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Oberhavel Neue Hoffnung für Jungen im Wachkoma
Lokales Oberhavel Neue Hoffnung für Jungen im Wachkoma
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07:50 13.08.2017
Maria und Sven Neuenfeld mit ihren Kindern Arne (6) und Sören (2). Quelle: Helge Treichel
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Hohen Neuendorf

Eine E-Mail aus New Orleans (USA) hat am Montag Maria und Sven Neuenfeld in Hohen Neuendorf erreicht und bei ihnen große Hoffnung genährt, dass ihr Sohn Arne-William doch noch vollständig aus dem Wachkoma erwacht, in dem er sich seit vier Jahren befindet. Seit 1989 habe der Arzt Paul G. Harch 49 Kinder erfolgreich behandelt, die nach einem Ertrinkungsunfall Hirnschäden erlitten hatten, berichtet Maria Neuenfeld. Das wünscht sich die Familie nun auch für Arne-William, dem das gleiche Schicksal widerfuhr.

Eigentlich wäre der Sechsjährige zum September in die Hennigsdorfer Regenbogenschule, eine Förderschule, eingeschult worden. Doch die Eltern ließen ihren Sohn für ein Jahr zurückstellen. Das gibt ihnen unter anderem Zeit für eine weitere Therapie, von der sie erst kürzlich erfuhren und für die sie seit der vergangenen Woche erneut Geld sammeln. Nach der vor anderthalb Jahren absolvierten Delfintherapie (MAZ berichtete) geht es nun um eine Hyperbare Sauerstofftherapie, bei der in einer Druckkammer reiner Sauerstoff eingeatmet wird.

Arne-William im Februar 2016 während der Delfintherapie, die mit Hilfe von Spenden finanziert worden war. Quelle: privat

Der jetzt sechsjährige Junge war im Mai 2013 während einer Geburtstagsfeier in einen abgedeckten Pool gefallen und ertrunken, während die Gäste durch einen anderen Unfall abgelenkt waren. Die Retter konnten das Kind wiederbeleben, doch der Sauerstoffmangel schädigte das Gehirn. Arne-William befindet sich seitdem im Wachkoma. Nach einem anderthalbjährigen Klinikaufenthalt kehrte er in das eigens für ihn umgebaute Zuhause zurück, benötigt jedoch eine Rundumbehandlung, die über einen Pflegedienst organisiert ist.

Seitdem Arne auf Curaçao mit den Delfinen schwimmen konnte, habe sich sein Zustand deutlich verbessert, sagt Maria Neuenfeld, die seit April wieder in ihrem Beruf als Lebensmitteltechnische Assistentin tätig ist. Er habe weniger epileptische Anfälle und sei insgesamt wacher geworden – auch wenn es zwischenzeitlich durch eine lebensbedrohliche Lungenentzündung zu mehrmonatigen Rückschritten kam. Gerade sei er dabei, den Ja-Nein-Code durch Blinzeln zu erlernen. Im Kindergarten reagiere er sehr gut auf seine Umwelt.

Arne-William mit seinen Kuscheltieren in seinem eigens eingerichteten Pflegezimmer mit direktem Zugang und Rampe für den Rollstuhl. Außerdem haben die Eltern in ihrem Haus ein Therapiezimmer eingerichtet. Ein behindertengerechtes Badezimmer entsteht gerade. Quelle: Helge Treichel

Mit dem Alltag haben sich die Neuenfelds gut arrangiert. Mit dem Rollstuhl, der Rundumpflege durch „Elite Das Pflegeteam“ aus Hennigsdorf, den täglichen Therapien, etwa in der Logopädie. Sie haben Arne eigens ein Pflegezimmer mit direktem Zugang und Rampe für den Rollstuhl gebaut. Außerdem haben die Eltern in ihrem Haus ein Therapiezimmer eingerichtet. Ein behindertengerechtes Badezimmer entsteht gerade. Aber auch die Stadt hat umgebaut, weshalb Maria Neuenfeld ein großes Dankeschön an den Bürgermeister richtet. In mehreren Straßen wurden an Kreuzungen Bordsteine abgesenkt. In das holprige Kopfsteinpflaster sind geglättete Furten eingelassen worden, zum Beispiel in der Franzstraße. Der Weg zum Spielplatz und zum Kinderarzt sei jetzt viel besser zu bewältigen.

Die acht- bis zehnwöchige Sauerstoffbehandlung in den USA würde rund 9000 Dollar kosten. Hinzu kommt ein Kostenbeitrag für den Aufenthalt der Familie, wobei für eine Nacht im Ronald-McDonald-Haus zehn Dollar berechnet werden. „Unsere Ärzte müssen sich nun erst einmal ein Bild machen“, sagt Maria Neuenfeld über die Therapie, bei der keine Risiken oder Nebenwirkungen bekannt sind, für die es in Deutschland mit Kindern aber noch keine Erfahrungen gebe. „Mit ganz kleinen Schritten wäre uns schon geholfen“, fügt sie hinzu und meint zum Beispiel den Verzicht auf eine Magensonde.

Noch mehr Informationen

Informationen zum Spendenkonto sowie über vorangegangene Spendenaktionen sind auf der Internetseite www.arne-william.de zu finden.

Fotos, Videos und nähere Informationen gibt es auch auf Facebook unter „Arne-William“.

Das Therapiezentrum Hennigsdorf unterstützt die Sammelaktion für den Sechsjährigen seit einer Woche mit einem Aufruf und einer Sammeldose.

Von Helge Treichel

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