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Neuer Bürgergarten eingeweiht

Oranienburg Neuer Bürgergarten eingeweiht

Der Oranienburger Bürgergarten hat einen neuen Standort – in der Fischerstraße. Am Sonnabend wurde er mit einer ersten Pflanzaktion eingeweiht. Nur wenige Besucher zeigten sich interessiert. Doch zukünftig soll der offene Garten ein Treffpunkt für alle Generationen werden.

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Pflanzten die ersten Frühblüher in den Bürgergarten: Stefan Teltzrow, Thomas Hebestreit und Jennifer Collin (SPD) mit Söhnchen Juri (v.l.n.r.)

Quelle: Ulrike Gawande

Oranienburg. 15 schwarze, weiße und rote Johannisbeerpflanzen, 100 Tulpenzwiebeln, 100 Krokusse und Narzissen hatte Gartenbauingenieur Stefan Teltzrow vorbereitet, um am Sonnabendmorgen die erste Pflanzaktion im neuen Bürgergarten Oranienburg feierlich zu begehen. Doch nur wenige Interessierte fanden an diesem grauen, kühlen Morgen den Weg in die Fischerstraße acht, um das 800 Quadratmeter große Gelände in Augenschein zu nehmen, das die Stadt Oranienburg den Betreibern des Projektes, dem Evangelischen Bildungswerk, als Bürgergarten zur Verfügung gestellt hat.

Erst vor wenigen Monaten, am 22. April, war der erste Bürgergarten, auf einem rückwärtigen Grundstück des Eltern-Kind-Treffs (EKT) in der Kitzbühler Straße eröffnet worden. „Es war wunderbar dort, aber leider gab es keinen öffentlichen Zugang zu dem Gelände, das man nur über den EKT oder die umliegenden Kitas erreichen konnte“, erklärt Thomas Hebestreit, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Projektes, das vom Bundesprogramm „Demokratie leben“, Stadt und Landkreis gefördert wird. „Wir wollten ein offenes Angebot, das jederzeit begehbar ist, wo man sowohl gärtnern, als auch Menschen treffen kann.“

Geschützt vor Vandalismus und Diebstahl?

Mit dem Grundstück in der Fischerstraße ist dies nun realisierbar. Ein mehrjähriger Pachtvertrag mit der Stadt wurde abgeschlossen. Für den Bürgergarten am EKT bestehe der Wunsch, diesen weiterzupflegen. Ob dies jedoch realisierbar sei, wisse er nicht, so Hebestreit. Familien, die keinen Garten haben, junge und alte Menschen, die helfen oder andere Gartenbegeisterte treffen wollen, Flüchtlinge, aber auch Kitas und Schulen, seien im neuen Bürgergarten willkommen.

Sorgen um Vandalismus oder Diebstahl macht sich Thomas Hebestreit wenig. „Ich habe keine großen Befürchtungen, es wird sich ein Netzwerk bilden, das aufpasst.“ Zumal der ehemalige Pächter Otto Rennert direkt gegenüber wohne. „Der alte Bürgergarten war geschützt, aber ich sehe das Projekt als Spiegel unserer Stadt.“

Sich in der Natur ausprobieren

Freudig gespannt und interessiert an dem Projekt Bürgergarten ist auch die zuständige Revierpolizistin Carola Grimmer. „Es ist ein tolles Projekt, es passt zu Oranienburg“, begeistert sich die Polizeioberkommissarin, auch wenn sie Sachbeschädigungen und Unruhe befürchtet. „Ich wollte deshalb wissen, wer verantwortlich ist, ob es eine Grundstücksordnung gibt und wer zu benachrichtigen ist, wenn etwas passiert.“ Nicht alle Fragen konnten an diesem Morgen geklärt werden. Trotzdem hofft die Polizistin, dass der Bürgergarten zu einem Treffpunkt, auch für die ältere Generation, werden wird.

„Der Bürgergarten bietet die Gelegenheit für Familien, sich auszuprobieren, sich mit der Natur zu beschäftigen, besonders wenn man sich noch keinen eigenen Garten leisten kann“, lobt Ulrike Schmidt aus Berlin die Idee des Bürgergarten. „Ich finde es gut, dass solche grünen Oasen hier nicht aufgegeben werden, wie es in Berlin leider oft der Fall ist.“

Doch ein Garten sei nicht nur Erholung, sondern man könne bei der Gartenarbeit auch Geduld lernen, verriet Fachmann Stefan Teltzrow, der im Bürgergarten der Mann vor Ort ist und als Gartenbauingenieur alle Fachfragen beantworten kann. „Oranienburg ist eine Gartenstadt, die man mit Gärten beleben muss. Dafür sind wir auf die Bürger angewiesen. Hier ist Goldstaub im Boden. Es ist eine Oase, in der man auftanken, mitanpacken, philosophieren und sich inspirieren lassen kann.“ Bunt soll es werden, wie die Stadt Oranienburg selbst, so Teltzrow. Und so setzte man gemeinsam die ersten Zwiebeln der bunten Frühlingsblüher in den Boden.

„Der Bürgergarten soll ein kleiner Garten Eden werden, nur ohne Schlange“, brachte es Oranienburgs ehemaliger Bürgermeister Udo Semper auf den Punkt.

Interview mit Otto Rennert:

Otto Rennert (79). Der Oranienburger bewirtschaftete von 1987 bis 2016 das Grundstück in der Fischerstraße 8.

Otto Renner

Otto Renner.

Quelle: Ulrike Gawande

Von Ulrike Gawande

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