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Neue Asylunterkunft in Hohen Neuendorf

Landkreis informiert Anwohner Neue Asylunterkunft in Hohen Neuendorf

Westlich des Bahnhofs Hohen Neuendorf-West sollen auf einem bislang unbebauten Grundstück der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben an der Friedrich-Naumann-Straße bis zu 200 Plätze für Flüchtlinge geschaffen werden. Die Inbetriebnahme ist für das dritte Quartal 2017 vorgesehen. Diese Nachricht hat Anwohner überrascht.

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Die Brachfläche an der Friedrich-Naumann-Straße und Rosenthaler Straße westlich des Bahnhofs Hohen Neuendorf West.

Quelle: Helge Treichel

Hohen Neuendorf. Als Andrea Stohs am Freitagnachmittag nach Hause kam, fand sie in ihrem Briefkasten einen Umschlag vom Landkreis Oberhavel – die Einladung zu einer Informationsveranstaltung über eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber an der Friedrich-Naumann-Straße. Für die Ex-Berlinerin, die erst 2012 nach Hohen Neuendorf umgezogen war, eine Hiobsbotschaft: „Das ist genau vor unserer Nase“, sagt die 50-Jährige überrascht und sichtlich konsterniert.

Die Katze erst am Tag zuvor aus dem Sack gelassen

Erst am Tag zuvor hatte Landrat Ludger Weskamp (SPD) während einer Pressekonferenz die Katze aus dem Sack gelassen: Westlich des Bahnhofs Hohen Neuendorf-West sollen auf einem bislang unbebauten Grundstück der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben an der Friedrich-Naumann-Straße bis zu 200 Plätze für Flüchtlinge geschaffen werden – in Form von Wohnungsverbünden. Die Inbetriebnahme ist für das dritte Quartal 2017 vorgesehen. Weskamp lädt aus diesem Grund für die kommende Woche zu einer Informationsveranstaltung ein. Der Landrat und Matthias Rink, Dezernent für Soziales und Verkehr, werden gemeinsam mit Vertretern der Stadt sowie der Polizeiinspektion Oberhavel und dem Staatlichen Schulamt Neuruppin über die derzeitigen Entwicklungen informieren und die konzeptionellen Überlegungen der Kreisverwaltung darlegen. Im Anschluss besteht nach den Worten von Kreissprecher Ronny Wappler die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Anregungen zu geben.

Blick von einer Anhöhe direkt Richtung Bahnhof und auf die betreffende Fläche, die gern als Auslauffläche für Hunde genutzt wird

Blick von einer Anhöhe direkt Richtung Bahnhof und auf die betreffende Fläche, die gern als Auslauffläche für Hunde genutzt wird.

Quelle: Helge Treichel

Davon haben die Betroffenen mehr als genug, wie einige Minuten später bei spontanen Gesprächen unter Nachbarn deutlich wird. „Die Verantwortlichen müssen sich echt ein gutes Konzept überlegen“, sagt die Frau von gegenüber, die gerade zwei Hunde ausführt. „Das ist hoffentlich gut geplant. Die beiden Grundschulen und die Kitas sind jetzt schon überfüllt.“ Dennoch hoffen die mittlerweile fünf zusammenstehenden Nachbarn, dass vorrangig Familien einziehen werden. „Das löst nicht solche Angst aus und ist die Grundlage für ein besseres Miteinander als wenn 200 junge Männer herkommen.“ Schließlich wohnen viele Mädchen im Umfeld. „Man hat leider zu viel Negatives gehört und ist zu unaufgeklärt“, stellt eine andere Nachbarin fest. „Ich finde schlimm, dass keiner vorher gefragt wird“, sagt eine weitere: „Ich glaube, die Amtszeit von Frau Merkel nähert sich definitiv dem Ende.“

„Dafür hat man hier viel Geld bezahlt“

Andrea Stohs fürchtet um die Unbeschwertheit, die Sicherheit und das Vertrauen in der Nachbarschaft. „Dafür hat man hier viel Geld bezahlt“, sagt sie. Und sie fürchtet um den Wert des Grundstücks ihrer Familie. Unsicherheit und Ängste bestimmen an diesem Freitagnachmittag das Gespräch. „Das hat einfach mit zu wenig Information zu tun“, ist man sich einig. Alle hoffen auf die Veranstaltung am Mittwoch, „auf konkrete Informationen und überzeugende Antworten, die beruhigen“. Gelingt dies nicht, würden die Leute schnell auf die Barrikaden gehen und mit Nachdruck Lösungen einfordern. Das gelte auch für den Fall, wenn Flüchtlingskinder bei den knappen Schul- und Kitaplätzen bevorzugt würden. Das sei ein schlechtes Signal und könnte für viel negative Stimmung sorgen, befürchten die Anwohner der Friedrich-Naumann-Straße.

Landkreis lädt die Anwohner ein

Die Informationsveranstaltung beginnt am Mittwoch, 24. Februar, um 18 Uhr in der Stadthalle Hohen Neuendorf (Am Rathaus 1, 16540 Hohen Neuendorf). Der Einlass beginnt 30 Minuten vorher.

Landrat Ludger Weskamp und Matthias Rink, Dezernent für Soziales und Verkehr, werden gemeinsam mit Vertretern der Stadt sowie der Polizeiinspektion Oberhavel und dem Staatlichen Schulamt Neuruppin über die derzeitigen Entwicklungen informieren und die konzeptionellen Überlegungen der Kreisverwaltung darlegen.

Im Anschluss besteht nach den Worten von Kreissprecher Ronny Wappler die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Anregungen zu geben.

Zu der Informationsveranstaltung wurden die direkten Anwohner persönlich eingeladen. Entsprechende Sitzplätze können mittels des Rückantwortbogens reserviert werden. Darüber hinaus sind alle interessierten Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Hohen Neuendorf herzlich eingeladen, an der jeweiligen Veranstaltung im Rahmen der zur Verfügung stehenden Kapazitäten teilzunehmen. Interessenten werden allerdings gebeten, ihren Personalausweis mitzubringen.

Von Helge Treichel

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