umziehen odre ihr Häuschen verkaufen. Am Bötzower Platz könnte eine gute Mischung an Bewohnern entsteht. Und schließlich würden auch die Leute profitieren, die preiswerten Wohnraum suchen.

Von Andrea Kathert

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