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Neue Schranken für Tempo 160

Bahnübergang in Borgsdorf soll 2015 erneuert werden Neue Schranken für Tempo 160

Kein Tunnel, keine Brücke - s ondern ein komplett modernisierter Bahnübergang mit Schranken. So sehen die Pläne der Deutschen Bahn AG für Borgsdorf aus. Auch separate Fußwege sollen auf beiden Seiten entstehen.

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Quelle: dpa

Borgsdorf. Die alten Schranken sollen abgebaut und durch eine neue, moderne Lichtzeichenanlage mit Vollschranken ersetzt werden, bestätigte gestern Bahnsprecher Gisbert Gahler. Als Termin nannte er 2015. Der Streckenausbau auf der Linie Berlin -  Rostock werde dabei berücksichtigt. "Die Anlage wird bereits für eine maximale Geschwindigkeit von 160 Kilometer pro Stunde vorbereitet", erklärt Gisbert Gahler. Die Erhöhung der Geschwindigkeit werde jedoch nicht automatisch mit der Fertigstellung des neuen Bahnübergangs, sondern zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Bereits in den 1970er Jahren hatte die Deutsche Reichsbahn mit dem Gedanken gespielt, den stark frequentierten Bahnübergang in Borgsdorf durch eine Brücke oder ein Tunnelbauwerk zu ersetzen. Beide Varianten wurden jedoch wegen zu hoher Kosten verworfen. Der hohe Grundwasserstand sprach gegen eine Tunnellösung. Für eine Brücke wären lange Rampen erforderlich gewesen, für die es mitten im Ort gar keinen Platz gab. So wurden die alten Schranken mit Handkurbelbetrieb durch elektrische Schranken ersetzt, die noch heute vom Stellwerksturm aus gesteuert werden.

Doch diese Technik ist inzwischen veraltet. "Die derzeit eingebauten Blinklichter sind nicht mehr zulässig und müssen entsprechend der aktuellen Straßenverkehrsordnung auf Standlichter mit gelbem und rotem Ampellicht umgerüstet werden", sagt Gisbert Gahler. Im Zuge der Umbauarbeiten werden die Gehwege beidseitig auf 2,50 Meter verbreitert. Dabei wird auch die Schrankenanlage "aufgerüstet". Wie bisher gibt es Doppelschranken für die Fahrbahn, zusätzlich sollen aber auch separate Schranken für die Fußwege installiert werden.

Bei dieser Gelegenheit müssen Geh- und Radwege sowie der Straßenverlauf vor und hinter dem Bahnübergang angepasst werden. "Das betrifft vor allem den Bereich der Bushaltestelle und die Verkehrsinsel am Ende der Bahnhofstraße", erläutert Petra Teigel, Fachdienstleiterin Tiefbau im Hohen Neuendorfer Rathaus. Die Stadt muss in einem solchen Fall auch einen Teil der Baukosten für den neuen Bahnübergang tragen. Im Haushaltsentwurf für 2014 ist bereits Geld für die Planung vorgesehen.

Die Deutsche Bahn veranschlagt die Gesamtkosten auf rund 1,3 Millionen Euro. Etwa ein Drittel davon entfallen auf die Kommune. Geregelt ist dies im Eisenbahn-Kreuzungsgesetz (EKrG), auf dessen Grundlage zwischen der Bahn und der Stadt eine so genannte "Kreuzungsvereinbarung" abgeschlossen wird.

Im Eisenbahnkreuzungsgesetz heißt es auch, dass bestehende Bahnübergänge möglichst geschlossen und durch Brücken ersetzt werden sollen. Ausnahmen sind jedoch zulässig. So wie in Borgsdorf. Dabei spielt auch eine Rolle, dass die Züge künftig mit maximal 160 Stundenkilometern unterwegs sind. Ab Tempo 160 nämlich ist die "höhengleiche Kreuzung von Eisenbahnschienen und Straßen", so die offizielle Definition eines Bahnübergangs, verboten. Ohne die Schranke wäre der Ort aber zerschnitten, die Borgsdorfer müssten weite Umwege in Kauf nehmen.

Von Ulrich Bergt

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