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Neues Image: Nicht nur „irgendwas mit Strom“

25 Jahre Stadtwerke Oranienburg Neues Image: Nicht nur „irgendwas mit Strom“

Sie wollen weg vom Image des unnahbaren Versorgers: Die Stadtwerke Oranienburg feiern dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Geschäftsführer Alireza Assadi blickt auf Erfolge und Rückschläge zurück.

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Eingespieltes Team: Geschäftsführer Alireza Assadi (rechts) mit Kundenservice-Leiter Jens Hellmeier und Manuela Thiessenhusen, die seit 30 Jahren im Kundenservice arbeitet.

Quelle: Marco Winkler

Oranienburg. Sie liegt etwas versteckt in der Klagenfurter Straße, die Zentrale der Stadtwerke Oranienburg (SWO). „Wir liebäugeln jetzt mit einem Standortwechsel“, sagt Alireza Assadi, seit Mai 2012 Geschäftsführer des Unternehmens. „Wir wollen ins Stadtzentrum ziehen, näher an die Menschen, unsere Kunden“, so der 43-Jährige. Der Umzugsplan durchlaufe aktuell diverse Gremien. Noch sei nicht klar, wohin genau die Reise gehen soll. Sicher ist aber, welchen Weg die Stadtwerke in den letzten Jahren gegangen sind, feiern sie doch im Oranienburger Jubiläumsjahr 2016 selbst ihr 25-jähriges Bestehen.

Wenn Alireza Assadi zurückblickt, fällt ihm ein Wort ein: Erfolgsgeschichte. Über 300 Jahre reicht die Geschichte der kommunalen Versorger zurück. Stichtag für die Gründung der jetzigen SWO ist der 27. Juni 1991. „Wir sind aus dem beliebten DDR-Produkt der Fernwärme entstanden“, so Assadi. Seit diesem Tag ist die Stadt Oranienburg 100-prozentiger Gesellschafter der Stadtwerke.

Doch was steckt hinter dem abstrakten Konstrukt der Stadtwerke? Alireza Assadi bringt es auf den Punkt: „Das, was ganz selbstverständlich ist, also fließender Strom und Wasser bei einem Einzug, das liefern wir. Wir bieten die Ver- und Entsorgungsinfrastruktur.“ Echte „Pionierarbeit“ sei das in den vergangen zwei Jahrzehnten gewesen. 200 Millionen Euro wurden in den Ausbau der Infrastruktur investiert, ein neues Wasserwerk in Sachsenhausen gebaut. Doch es gab auch Rückschläge.

„Finanzielles Desaster“ der Turm-Erlebniscity

Um die Jahrtausendwende wurde das Spaßbad Turm-Erlebniscity gebaut, laut Assadi „ein finanzielles Desaster.“ Der Ruin schien nahe. Die Trennung von Anteilen an einen Fonds, Privatisierung und Rekommunalisierung konnten die SWO über Wasser halten. Jetzt feilt Alireza Assadi mit seinem Team an langfristigen Erfolgen.

Er selbst sagt von sich, er habe „keine Revolution angezettelt“, als er 2012 das Zepter von Wolfgang Schneider und Detlef Giese übernahm. „Uns geht es wirtschaftlich gut im Moment. Mein Bemühen ist es, jeden Tag dafür zu kämpfen.“ Erfolge kann er aufzählen. So beschäftigte das Unternehmen 98 Mitarbeiter, als er den Chefsessel bezog. Jetzt sind es 119 – darunter viele langjährige, wie Manuela Thiessenhusen, die sich in der Empfangshalle um Kundenwünsche kümmert. „Ich arbeite seit 30 Jahren in dem Betrieb“, sagt sie. Jens Hellmeier, Leiter des Kundenservice, ist seit 13 Jahren dabei: „Ich habe hier gelernt.“ Dennoch gestalte sich laut Assadi die Ausbildungssuche als schwierig. Gerade im technischen Bereich – Netzmonteure oder -meister – fänden sich nur wenig geeignete Bewerber. „Unser Ziel sind sechs Azubis pro Jahr“, so Assadi.

25 Jahre Stadtwerke Oranienburg

Alireza Assadi (43) ist seit Mai 2012 Geschäftsführer der Stadtwerke Oranienburg (SWO). Mit 13 kam der gebürtige Iraner nach Deutschland, ohne Sprachkenntnisse.

Der Marktanteil der Stadtwerke liegt bei 75 bis 80 Prozent, was die Versorgung mit Strom und Gas betrifft. Bei Wasser sind sie Alleinversorger.

200 Millionen Euro wurden in der vergangen 25 Jahren für den Ausbau der Infrastruktur aufgebracht. Zudem soll es laut Assadi bald Photovoltaikanlagen „für jedermann“ geben.

Zur 800-Jahrfeier Oranienburgs bringen sich die SWO im Festkomitee mit ein. Intern wird das eigenen Jubiläum im Sommer gefeiert.

Größte Veränderungen in den kommenden Jahren wird neben dem Umzug in die Innenstadt eine umfassende Digitalisierung sein. „Unsere Mitarbeiter erledigen viele Arbeitsprozesse noch analog.“ Der Service soll so gestärkt werden. „Wir wollen damit Mitarbeiter entlasten, nicht entlassen.“

Die Stadtwerke, die seit 2014 nur noch grünen Strom an sämtliche Haushalte liefern, wollen Gesicht zeigen, weg vom künstlichen Konstrukt des Wortes „Stadtwerke“, nicht nur für „irgendwas mit Strom“ stehen. „Wir investieren in Menschen“, so Alireza Assadi.

Von Marco Winkler

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