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Neuer Polizeistandort für 10 Millionen Euro

Oranienburg Neuer Polizeistandort für 10 Millionen Euro

Innerhalb von zwei Jahren wurde aus dem historischen Luisenhof in Oranienburg eine moderne Polizeiinspektion. 400 Beamte sollen hier arbeiten. Kosten für den Umbau: mehr als 10 Millionen Euro. Das Besondere: Der Kreis baute die Wache und vermietet sie jetzt an das Land Brandenburg – für mindestens 20 Jahre.

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Hier ziehen bald rund 400 Polizeibeamte ein: die neue Polizeiinspektion in Oranienburg.

Quelle: Landkreis

Oranienburg. Der Luisenhof in Oranienburg kommt seiner neuen Bestimmung näher: Kommende Woche ziehen erste Polizeibeamte ein. Am Montag wurde die Liegenschaft in der Germendorfer Allee 17 von Landrat Ludger Weskamp feierlich an Innenminister Karl-Heinz Schröter übergeben. Der wiederum übergab nicht nur einen symbolischen Schlüssel an Lars Borchardt. Als Leiter der Polizeiinspektion Oberhavel ist er Hausherr über für 10,5 Millionen Euro sanierte Objekt.

Weskamp bezeichnete das Projekt Luisenhof als „beispielhaft für die konstruktive und gelungene Zusammenarbeit zwischen Oberhavel und Brandenburg.“ Das Besondere: Nicht der dem Finanzministerium unterstehende Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB), der sonst selbst neue Polizeistellen baut, ist für den Umbau verantwortlich, sondern der Landkreis. Dieser vermietet jetzt die Liegenschaft für 20 Jahre an das Land. BLB-Geschäftsführer Norbert John spricht von einer guten Zusammenarbeit aller Partner.

Lars Borchardt (Mitte), Leiter der Inspektion Oberhavel , bekam den Symbolschlüssel von Innenminister Karl-Heinz Schröter (rechts)

Lars Borchardt (Mitte), Leiter der Inspektion Oberhavel , bekam den Symbolschlüssel von Innenminister Karl-Heinz Schröter (rechts).

Quelle: Marco Winkler

In 25 Monaten wurden vier Häuser auf dem Areal zu einem modernen Polizeikomplex umgebaut. Insgesamt 4615 Quadratmeter Gebäudeflächen und rund 6500 Quadratmeter Grundstücksflächen. Und das war dringend nötig. 43 Jahre war die Polizei Oberhavel in einem maroden Plattenbau in der Berliner Straße angesiedelt.

Fenster ließen sich nicht schließen, es hat durchgeregnet, Putz bröckelt von Decken und der Fassade, es gab kaum Umkleideräume, Duschen fehlten. Fazit: ein desaströser Zustand. Weil es kaum Platz gab, hatten einige Beamte sogar Büros hinter Gittern – in den Zellen des einstigen Zentralgewahrsams.

Ein Blick in den Gewahrsamsbereich

Ein Blick in den Gewahrsamsbereich.

Quelle: Marco Winkler

„Wir waren mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden“, so Innenminister Schröter. Als damaliger Landrat brachte er das Projekt mit auf den Weg. Für die alte Wache wünscht er sich, dass dort ein Internat für die Polizeischüler der Fachhochschule entsteht.

Für Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke ist das alte Gebäude schon eine „verblasste Erinnerung“. Er guckt nach vorne, für ihn ist der neue Standort von „herausragender Bedeutung“: Insgesamt 160 Büroarbeitsplätze wurden im Luisenhof geschaffen.

Großer Andrang bei der offiziellen Einweihungsfeier

Großer Andrang bei der offiziellen Einweihungsfeier.

Quelle: Marco Winkler

Einziehen werden 400 Bedienstete der Polizeiinspektion Oberhavel sowie der Wasserschutz-, Verkehrs- und Kriminalpolizei der Direktion Nord. Ob der Platz bei den steigenden Zahlen an Polizisten reicht, ist allerdings schon jetzt zweifelhaft.

Es gibt acht Leitstellentische, an denen Einsätze koordiniert werden sollen. Hinzu kommen Asservaten- und Vernehmungsräume, Garagen, Carports, Zwinger für Polizeihunde. Beeindruckend: Es wurden 154.000 Meter Kabel und Leitungen verlegt.

Alles modern und frisch saniert – auch der Gewahrsamsbereich

Alles modern und frisch saniert – auch der Gewahrsamsbereich.

Quelle: Marco Winkler

Für den Kreis sei der Umbau eine Herausforderung gewesen, so Schröter. Das kann Landrat Weskamp unterschreiben. Es gab Komplikationen. Sieben Baugenehmigungen mussten eingeholt werden, 25 vom Denkmalschutz. Es wurden 68 Bauaufträge vergeben, meist an Firmen aus Brandenburg. Doch einige Unternehmen gingen zwischenzeitlich insolvent. „In einem Raum ist uns sogar noch der Fußboden eingestürzt.“ Ein historisches Gebäude ist unberechenbar. „Hier wurde viel auf Bauschutt aufgebaut“, so Projektleiter Gunnar Rieger vom Landkreis. „Auch der Dachstuhl von 1922 wies große Schäden auf.“

Für eine Person war der Tag ein besonderer, ein „bewegender Tag.“ Bernd Halle ist vor genau 43 Jahren in der alten Wache in der Oranienburger Straße in den Polizeidienst eingestellt worden. „Jetzt darf ich noch die Übergabe des neuen Dienstgebäudes erleben“, so der Leiter der Polizeidirektion Nord.

Von Marco Winkler

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