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Neue Idee: „Dorv-Zentrum“ statt Supermarkt?

Sommerfeld Neue Idee: „Dorv-Zentrum“ statt Supermarkt?

Schon viele Jahre lang gibt es in Sommerfeld keinen Supermarkt mehr – er wäre nicht rentabel. Heinz Frey stellte am Mittwochabend im Gemeinderaum das Projekt „Dorv-Zentrum“ vor. Darin wären Einkaufsmarkt, Dienstleistung und Nachbarschaftstreff vereint. Aber die Sommerfelder müssen einiges dafür tun.

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Bislang müssen die Bewohner von Sommerfeld noch relativ weite Wege in Kauf nehmen. In Kremmen befindet sich der nächste Discounter, in Beetz der nächste Bäcker.
 

Quelle: Robert Roeske

Sommerfeld.  Seit Jahren wünschen sich die Sommerfelder eine Einkaufsmöglichkeit im Dorf. Der nächste Discounter ist in Kremmen, einen Bäcker gibt es in Beetz. Seit Jahren wird ihnen aber immer wieder gesagt, die Eröffnung eines Einkaufsmarktes lohne sich in Sommerfeld nicht. „Die Forderung nach entsprechenden Möglichkeiten ist aber immer wieder an uns herangetragen worden“, sagte Ortsvorsteher Jürgen Kurth.

Nun gibt es einen völlig neuen Ansatz, und am Mittwochabend ist er im Gemeinderaum vorgestellt worden. Heinz Frey stellte das Projekt „Dorv“ vor. Die Abkürzung steht für „Dienstleistung – Ortsnah – Rundumversorgung“. Angefangen hat alles in einem Ortsteil von Jülich in Nordrhein-Westfalen. Bürger setzten sich dort zusammen und entwickelten das Konzept eines Nahversorgungszentrums.

„Dort ist alles unter einem Dach“, erklärte Heinz Frey. „Reine Lebensmittelläden funktionieren nicht auf dem Dorf.“ Stattdessen müsse es eine multifunktionale Versorgung geben. Im „Dorv-Zentrum“ werden frische Fleischwaren angeboten, Tiefkühlware, Obst und Gemüse, Brot, Süßwaren, Presse, dazu Post- und Versicherungsdienste, ein Bankterminal sowie ein Café als Treffpunkt. Dafür müssten Kooperationen mit Unternehmen in der Region geschaffen werden.

Viele Sommerfelder waren zu der Sitzung in den Gemeinderaum gekommen

Viele Sommerfelder waren zu der Sitzung in den Gemeinderaum gekommen.

Quelle: Robert Tiesler

Damit enden aber nicht die Überlegungen. Um diese Einrichtung tatsächlich zu einem Zentrum zu machen, könnten im nächsten Schritt Dienstleistungen angeboten werden. Vermittlung von örtlichen Handwerkern, Nachbarschaftshilfen und vieles mehr.

Bei einem täglichen Umsatz von 1189 Euro und einer Kundenfrequenz von 170 bis 180 Leuten am Tag könne sich das Geschäft rechnen. „Es gibt Orte, wo es nicht funktioniert, aber hier sind wir uns sicher, dass es funktioniert, und deshalb stellen wir Ihnen das jetzt auch vor“, sagte Heinz Frey den etwa 50 Anwesenden im Gemeinderaum.

Vieles müsse geklärt werden, und vor allem die Sommerfelder selbst müssten die Fäden in die Hand nehmen. Eine Befragung aller Bewohner sei nötig, dazu müsse ein Fragenkatalog erstellt werden. Bislang ist auch unklar, wer so ein Zen-trum überhaupt betreiben könnte – ein Verein, eine Genossenschaft oder eine GmbH, alles sei möglich.

Ein möglicher Ort für dieses „Dorv-Zentrum“ sei die alte Schule neben der Kirche. Renate Pantel, die Vorsitzende des Chores „Harmonie“ erinnerte aber daran, dass die Gruppe in einem der Räume jeden Dienstag probe. Den Raum wolle man ungern aufgeben.

Aber das sei nur eine erste Idee, betonten Heinz Frey und auch Ortsvorsteher Jürgen Kurth. Jeder Sommerfelder könne Ideen einbringen. Und so eine Idee folgte dann auch gleich. Denn ein Sommerfelder Privatmann plant momentan sowieso ein größeres Projekt – mit Blumenladen und Café, sowie später altersgerechte Wohnungen, eine Begegnungsstätte und einiges mehr. Dort könnte das ganze Dorv-Projekt mit einfließen.

Die Sommerfelder nahmen die „Dorv“-Idee interessiert zur Kenntnis, aber es gab auch Skepsis darüber, ob denn gerade die auswärts Arbeitenden in Sommerfeld einkaufen würden. Heinz Frey ist von seinem Projekt aber voll überzeugt. Was die Sommerfelder draus machen, bleibt dennoch abzuwarten.

Von Robert Tiesler

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